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"Du sollst nicht mein Sohn sein" Küblböcks tragische Familiengeschichte

In einem Buch berichtete Küblböck aus seiner zerrissenen Kindheit.

In einem Buch berichtete Küblböck aus seiner zerrissenen Kindheit.

(Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb)

Seit seinem Verschwinden vor der Küste Kanadas ranken sich Gerüchte um Daniel Küblböcks Privatleben. Eines lässt sich jedoch nicht abstreiten: Mit einer gewalttätigen Mutter und einem Nazi-Bruder hatte es der Sänger nicht immer leicht im Leben.

Daniel Küblböck wird seit dem 9. September vermisst. Er soll vor der Küste Kanadas von Bord eines Kreuzfahrtschiffes gesprungen sein. Seither wird vielerorts spekuliert, was den Sänger dazu getrieben haben könnte. Sicher ist, dass er ein schwieriges Leben hinter sich hat - nicht nur, weil er seit seiner Teilnahme bei "DSDS" von vielen als schräger Vogel abgestempelt wurde, sondern auch wegen seiner Familie. Das wurde schon in seiner Biografie "Ich lebe meine Töne" klar, die er im September 2003 veröffentlichte.

Der 1985 in Hutthurm bei Passau geborene Küblböck berichtet in dem Buch auch aus seiner Kindheit. Seine Eltern ließen sich früh scheiden. Erst lebte er bei seiner Mutter Bianca, danach bei seinem Vater Günther. Vor allem die Zeit bei seiner Mutter war offenbar sehr schwierig. Während er 15 Mal umgezogen sei, an seinem Vater gehangen habe und von seiner Oma getrennt wurde, habe seine Mutter angeblich oft Männerbesuche bekommen, getrunken und sei sogar handgreiflich geworden. An einer besonders erschreckenden Stelle heißt es: "Ich springe auf mein Bett. Ich will ihr ausweichen, aber wohin? Sie legt die Finger um meinen Hals. Beginnt mich zu schütteln und zu würgen. Mama schreit: Du bist nicht mein Kind! Du sollst nicht mein Kind sein!"

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"Du bist nichts und du wirst auch nichts werden", habe Küblböcks Mutter ihm damals unter anderem gesagt. Doch der Sänger ließ sich nicht unterkriegen. "Ich glaube, dass dieses Zitat mich angespornt hat. Letztendlich hat jeder Mensch sein Schicksal. Mit meinem bin ich so umgegangen, dass ich letztendlich aus dem, was ich in der Kindheit nicht hatte, das Beste im Erwachsenenleben draus gemacht habe", zitiert "Vip.de" aus einem RTL-Interview Küblböcks aus dem Jahr 2015.

"Mittlerweile ist mir das völlig egal"

In dem Interview heißt es zudem: "Ich habe damals nicht mit dem Erfolg gerechnet. Ich fand mich gar nicht so verrückt. Mit 16 möchte man ein Stück weit von allen geliebt werden. Mittlerweile ist mir das völlig egal". Seinen Fans, Freunden und seinem Vater Günther ist Daniel aber offensichtlich alles andere als egal. "Ich klammere mich jetzt nur an die Hoffnung, dass irgendwie doch noch alles gut wird", hatte dieser der "Bild" erklärt, nachdem bekannt wurde, dass sein Sohn von Bord der Aidaluna gesprungen war.

Nachdem die Suche nach dem 33-Jährigen eingestellt wurde, meldete sich seine Familie auf seiner Homepage zu Wort und musste in einer herzzerreißenden Nachricht bestätigen, dass sie leider nicht mehr auf ein gutes Ende hoffen könne. "Das große Wunder, auf das wir so sehr gehofft haben, wird sich wohl leider nicht mehr bewahrheiten. Wir trauern sehr um einen liebevollen Menschen, der einen großen Platz in unseren Herzen hinterlässt", heißt es auf der Seite. "Für mich persönlich wird Daniels Art zu lachen, und dass er ein von Grund auf positiver Mensch war, besonders in Erinnerung bleiben", erklärt sein Vater Günther, der sich auch für die große Anteilnahme der Wegbegleiter seines Sohnes bedankt.

Nazi-Bruder starb an Überdosis

Es ist nicht das erste Mal, dass die Familie einen Schicksalsschlag hinnehmen muss. Anfang 2013 war die Leiche von Daniels Bruder Michael halbverwest in einer Wohnung in Berlin-Schöneberg gefunden worden, wie unter anderem der "Berliner Kurier" berichtete. Eine Heroin-Überdosis soll die Todesursache gewesen sein. Das Verhältnis der beiden Geschwister soll kein gutes gewesen sein: Auch Daniels Bruder Michael, zu dem er später den Kontakt abgebrochen haben soll, soll ihn angeblich damals, als er bei seiner Mutter lebte, geschlagen haben, wie es in der Biografie heißt. Michael galt als Problemkind und schaffte demnach gerade so seinen Hauptschulabschluss. Er war ein überzeugter Nazi und ließ sich ein Hakenkreuz auf den Arm tätowieren.

Doch auch wenn die beiden zum Zeitpunkt von Michaels Tod schon lange keinen Kontakt mehr hatten, zeigte sich der Sänger damals betroffen. "Ich bin traurig über den Tod meines Bruders. Ich habe so sehr gehofft, dass er auf die Beine kommt. [...] Ich wünsche ihm, bei Gott im Himmel, seinen ewigen Frieden", habe er der Boulevardzeitung erklärt. Außerdem hat Daniel zwei weitere Geschwister: Andreas und Jasmin.

Im Sommer 2011 ließ sich Küblböck von der wohlhabenden Kerstin Elisabeth Kaiser adoptieren. Seither trägt er offiziell den Doppelnamen Kaiser-Küblböck. "Ja, sie wollte das genauso wie ich. Also kam es vor eineinhalb Jahren in Deutschland zur Adoption. Sie hatte mein Herz berührt, ich ihres. Wir sind seelenverwandt", schwärmte der Sänger Anfang 2013 gegenüber dem Magazin "Bunte".

Diesem erzählt Daniels Freundin Elke Schumann nun auch, dass es zwischen dem 33-Jährigen und seiner Adoptivoma einen "heftigen Streit vor gut zwei Monaten" gegeben haben soll. "Die Omi wollte ihm die Wohnung auf Mallorca, die sie ihm geschenkt hatte, plötzlich wieder wegnehmen. Sie war nicht mehr wiederzuerkennen", erklärt Schumann. Ansonsten habe Daniel angeblich keine finanziellen oder privaten Probleme gehabt.

Rat und Nothilfe
  • Bei Suizidgefahr: Notruf 112
  • Beratung in Krisensituationen: Telefonseelsorge (Tel.: 0800/111-0-111) oder Kinder- und Jugendtelefon (Tel.: 0800/111-0-333; wochentags von 14 bis 20 Uhr)
  • Auf den Seiten der Deutschen Depressionshilfe sind Listen mit regionalen Krisendiensten und mit Kliniken zu finden. Zudem gibt es viele Tipps für Betroffene und Angehörige.
  • In der deutschen Depressionsliga engagieren sich Betroffene und Angehörige, um die Situation und die Versorgung Depressiver zu verbessern. Sie bieten Depressiven ein E-Mail-Beratung als Orientierungshilfe an.
  • Eine Übersicht über Selbsthilfegruppen zur Depression bieten die örtlichen Kontaktstellen (KISS).

Quelle: n-tv.de , lri/spot

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