Fundsache

Fundsache, Nr. 1346 Menschenschädel aus Mittlerem Pleistozän

Bei der Datierung gebe es keine Zweifel, sagen die Forscher.

Bei der Datierung gebe es keine Zweifel, sagen die Forscher.

(Foto: picture alliance / -/University )

Er gilt als eines der ältesten Fossilien seiner Art: In Portugal stoßen Forscher auf einen menschlichen Schädel, der bereits 400.000 Jahre alt ist. So weit westlich in Europa ist das eine Besonderheit.

Wissenschaftler haben in Portugal einen etwa 400.000 Jahre alten menschlichen Schädel gefunden - eines der ältesten derartigen Fossilien, die je in Europa entdeckt wurden. Die Forscher um João Zilhão von der Universität Barcelona seien in einer Ausgrabungsstätte bei Aroeira auf den Schädel gestoßen, teilte die an den Grabungen beteiligte Universität Complutense Madrid (UCM) mit. Die Forschungsergebnisse wurden in den "Proceedings" der US-Nationalen Akademie der Wissenschaften veröffentlicht.

Die Archäologin Montserrat Sanz bezeichnete den Fund als "unerwartetes Geschenk". Das Team habe am letzten Tag von Grabungen im Jahr 2014 plötzlich neben einer Säule den Schädel entdeckt. Auch Tierreste und Steinwerkzeuge seien gefunden worden sowie Hinweise darauf, dass die damaligen Menschen Feuer nutzten.

Während es bei anderen Funden aus der gleichen Epoche oft Zweifel an der genauen Datierung gebe, sei diese im Fall des Schädels von Aroeira eindeutig, so die Forscher. Nie zuvor sei so weit westlich in Europa ein menschliches Fossil des Mittleren Pleistozäns gefunden worden. Der Schädel leiste einen Beitrag zur Debatte um den Ursprung der Neandertaler und die Entwicklung des Menschen in Europa.

Quelle: n-tv.de , asc/dpa

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