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Auch Brasilien kann Horror "Motorrad": Der Tod trägt schwarzes Leder

Biken in unberührter Natur: Das war der Plan der Freunde. Aber vier andere Motorradfahrer machen daraus einen Kampf um Leben und Tod.

Biken in unberührter Natur: Das war der Plan der Freunde. Aber vier andere Motorradfahrer machen daraus einen Kampf um Leben und Tod.

Eine Motorrad-Tour zu einem einsam gelegenen wunderschönen See. Doch als die Biker-Gruppe dort eintrifft, hält die Idylle nicht lang an: Vier Maskierte, mit Ketten und Macheten bewaffnet, blasen zur Jagd auf die Freunde. Es gibt kein Entrinnen.

Man braucht Geduld für "Motorrad". Denn es vergehen mehr als 13 Minuten, bis die ersten Worte fallen: Es geht um Motorräder, einen Vergaser und ein junges Mädchen. Das ist der Anfang von "Motorrad: The Last Ride". Nur die unheilvollen Hintergrundklänge lassen erahnen, dass es sich dem brasilianischen Film des Regisseurs Vicente Amorim um einen Horrorthriller handelt, der sich am Ende, nach knapp 90 Minuten, als sehr sehenswert herausstellt.

Nach den sprachlosen ersten 13 Minuten trifft sich im brasilianischen Hinterland eine Gruppe von Freunden mit ihren Bikes, um eine Tour zu unternehmen. Nach ein paar durch Wild- und Ödnis gefahrenen Kilometern stoppt sie eine aus Stein errichtete Mauer. Keiner hat sie bisher je gesehen. Jemand muss sie neu aufgeschüttet haben.

"Motorrad" ist bei Splendid erschienen.

"Motorrad" ist bei Splendid erschienen.

Die Gruppe findet einen Weg hindurch, gabelt unterwegs noch eine junge Frau auf, deren Motorrad eine Panne hat. Und dann geht es endlich zu einem einsam und abseits gelegenen See. Der Tipp dazu kam von der jungen Frau. Das Wasser ist herrlich. Aber die Gruppe wird beobachtet.

Black is beuatiful? Black is deadly!

Kurz darauf lassen sich vier komplett in Schwarz gekleidete Biker blicken. Sie schwingen Ketten und Macheten und richten den Ersten der Bikergruppe auf martialische Art und Weise hin. Der Rest der Freunde sucht, als der erste Schock verdaut ist, das Weite: In alle Richtungen brettern die Motorräder los - und so haben die Killer ein leichtes Spiel. Sie schnappen sich einen nach dem anderen, bis die Nacht hereinbricht.

Ein paar aus der Gruppe hat es bisher geschafft, am Leben zu bleiben. Sie verstecken sich in einer heruntergekommenen, verfallenen Behausung. Aber darauf scheint das Killerkommando spekuliert zu haben und so geht das lustige Meucheln und Morden weiter. Es scheint kein Entrinnen zu geben, kein Ende der blutigen Hetzjagd, bis alle tot sind. Geduld ist nicht die Sache der vier schwarz gekleideten Killer-Biker.

Die Spritztour der Gruppe endet in blutigem Horror.

Die Spritztour der Gruppe endet in blutigem Horror.

Mordmaschinerie auf zwei Rädern

Der Zuschauer wird für seine zu Beginn des Films gezeigte Geduld nun belohnt. Gut, viele Worte fallen auch nach den ersten 13 Minuten nicht wirklich. Aber der Rest stimmt: aufheulende Motoren, durchdrehende Reifen, eine wilde Hatz über Stock und Stein. Wer Motorradfreak ist, kommt bei Amorims Film voll auf seine Kosten. Die Steine fliegen durch die Luft, Dreck und Staub hüllen Gejagte und Jäger gleichermaßen ein. Und dazu immer wieder die beängstigend klingende Soundkulisse, die den passenden Rahmen für die Menschenjagd bildet.

Eine Menschenjagd, genau das ist "Motorrad". Und eine Hommage ebenso, an Filme wie "Interceptor" oder den "Mad Max"-Klassiker. Genrefans werden auch an den australischen Hammer "Wolf Creek" denken müssen. So gesehen, hat Regisseur Amorim alles richtig gemacht: Killer ohne Gesicht, Mitleid oder einen Moral-Kodex; Flüchtende, getrieben von purer Angst; ein Ende mit offenen Fragen und Cliffhanger gleichermaßen. Das ist "Motorrad: The last Ride".

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Quelle: n-tv.de

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