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Mal wieder Sport treiben? Corvette Coupé - brachiales US-Urgestein

Verfügt über alle klassischen Zutaten eines US-amerikanischen Sportwagens: die Corvette als Coupé.

Verfügt über alle klassischen Zutaten eines US-amerikanischen Sportwagens: die Corvette als Coupé.

(Foto: Chevrolet)

Wer sich einen Sportwagen abseits der üblichen Verdächtigen gönnen möchte, für den könnte die Coupé-Variante der Corvette interessant sein. Denn das Chevrolet-Modell ist in allen Belangen ein echtes American-Dream-Car.

Hochmotorisierte SUV oder Limousinen gibt es heute bei vielen Marken zu kaufen, ebenso Coupés oder Roadster mit eher durchschnittlichen Leistungswerten. Echte, vor Leistung und Drehmoment strotzende, ernsthafte Sportwagen sind dagegen gar nicht so häufig anzutreffen. Und wenn, dann ist es ein Porsche oder ein Ferrari. Wie langweilig. Wer sich fürs neue Jahr vorgenommen hat, mal wieder ernsthaft Sport zu treiben, dabei auf Tradition Wert legt, aber nur ungerne in den sechsstelligen Preisbereich geraten möchte, könnte auf eine Amerikanerin kommen: die Corvette.

1953 erstmals vorgestellt, ist seit 2013 mittlerweile die siebte Generation dieses American-Dream-Cars am Start. Mit eben jenen Zutaten, die einen über den großen Teich gebrachten Sportwagen klassischerweise auszeichnen: einem richtig großer Motor ohne Turbodoping, Transaxle-Getriebe für eine ausgeglichene Gewichtsverteilung auf die Achsen und einem recht günstigen Preis. Denn für einen ähnlich leistungsstarken Porsche 911 (GT 3 mit 500 PS) muss man bei deutlich weniger Ausstattung, aber auch deutlich mehr Perfektion im Detail, einen rund 50-prozentigen Aufschlag einkalkulieren.

Die "Vette" muss sich in Sachen Fahrspaß nicht verstecken, hat aber auch ihre Schwachpunkte.

Die "Vette" muss sich in Sachen Fahrspaß nicht verstecken, hat aber auch ihre Schwachpunkte.

(Foto: Chevrolet)

Ein wenig ungehobelt

Was Fahrspaß angeht, braucht sich die Corvette nicht hinter den Sportwagen der großen europäischen Marken zu verstecken. Der Unterschied liegt hier im Detail. Wer es maximal direkt mag, vielleicht sogar bewusst etwas ungehobelt, der könnte mit dem Zweisitzer richtig glücklich werden. Der brachiale V8 mit 6,2 Litern Hubraum ist allerdings kein sparsames Aggregat. Da hilft auch die serienmäßige Zylinderabschaltung nichts. Aber das hätte man von einem US-amerikanischen Wagen auch nicht anders erwartet. Trotzdem: An die 15 Liter Durchschnittsverbrauch lassen einen schon schlucken. Zumal man auch locker auf volle 20 Liter kommen kann, wenn man der Corvette ernsthaft die Sporen geben will.

Und die gibt man dem dank Alu-Rahmenstruktur und einigen Karbonteilen nur etwas über 1,5 Tonnen wiegenden Sportwagen gerne. Das Fahrwerk mit aktiver Dämpferverstellung ist präzise austariert, die Gewichtsverteilung von exakt 50:50 zwischen Vorder- und Hinterachse perfekt und die Lenkung könnte kaum direkter sein. Aus Kurven heraus wirkt das Heck manchmal etwas tänzerisch, aber das steigert den Fahrspaß eher noch. Fünf Fahrmodi bietet die Corvette ihrem Dompteur an: neben "Weather" und "Eco" - die man wohl tatsächlich nur für besondere Situationen nimmt - auch noch die Option "Tour" sowie "Sport" (fein für die Autobahn) und "Track".

Blick in den Innenraum.

Blick in den Innenraum.

(Foto: Chevrolet)

Starker Antrieb, viel Ausstattung

Weniger Spaß macht leider das manuelle Siebengang-Getriebe, es ist etwas hakelig, die Schaltwege sind zu unpräzise, die Gänge sechs und sieben sehr lang übersetzt, was nicht zum sportlichen Anspruch passen will und vermutlich nur geschieht, um ein paar Zehntel Liter beim Verbrauch einzusparen. Dafür sind die Brembo-Bremsen nichts weniger als überragend, sie bringen die Corvette aus 100 km/h Geschwindigkeit laut Test von Fachzeitschriften in knapp über 30 Metern zum Stehen. Haben wir nicht nachgemessen, glauben wir aber sofort.

In Sachen Materialien und Verarbeitungsqualität kann die Corvette mit einem Porsche nicht mithalten, das darf man angesichts des Preises auch nicht erwarten. Immerhin packt Chevrolet aber nicht nur einen starken Antrieb in die Corvette, sondern auch jede Menge an Ausstattung - vom Navi mit 8-Zoll-Touchscreen über eine Bose-Soundanlage und elektrisch verstellbare Ledersitze bis hin zu Internetverbindung, Head-up-Display und Vorder- sowie Rückfahrkamera. Und die Innenraumqualität kann sich trotzdem durchaus sehen lassen, war zumindest bei einer Corvette nie besser.

Auch das Außendesign mit den kantigen Linien hätte gefallen, wenn das Testauto nicht mit dem optionalen Z07-Performance-Paket ausgestattet gewesen wäre. Die Karbon-Anbauteile übertreiben den Gesamtauftritt deutlich und verschieben die Corvette in Richtung Poser-Proll-Auftritt. Diese 14.500 Euro kann man sich also sparen. Dagegen sind die 1850 Euro für das abnehmbare Dachelement eher zu empfehlen. Es bringt ein wenig Cabrio-Feeling ins Fahrzeug für all jene, die sich nicht gleich für 5000 Euro Aufpreis das Corvette Cabrio gönnen. Und wollten Sie nicht sowieso in diesem Jahr mehr Zeit an der frischen Luft verbringen?

Quelle: n-tv.de , kse/sp-x

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