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Schwimmende Superlative Leinen los, "Symphony of the Seas"

Die "Symphony of the Seas" ist ein Schiff der Superlative. Manchmal ist es nicht einfach, sich zu orientieren.

Die "Symphony of the Seas" ist ein Schiff der Superlative. Manchmal ist es nicht einfach, sich zu orientieren.

(Foto: J. Zeh)

Immer mehr Menschen wollen Urlaub auf einem Kreuzfahrtschiff machen. Immer mehr Schiffe werden dafür gebaut. Wer auf Superlative setzt, kann auf dem größten Kreuzfahrtschiff der Welt einchecken. Angst vor Reizüberflutung darf man nicht haben.

Wer sich für Urlaub auf einem Kreuzfahrtschiff entscheidet, will viel für sein Geld bekommen: verschiedene Orte sehen, aufs Meer schauen, während man in einem Whirlpool sitzt, und mehrmals am Tag gut und reichlich essen, während die Kinder von Fachpersonal bespaßt werden. Sport, Spa und Wellness sowie ein reiches Unterhaltungsprogramm gehören zu modernen Kreuzfahrten genauso wie Yoga-, Tanz- und Kochkurse. 

Das alles gibt es auch auf Schiffen der Reederei Royal Caribbean International. Doch die Kreuzfahrtgesellschaft will noch mehr. Sie setzt auf Größe und Superlative. Mit dem neuesten größten Kreuzfahrtschiff der Welt, der "Symphony of the Seas", wird nicht nur das Schwesternschiff, die "Harmony of the Seas", nach nicht einmal zwei Jahren als bisherige Rekordhalterin abgelöst, sondern auch eine ganze Reihe neuer Attraktionen und Superlativen präsentiert. Dabei sollen vor allem Spaß und Abenteuer für die ganze Familie im Vordergrund stehen.

Grell, laut und viel

Einen ersten Eindruck vom nun größten schwimmenden Freizeit- und Erlebnispark der Welt durften sich geladene Gäste bereits vor der offiziellen Jungfernfahrt machen. Und tatsächlich: Nicht nur die Größe des Schiffes, sondern auch die Fülle an Angeboten lassen einem den Atem stocken. Betritt man den Riesen, dann ist es erst einmal grell, laut und sehr viel, was man außer dem Meer noch zu sehen bekommt.

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Nun ist Orientierung vonnöten. Dabei hilft vor allem der "Central Park" auf Deck acht. Der mit 12.000 Pflanzen begrünte Innenhof in der Mitte des Riesen ist charakteristisch für alle vier Schiffe der Oasis-Klasse. Der Bereich soll mit Vogelgezwitscher vom Band zum Flanieren einladen. Hier gibt es verschiedene Lokalitäten, Edel-Boutiquen und sogar Schirme an den Eingängen, falls es mal regnet. Zudem erwartet die "Rising Tide Bar", die zwischen der "Royal Promenade" auf Deck fünf und dem "Central Park" auf Deck acht im Stundentakt hoch- und runterfährt, zahlungswillige Gäste. Neben etwa 20 Pools, Wasserrutschen, Whirlbecken und Anlagen zum Surfen, zwei Kletterwänden, verschiedenen Bühnen und Kasinos gibt es auch etwa 20 Restaurants und Bars an Bord.

Unzählige Attraktionen

Wie bei jeder Vorgängerin der Oasis-Klasse haben sich die Verantwortlichen auch für die "Symphony of the Seas" einige Innovationen einfallen lassen. Da gibt es die größte auf einem Schiff befindliche Trockenrutsche der Welt, eine knallbunte Familienunterkunft und sogar eine Eisbahn, die sich im Studio B tief im Inneren des Schiffes verbirgt. Neue Restaurant-Konzepte, ein noch größeres Kasino und neue, buntere, schnellere Shows wie beispielsweise "Hiro" im Aquatheater sollen vor allem eines: Urlauber an Bord der "Symphony of the Seas" locken und unterhalten.

An Attraktionen mangelt es auf dem größten Passagierschiff der Welt nicht.

An Attraktionen mangelt es auf dem größten Passagierschiff der Welt nicht.

(Foto: J. Zeh)

Insgesamt stehen den Gästen 24 teilweise gläserne Aufzüge zur Verfügung. Alle zeigen den aktuellen Wochentag auf dem Boden an, denn den kann man bei so vielen Eindrücken schnell mal vergessen. Trotz der Aufzüge sollte man gut zu Fuß sein, denn wenn man nur einen Teil der vielen verschiedenen Angebote an Bord nutzen will, muss man einige Meter oft über sehr weichen Bodenbelag, zurücklegen. Klar - bei einer Schiffslänge von knapp 362 Metern!

Stellt man sich alle Angebote an Bord in einer Gemeinde an Land mit knapp 7000 Einwohnern und 2200 Angestellten vor, dann wäre das ein Ort, der schnell an das rauschende Las Vegas erinnert - allerdings speziell für Familien konzipiert und über 16 Etagen verteilt. Das und der Gedanke an ein Schiff, auf dem fast 9000 Personen sind, macht einigen Menschen eher Angst als Lust auf diese Art von Urlaub. Dennoch ist das neue größte Kreuzfahrtschiff für die nächsten Wochen auf ihrer Tour im Mittelmeer bis auf wenige Restplätze ausgebucht, bevor sie im November nach Miami versetzt wird.

Kabinen, soweit das Auge reicht.

Kabinen, soweit das Auge reicht.

(Foto: J. Zeh)

Das Schiff als Destination

Vielfalt und Auswahl auf solchen Riesenkreuzern ist also nicht nur bei US-amerikanischer Kundschaft gefragt. Sie scheint auch in Europa gut anzukommen. Das Konzept, das Schiff als eigentliches Reiseziel mit einer Fülle von Freizeitangeboten zu gestalten und die angelaufenen Häfen als zusätzliches Angebot zu präsentieren, scheint sogar aufzugehen. Möglichst große Kreuzfahrtschiffe zu bauen, ergibt aus Sicht der Reederei Sinn. Das bestätigt auch Royal-Caribbean-International-Präsident Michael Bayley auf einem Pressetermin an Bord. Er erzählte davon, dass bereits 1982, als die "Song of America" vorgestellt wurde, viele gesagt hätten, das Schiff sei zu groß und niemand wolle deshalb damit fahren. Trotz dieser Vorbehalte kam es anders.

Die  Kreuzfahrtbranche boomt weiter und so sind auch die nächsten beiden Neubauten der Reederei bereits geplant. Auch diese Schiffe, die 2022 und 2024 in Dienst gestellt werden sollen, sollen etwas größer und damit zu neuen Rekordhalterinnen werden. Allerdings soll die neue sogenannte Icon-Klasse nicht mehr wie alle vier Oasis-Schiffe mit Schweröl sondern mit klimafreundlicherem Flüssiggas angetrieben werden.

Immer öfter melden sich Umweltschutzverbände mit Kritik an dieser Art des Urlaubs zu Wort. Die "Symphony of the Seas", die am 7. April in Barcelona zu ihrer Jungfernfahrt startet und am 8. April in Palma de Mallorca einläuft, soll am Kreuzfahrtterminal in Palma mit einer Demonstration empfangen werden. Aufgerufen dazu hat die Umweltschutzorganisation GOB. Angeprangert werden soll die Umweltverschmutzung durch Oceanliner. Zudem wird kritisiert, dass innerhalb sehr kurzer Zeit Tausende von Kreuzfahrturlaubern die Innenstadt der ohnehin schon durch Touristen überlasteten Stadt überschwemmen.

Dieser Artikel ist im Rahmen einer Pressereise entstanden.

Quelle: n-tv.de

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