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"Symbol der Schande" Echo-Skandal zieht weiter Kreise

Ihre Echo-Ehrung sorgt weiter für Wirbel: Farid Bang (l.) und Kollegah.

Ihre Echo-Ehrung sorgt weiter für Wirbel: Farid Bang (l.) und Kollegah.

(Foto: picture alliance / Jörg Carstens)

Auch mehrere Tage nach der umstrittenen Echo-Preisverleihung an die Rapper Kollegah und Farid Bang ebbt die Aufregung darum nicht ab. Nun geben andere Preisträger ihre Trophäen unter Protest zurück. Und Peter Maffay fordert harte Konsequenzen.

Er gilt als der wichtigste Musikpreis Deutschlands, doch seit dem Antisemitismus-Skandal um die Preisträger Farid Bang und Kollegah ist der Echo in scharfe Kritik geraten. Allen voran Peter Maffay äußert seinen Unmut über die jüngsten Entwicklungen. Auf Facebook spricht er davon, dass der Echo dieses Jahr "eine Ohrfeige für das demokratische Verständnis in unserem Land" gewesen sei.

Für ihn sei es nun unmöglich zur Tagesordnung überzugehen, macht Maffay deutlich. "Es muss eine Aufarbeitung geben", fordert er. "Rassismus und Gewaltverherrlichung haben in unserem Staat, gerade vor dem Hintergrund unserer Geschichte nichts verloren, genauso wenig und erst recht nicht in der Kunst. Diejenigen, die das missachten, verdienen Null Toleranz. Die 'Künstler' nicht und auch die nicht, die mit ihnen und damit ihren Inhalten ordentlich Geld verdienen."

Weiter kritisiert Maffay: "Verantwortungslosigkeit, Geschmacklosigkeit und Gier müssen entlarvt werden. Die Protagonisten dieser Haltung haben Namen und waren an diesem 12.04.2018 zum großen Teil anwesend. Aber sie haben geschwiegen und sich weggeduckt".

Maffay fordert Rücktritte

Von den Verantwortlichen zeigt sich Maffay enttäuscht. Der Ethikrat sei auf Tauchstation gegangen. Der Geschäftsführer des Bundesverbands Musikindustrie, Florian Drücke, habe lediglich hastig erklärt, "man werde die Statuten, die den Echo regeln, neu verfassen und überarbeiten".

Doch das reiche nicht, findet Maffay, der weitreichende Konsequenzen fordert: "Die Verantwortlichen nehmen ihren Hut und an ihre Stelle treten glaubhafte Personen, die für die Zukunft die nötige Transparenz garantieren." Der Sänger hatte bereits vor der Echo-Verleihung die Macher dafür kritisiert, dass die Zeremonie ausgerechnet am 12. April, dem Holocaust-Gedenktag in Israel, von der Nominierung der beiden Skandal-Rapper überschattet wird.

Farid Bang und Kollegah gewannen den Echo in der Kategorie "Hip-Hop/Urban National", obwohl einzelne Textstellen der Rapper als antisemitisch gewertet werden. So heißt es in einer Textzeile des Albums "Jung, Brutal, Gutaussehend 3" etwa: "Mein Körper definierter als von Auschwitz-Insassen". Der Ethikrat beschäftigte sich zwar damit, gab am Ende aber grünes Licht.

"Für uns nicht tragbar"

Maffay ist nicht der einzige Musiker, der den Echo und seine Verantwortlichen in die Pflicht nimmt. Auch das Notos Quartett, das 2017 mit dem Echo Klassik als Nachwuchskünstler des Jahres ausgezeichnet wurde, hat reagiert und seinen Preis zurückgegeben. Auf Facebook begründet die Gruppe diesen Schritt wie folgt: "Bis vor kurzem war der Echo in unseren Augen der renommierteste und größte Musikpreis Deutschlands. [...] Die Tatsache, dass nun eben dieser Preis offenen Rassismus toleriert, ihm gar eine Plattform bietet und ihn auszeichnet, ist für uns nicht tragbar."

Man habe sich deshalb dazu entschieden, sich vom Echo zu distanzieren und den Preis zurückzugeben, heißt es seitens des Notos Quartetts. "Wir bedauern diese Entscheidung sehr, doch die Echo-Trophäe, die bis zuletzt noch in unserem Probenstudio in Berlin stand, ist für uns nun nichts mehr als ein Symbol der Schande", heißt es am Ende des Statements.

Verzicht auf Lebenswerk-Echo

Mittlerweile meldete sich zudem Klaus Voormann zu Wort. Der als "fünfter Beatle" bekanntgewordene Musiker war bei der diesjährigen Echo-Zeremonie für sein Lebenswerk ausgezeichnet worden. Die Laudatio auf ihn hielt BAP-Frontmann Wolfgang Niedecken. Auch Voormann will die Auszeichnung nicht länger haben.

"Nach langem Überlegen habe ich mich heute entschieden, meinen Echo zurückzugeben. Dies geschieht, um mein Unverständnis auszudrücken gegenüber der Verantwortungs- und Geschmacklosigkeit aller verantwortlichen Beteiligten, die es nicht geschafft haben, rechtzeitig Konsequenzen zu ziehen", teilte er mit.

Während der Echo-Preisverleihung selbst hatte lediglich Toten-Hosen-Frontmann Campino in seiner Dankesrede Kritik an Farid Bang, Kollegah sowie den Echo-Verantwortlichen geübt.

Quelle: n-tv.de , vpr/spot

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