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Verkauf auch an Kinder möglich Bushido-Album nicht mehr auf dem Index

Die Anwälte von Bushido, Mirko Lenz (li.) und Heiner Bindhardt, im Oberverwaltungsgericht Münster.

Die Anwälte von Bushido, Mirko Lenz (li.) und Heiner Bindhardt, im Oberverwaltungsgericht Münster.

(Foto: picture alliance / Guido Kirchne)

Der Rapper Bushido hat vor Gericht gewonnen. Sein Album "Sonny Black" ist zu Unrecht jugendgefährdend, entscheiden Richter in Münster. Der Streit um Jugendschutz und Kunstfreiheit ist damit aber noch nicht beendet.

Bushidos umstrittenes Album "Sonny Black" ist nach einem Urteil des Oberverwaltungsgerichts Münster zu Unrecht als jugendgefährdend eingestuft worden. Wird das Urteil rechtskräftig, dürfte das Album wieder an Minderjährige verkauft werden. Die Richter entschieden, die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien habe nicht sorgfältig genug zwischen Jugendschutz und Kunstfreiheit abgewogen.

Das Gericht bemängelte vor allem, dass die Behörde sich vor ihrer Entscheidung nicht die Mühe gemacht habe, die weiteren Beteiligten anzuhören. Die Bundesprüfstelle hatte "Sonny Black" 2015 auf den entsprechenden Index gesetzt. Die Prüfer hatten die Indizierung damit begründet, dass in den Texten Gewalt und ein krimineller Lebensstil verherrlicht würden. Zudem seien viele Textpassagen frauen- und homosexuellenfeindlich.

Bushidos Anwälte setzen dem entgegen: Jugendliche seien heutzutage wirklichkeitsnäheren Darstellungen von Gewalt und Sex ausgesetzt. Es fehlten zudem bis heute Nachweise für die verrohende Wirkung von Gangster-Rap. Vielmehr deutete sich an, dass das Genre auch eine identitätsstiftende Wirkung habe und so den jungen Hörern Halt geben könne.

An dem 2014 erschienenen Album mitgewirkt hatten acht weitere Texter und Komponisten, unter anderem auch die wegen Antisemitismus-Vorwürfen in die Schlagzeilen geratenen Rapper Kollegah und Farid Bang. Mit ihrer Entscheidung kippten die Richter des nordrhein-westfälischen Oberverwaltungsgerichts die Entscheidung aus der Vorinstanz. Die Revision am Bundesverwaltungsgericht ließen die Richter zu.

Quelle: n-tv.de , cam/dpa

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