Unterhaltung

"Traumschiff" und "Bergdoktor" Siegfried Rauch ist tot

Kapitän, Arzt und heimatverbunden: Siegfried Rauch ist über Jahrzehnte fester Bestandteil der deutschen TV-Serienlandschaft. Berühmt wird er in der heilen Welt des "Traumschiffs". Das wahre Leben aber endet mit einem Unglück.

Der beliebte Schauspieler Siegfried Rauch ist tot. Bei einer Feier in seinem Wohnort Untersöchering stürzte er eine Treppe hinunter und erlag noch am Unfallort seinen Verletzungen. Das bestätigte die Polizei in Penzberg. Rauch wurde 85 Jahre alt. Er ist Millionen von Fernsehzuschauern vor allem durch seine Rolle als Kapitän Jakob Paulsen in der Fernsehserie "Das Traumschiff" (1999 bis 2013) bekannt.

Die 14 Jahre auf der Brücke des "Traumschiffs" haben das Leben des Bayern besonders geprägt und wohl auch am besten zu ihm gepasst. Kapitän Paulsen hatte eigentlich nie schlechte Laune, unfreundlich war er auch nie - hilfsbereit und herzlich dagegen immer. Die Uniform adrett und blendend weiß, dazu dieses vertrauenswürdige Lächeln - diesen Blick hat Rauch nie verlernt. "Ein Kapitän muss etwas Väterliches haben", hat Rauch einmal gesagt - und mit seiner Ruhe und Gelassenheit das auch ausgestrahlt.

Seit 2007 spielt er als Dr. Roman Melchinger in der ZDF-Serie "Der Bergdoktor". 2015 wurde Rauch zum beliebtesten Schauspieler und zum beliebtesten TV-Arzt Deutschlands gewählt.

Kapitän, Chef-Stewardess und Arzt: Heile Welt auf hoher See - Rauch, Keller und Naumann sei Dank.

Kapitän, Chef-Stewardess und Arzt: Heile Welt auf hoher See - Rauch, Keller und Naumann sei Dank.

Durchbruch an der Seite McQueens

Der schauspielerische Durchbruch gelang ihm bereits Anfang der 1970er-Jahre: 1971 spielte er im Klassiker "Le Mans" an der Seite seines guten Freundes Steve McQueen einen Rennfahrer und überzeugte dabei ohne viele Worte. Der Sprung nach Hollywood wäre möglich gewesen, doch die bayerische Heimat war Rauch wichtiger als das große Geld in Amerika.

In der ländlichen Idylle mit Blick auf die Alpen fühlte er sich wohl, seit 1973 lebte er in einem Bauernhaus in der Nähe von Murnau. "Wenn ich arbeite, muss ich glücklich sein und das kann ich nur in meinem Bauernhaus in Bayern und mit meiner Familie", sagte er einmal in einem Interview.

Weißkittel vor Bergen: Siegfried Rauch (Dr. Roman Melchinger, l) und Hans Sigl (Dr. Martin Gruber).

Weißkittel vor Bergen: Siegfried Rauch (Dr. Roman Melchinger, l) und Hans Sigl (Dr. Martin Gruber).

(Foto: picture alliance / Ursula Düren/)

Statt auf den Kinoleinwänden war Rauch immer öfter im Fernsehen zu sehen. So jagte er etwa in der Familienserie "Es muss nicht immer Kaviar sein" ab 1977 als Spion Thomas Lieven über den Fernsehschirm und zeigte dabei seine charmante Seite.

Sänger und Botschafter

Neben der Schauspielerei war der gebürtige Landsberger auch als Sänger aktiv. Neben Auftritten mit dem Orchester Martin Böttcher nahm er 2016 die Swingplatte "Moonlight and Lovesongs" auf. Rauch engagierte sich zudem für mehrere Stiftungen und war Botschafter für die Deutsche-Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG).

Wenn Rauch über sein Leben sprach, klang das meist pragmatisch: Als er sein Studium der Architektur in München abbrechen wollte, hielt ihn das gute und günstige Mensaessen an der Uni, erzählte er kurz vor seinem 85. Geburtstag. Also studierte er einfach etwas anderes und kam so über Umwege zur Schauspielerei.

Pragmatisch war Rauch auch, wenn es um das Leben und den Tod ging. Das Schicksal habe alles in der Hand, da sei er sich sicher. Und auch, dass es da "irgendetwas zwischen Himmel und Erde" gebe, "was wir nicht so ganz begreifen können", war für ihn ausgemacht. Überraschen lassen wollte er sich aber nicht von diesen Kräften und suchte sich daher schon vor vielen Jahren einen schönen Platz auf dem Friedhof aus - mit Alpenblick.

Quelle: n-tv.de , mba/jwu/dpa

Mehr zum Thema