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Schlag für Spaniens Royals König Felipes Schwager muss ins Gefängnis

Steiler Aufstieg, tiefer Fall: Iñaki Urdangarín.

Steiler Aufstieg, tiefer Fall: Iñaki Urdangarín.

(Foto: REUTERS)

Er war einer der angesehensten Männer Spaniens. Als Handballstar gewann Iñaki Urdangarín Medaillen, nach Karriere-Ende heiratete er sich ins Königshaus ein. Doch vor sieben Jahren begann ein steiler Abstieg.

Hiobsbotschaft für die spanischen Royals um König Felipe VI.: Das Oberste Gericht in Madrid hat eine langjährige Gefängnisstrafe gegen Königsschwager Iñaki Urdangarín in leicht gemilderter Form bestätigt. Das Madrider "Tribunal Supremo" beschloss, dass der 50 Jahre alte Ehemann der Infantin Cristina für fünf Jahre und zehn Monate hinter Gitter muss.

Der frühere Handballstar war im Februar 2017 von einem Gericht in Palma de Mallorca wegen Veruntreuung von sechs Millionen Euro Steuergeldern sowie wegen Geldwäsche, Urkundenfälschung und Betrugs zu sechs Jahren und drei Monaten verurteilt worden. Die Anwälte Urdangaríns hatte gegen das Urteil Berufung eingelegt. In einer ersten Reaktion sagte ein Sprecher des Königshauses, man habe "absoluten Respekt" vor der Entscheidung der Justiz.

Insgesamt waren in der Affäre um die vermeintlich gemeinnützige Stiftung "Nóos" 17 Verdächtige angeklagt worden. Verwickelt war unter anderem der frühere Regionalpräsident der Balearen Jaume Matas, der zu drei Jahren und acht Monaten Freiheitsentzug verurteilt wurde. Für Urdangaríns wichtigsten Geschäftspartner, Diego Torres, gab es fünf Jahre und acht Monate.

Wann geht es ins Gefängnis?

Das Oberlandesgericht der Balearen entscheidet, wann der Verurteilte seine Strafe antreten muss. Das Justizministerium könnte beim König eine Begnadigung beantragen. Und Urdangarín kann außerdem noch vor das Verfassungsgericht ziehen. Falls die Richter die Berufungsklage akzeptieren, könnten sie den Königsschwager bis zu einem endgültigen Urteil auf freiem Fuß lassen. Das gilt aber als sehr unwahrscheinlich. "Urdangarín steht mit einem Fuß im Gefängnis", schrieb die Zeitung "El País".

Cristina war Co-Präsidentin einer der Firmen ihres Gatten und der Beihilfe zum Steuerbetrug bezichtigt worden, sie wurde aber im Prozess in Palma freigesprochen. Sie ist die jüngere der beiden Schwestern von Felipe und die Nummer sechs in der Thronfolge. Cristina war die erste nahe Verwandte eines spanischen Königs, die vor Gericht kam.

Kaum noch Kontakt zum Königshaus

Der im Jahr 2011 ausgebrochene Skandal war einer der schwersten in der Geschichte der spanischen Monarchie. Zusammen mit anderen Affären führte er zu einem raschen Imageverlust des Königshauses. Der damalige Sprecher der Royals sprach 2013 unter anderem von einem "Martyrium". Im Zusammenhang mit den Problemen dankte Cristinas Vater Juan Carlos I. im Juni 2014 zugunsten von Felipe ab.

Seit der Zuspitzung der Finanzaffäre vor mehr als vier Jahren hat das Ehepaar Urdangarín derweil kaum noch Kontakt zum Königshaus. Die beiden wurden nicht nur von allen offiziellen Terminen der "Casa Real" gestrichen, auch privat soll man auf Distanz gegangen sein. Als Juan Carlos zum Beispiel am 5. Januar dieses Jahres im Palacio de la Zarzuela nordwestlich von Madrid mit 70 Angehörigen und Freunden seinen 80. Geburtstag feierte, war das Ehepaar Urdangarín nicht dabei.

Das Paar lebt mit den vier Kindern - drei Jungs und ein Mädchen im Alter zwischen 12 und 18 - ohnehin seit fünf Jahren nicht mehr in Spanien, sondern in einer luxuriösen 12-Zimmer-Wohnung im Zentrum von Genf. Cristina war 2013 inmitten des Skandals von ihrem Arbeitgeber, einer spanischen Großbank, dorthin versetzt worden.

Quelle: n-tv.de , wne/dpa

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