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Nachfrage sinkt Steht der Passat in Europa vor dem Aus?

Im Jahr 2015 wurde der Passat noch als neue Business Class gefeiert.

Im Jahr 2015 wurde der Passat noch als neue Business Class gefeiert.

(Foto: picture alliance / dpa)

Dass Hersteller Autos aus dem Programm nehmen, die nicht laufen, ist nicht neu. Dass aber ein Auto wie der Passat jetzt auf der Streichliste des VW-Konzerns auftaucht, ist schon ein Hammer. Die Wolfsburger haben andere Pläne.

Der VW Passat könnte in Westeuropa vor dem Aus stehen. Nach Informationen der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" (HAZ) denkt VW darüber nach, die Produktion des Mittelklassemodells in Emden zu stoppen und in dem Werk stattdessen Elektroautos zu bauen. 2022 würde dann der letzte Passat vom Band rollen. Eine Entscheidung soll Mitte November auf der Sitzung des Aufsichtsrats fallen. Ganz verschwinden dürfte die Modellreihe von den Straßen der Welt aber in keinem Fall.

Nach ursprünglichen Plänen sollten in diesem Jahr 251.000 Passat an der Nordseeküste gefertigt werden, bis Ende Dezember werden es laut HAZ aber nur 229.000 Einheiten sein. Die 8700 Beschäftigten haben sich in diesem Jahr schon an Kurzarbeit und ausgefallene Schichten gewöhnen müssen. Hintergrund ist nicht zuletzt die sinkende Nachfrage nach dem Mittelklassemodell: Während der Passat in Deutschland trotz der wachsenden Konkurrenz durch SUVs seit Jahren regelmäßig in die Top-5 der meistverkauften Pkw fährt, tauchte er im Rest Europas zuletzt nicht einmal mehr unter den 25 beliebtesten Modellen auf.

Zu wenig Einheiten verkauft VW vom Passat inzwischen in Westeuropa.

Zu wenig Einheiten verkauft VW vom Passat inzwischen in Westeuropa.

Große und relativ teure Mittelklasseautos sind vor allem in Südeuropa kaum gefragt – und wenn, dann werden eher Prestigemodelle wie die Mercedes C-Klasse (Platz 20 im September mit knapp 13.000 Einheiten) gekauft. Weltweit gesehen liegt der Emdener mit rund 319.000 Einheiten im laufenden Jahr zwar noch auf Rang 19, mitgezählt sind da jedoch die technisch nur noch entfernt verwandten Modelle in China und den USA, die auch vor Ort produziert werden und nicht von einer Werksschließung in Emden betroffen wären. Vielmehr zählen der Passat und seine Ableger in China seit Jahrzehnten zu den Bestsellern der Marke, in den USA soll die erst 2016 erneuerte Limousine die Vormachtstellung der Japaner in diesem Segment brechen.

SUV und E-Autos in Deutschland

In Deutschland und Europa könnten einerseits die SUV-Modelle von VW den Passat ersetzen, andererseits die kommenden Elektroautos der I.D.-Familie. Der für 2020 angekündigte VW Neo platziert sich mit seinen Golf-ähnlichen Außenabmessungen zwar theoretisch in der Kompaktklasse, soll innen dank des platzsparenden Antriebs aber so viel Raum bieten wie ein Passat. Gebaut wird der Neo in Volkswagens erstem reinen E-Auto-Werk in Zwickau.

Sollte die Nachfrage steigen und parallel die Produktpalette ausgebaut werden, dürfte die dortige Kapazität nicht lange reichen. Emden könnte dann zum zweiten Elektro-Werk werden. Ein Teil der Belegschaft würde dann aber wohl nicht mehr benötigt, da die Produktion von E-Modellen weniger komplex ist als die von Autos mit Verbrennungsmotor.

Die aktuelle, möglicherweise letzte Generation des VW Passat ist Ende 2014 gestartet und dürfte im kommenden Jahr ein Lifting erhalten. 2022 wäre dann spätestens das Ende des üblichen Modelllebenszyklus erreicht. Der erste Passat kam 1973 auf den Markt, seitdem sind fünf Generationen gefolgt.

Quelle: n-tv.de , hpr/sp-x

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