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Mehr als alle anderen Hersteller BMW fährt großes Programm auf der EICMA

Keine Schraube ist bei der neuen S 1000 RR so wie bei der Vorgängerin, verspricht BMW.

Keine Schraube ist bei der neuen S 1000 RR so wie bei der Vorgängerin, verspricht BMW.

BMW fährt auf der EICMA ganz groß auf. Reisefreunde dürfen sich auf eine neue R-Baureihe freuen. Die Sportfraktion wird vonder neuen S 1000 RR verzückt sein und für den Rest bleibt die F 850 GS und ein ganz neuer Scooter C 400 X.

BMW stellt auf der Motorradmesse EICMA (8. bis 11. November) gleich sechs neue Motorräder und Roller vor, mehr als alle anderen Motorradhersteller. Drei sind Boxermodelle, die es bisher schon als 1200er gab und die nun den neuen, mit einer variablen Ventilsteuerung ausgestatteten 1250er Motor bekommen. Vollkommen neu entwickelt wurde das Superbike S 1000 RR, das sich vom gleichnamigen Vormodell bis zur letzten Schraube unterscheidet und nun bei rund zehn Kilogramm weniger Gewicht fast 10 PS mehr leistet. Ebenfalls neu ist die Fernreise-Version der Mittelklasse-Reiseenduro F 850 GS mit dem Namenszusatz "Adventure". Außerdem wird das Roller-Angebot in der Mittelklasse ausgebaut: Zum erst seit Frühjahr 2018 auf dem Markt erhältlichen C 400 X kommt im nächsten Jahr das Modell C 400 GT dazu.

Neue Reisetourer R 1250

Die stückzahlmäßig größte Bedeutung im Modell-Portfolio der Bayern hat die Einführung des weiterentwickelten Boxermotors in alle Modelle der R-Baureihe. Für die Reiseenduro R 1250 GS und den Reisetourer R 1250 RT wurde die Neumotorisierung bereits vorgestellt. Der Roadster R 1250 R, der darauf basierende Sporttourer R 1250 RS und die Ultra-Reiseenduro R 1250 GS Adventure sind erstmals in Mailand zu sehen. Haupt-Unterscheidungsmerkmal zum 125 PS starken 1200er Flattwin ist die variable Ventilsteuerung Shiftcam für den Einlasstrakt.

Neu auf der EICMA ist auch die gesamte Range der R 1250er Reihe.

Neu auf der EICMA ist auch die gesamte Range der R 1250er Reihe.

Die unterschiedlichen Nocken für Teil- und Vollastbetrieb sorgen mit 136 PS für mehr Leistung, effizientere Verbrennung und ein noch angenehmeres Laufverhalten des Motors. Zusammen mit weiteren Änderungen bei Nockenwellenantrieb, Motorsteuerung, Einspritzventilen sowie einer gesteigerten Ölversorgungs-Sicherheit ergibt sich auch ein günstigeres Verbrauchsverhalten: Die neuen Boxermotoren, deren maximales Drehmoment von 125 auf 145 Newtonmeter gestiegen ist, kommen laut Datenblatt nun auf 100 Kilometern mit 4,75 statt 4,95 Litern Treibstoff aus.

Daneben gibt es bei den Boxermodellen auch Änderungen bei der Ausstattung. Serienmäßig sind jetzt bei allen Modellen die automatische Stabilitätskontrolle ASC sowie der Anfahrassistenten Hill Start Control. Zahlreiche weitere elektronische Assistenzsysteme sind als Sonderausstattung erhältlich. Das elektronische Fahrwerk Dynamic ESA, schon bisher von den meisten Käufern geordert, wird durch einen vollautomatischen Beladungsausgleich erweitert, was Komfort und Fahrsicherheit steigert. Serienmäßig wird bei der R 1250 RS und der R 1250 GS Adventure künftig ein LED-Scheinwerfer eingebaut; LED-Tagfahrlicht bleibt dagegen bei allen Modellen Sonderausstattung. Alle drei neuen Boxermodelle erhalten das 6,5 Zoll große Vollfarb-Display auf TFT-Basis mit integrierten Konnektivitäts-Funktionen.

Mehr Leistung, mehr maximales Drehmoment, zeichnen die neue R-Reihe aus.

Mehr Leistung, mehr maximales Drehmoment, zeichnen die neue R-Reihe aus.

Die R 1250 R ist ab Februar für mindestens 13.750 Euro im Handel, die R 1250 RS folgt einen Monat später und kostet ab 14.400 Euro. Die fahrfertig 279 Kilo schwere R 1250 GS Adventure kommt im Dezember zu den Händlern und ist ab 17.700 Euro zu haben.

Vollkommen neue S 1000 RR

Den größten Entwicklungsaufwand der Messepremieren betrieb BMW bei der vollkommen neu aufgesetzten S 1000 RR. Motor, Fahrwerk, Bremsen, Elektronik – überall finden sich am weiß-blauen Superbike neue Komponenten. Denn das neue Modell sollte den zehn Jahre die Superbike-Klasse dominierenden Vorgänger in allen Disziplinen übertreffen. "Das Ziel war, eine Sekunde pro Runde schneller zu werden, das Motorrad um 10 Kilo zu erleichtern und einfacher beherrschbar zu machen", so Claudio De Martino, Leiter des Fahrzeugtechnik-Teams.

Auch die S 1000 RR ist auf 207 PS erstarkt.

Auch die S 1000 RR ist auf 207 PS erstarkt.

Die Leistung des neuen, ebenfalls mit variabler Ventilsteuerung ausgerüsteten und vier Kilogramm leichteren Vierzylinder-Reihenmotors beträgt nun 207 PS, acht PS mehr als bei der Vorgängerin. Die Mehrleistung geht einher mit einer Gewichtsreduzierung von 208 auf 197 Kilogramm. Wer das neue M-Paket (Fahrmodus Pro, Sportlackierung, M-Carbonräder, leichtere Batterie, Sportsitz, etc.) für 3500 Euro Aufpreis ordert, kommt auf 193,5 Kilogramm. Der Grundpreis der S 1000 RR liegt bei 18.750 Euro.

Neu an der bayerischen Doppel-R ist auch der Alu-Brückenrahmen des Fahrzeugs, nunmehr "Flex-Frame" genannt. Der um 1,3 Kilo erleichterte Rahmen integriert den Motor weit stärker als mittragend. Zusätzlicher Vorteil der neuen Rahmenkonstruktion ist eine verbesserte Ergonomie für den Fahrer. Auf den letzten Stand gebracht wurde auch die Fahrzeug-Elektronik: Neben zahlreichen Fahrmodi gibt es Assistenzsysteme für "Raketenstarts", fürs optimale Kurvenfahren und das Bremsen bei starker Schräglage. Eine Wheelie-Kontrolle ist serienmäßig.

Die Adventure-Variante der F 850 GS wird ebenfalls auf der EICMA präsentiert.

Die Adventure-Variante der F 850 GS wird ebenfalls auf der EICMA präsentiert.

Ebenfalls neu im bayerischen Modell-Portfolio ist die Adventure-Variante der F 850 GS. Sie kommt mit 23-Liter-Tank, längeren Federwegen und diversen modifizierten Details, die insbesondere bei anspruchsvollen Fernreisen das Fahren leichter machen können. Mit dem Ausstattungsplus ist allerdings auch eine Gewichtszunahme auf von 229 auf 244 Kilogramm verbunden. Letzte Neuheit bei den Bayern ist die GT-Version des ganz neuen Scooters C 400 X. Er ist mit Voll-LED und Keyless-System nicht nur opulenter ausgestattet, sondern nun auch schicker gezeichnet.

Quelle: n-tv.de , hpr/sp-x