Unterhaltung

"Schlimmste Feinde" der Juden Karl Lagerfeld empört mit Skandal-Auftritt

Bewusst provokant oder einfach nur unbedarft polemisch? Im französischen Fernsehen zieht Modedesigner Karl Lagerfeld einen Vergleich zwischen der Ermordung von Millionen Juden und Merkels Flüchtlingspolitik. Nicht nur die französischen Zuschauer sind empört.

Karl Lagerfeld schafft es erneut, ins Gespräch zu kommen – nur diesmal hat es nichts mit Mode zu tun: der Modeschöpfer hat mit polemischer Kritik an der Flüchtlingspolitik von Kanzlerin Angela Merkel Wirbel in seiner Wahlheimat Frankreich ausgelöst. Nach einem Auftritt bei einer TV-Sendung am vergangenen Wochenende erhielt die staatliche Rundfunkaufsicht CSA Hunderte Beschwerden, wie die Behörde in Paris verlauten ließ.

Bei seinem Auftritt in der Sendung des bekannten Showmasters Thierry Ardisson beim Sender C8 kündigte Lagerfeld an, er werde jetzt "etwas Schreckliches" sagen: "Man kann nicht, selbst wenn Jahrzehnte dazwischen liegen, Millionen Juden töten, um danach Millionen ihrer schlimmsten Feinde zu holen." Der Modedesigner hatte zuvor auf die Frage von Ardisson, ob Merkel einen großen Fehler gemacht habe, mit den Worten "Meiner Meinung nach ja" reagiert.

Dabei habe Merkel es eigentlich "gar nicht nötig gehabt", noch mehr Flüchtlinge aufzunehmen, nachdem schon Millionen gut integrierter Migranten im Land lebten, betonte der 84-jährige Modedirektor von Chanel. Offenbar habe sie aber ihr "Image als Rabenmutter" aus der Griechenland-Krise verbessern wollen, vermutete er.

Die französische Rundfunkaufsicht prüft nun, ob sie eine Rüge gegen die Sendung von Moderator Thierry Ardisson ausspricht. Lagerfeld wurde 1933 in Hamburg geboren, lebt aber mittlerweile seit Jahrzehnten in Frankreich.

Quelle: n-tv.de , hny/dpa/AFP

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