Fundsache

Fundsache, Nr. 1089 Fossilien füllen Lücke

Zwischen einem und zwei Metern lang schätzen Wissenschaftler die Größe eines amphibischen Tieres, dessen ungefähr 360 Millionen Jahre alten Fossilien jetzt gefunden wurden.

Zwischen einem und zwei Metern lang schätzen Wissenschaftler die Größe eines amphibischen Tieres, dessen ungefähr 360 Millionen Jahre alten Fossilien jetzt gefunden wurden.

(Foto: dpa)

Ein Glücksfall für die Forschung: In Schottland entdeckte Fossilien liefern Informationen, wie sich die ersten Wirbeltiere an Land entwickelt haben - und schließen eine Millionen-Jahre-Lücke in der Paläontologie.

Lange rätselten Paläontologen über eine Millionen Jahre umspannende Fundlücke - im südlichen Schottland entdeckte Fossilien haben sie nun weiter geschlossen. Die fossilienarme Zeit vor etwa 365 bis 359 Millionen Jahren werde als "Romer-Lücke" bezeichnet und habe ursprünglich sogar 30 Millionen Jahre umfasst, schreiben britische Forscher in den "Proceedings" der US-Akademie der Wissenschaften (PNAS).

Die nun datierten Fossilien bieten dem Bericht zufolge wichtige Informationen zur Entwicklung der ersten terrestrischen Wirbeltiere. Und sie zeigten, dass die Lücke auf einem Mangel an Fundstücken beruhte - und nicht auf einem Mangel an Tieren zu jener Zeit.

Die fossilen Überreste eines amphibischen Tieres haben in Steinen die vergangenen 360 Millionen Jahre überdauert.

Die fossilen Überreste eines amphibischen Tieres haben in Steinen die vergangenen 360 Millionen Jahre überdauert.

(Foto: dpa)

Das Team um Jennifer Clack von der Universität von Southhampton berichtet von Überresten von Tieren, die an mehreren Stellen im Süden Schottlands gefunden wurden und die sowohl marines als auch terrestrisches Leben repräsentieren. Mit ihnen lasse sich die bisherige Lücke zwischen hauptsächlich im Wasser lebenden Tetrapoden des Devon mit vielen primitiven Merkmalen und späteren, landlebenden Tetrapoden mit Merkmalen moderner vierbeiniger Tiere füllen.

Die ursprünglichen Formen sind demnach oft etwa ein bis zwei Meter lang, besitzen flossenähnliche Gliedmaßen und verhältnismäßig lange, abgeflachte Köpfe. Die weiter entwickelten Tiere wiesen hingegen eine größere Vielfalt sowie schmalere Köpfe auf. Die Fossilien geben Clacks Team zufolge Hinweise, wie die Anpassungen an ein Leben an Land vonstattengingen. Und sie zeigen, so die Forscher, dass einige Tetrapoden-Linien wohl viel früher entstanden als bislang angenommen.

Ursache für Massensterben weiter unklar

Einer Theorie nach schuf ein Massenaussterben vor 360 Millionen Jahren die Voraussetzungen dafür, dass moderne Fische und erste Landwirbeltiere sich entwickeln und durchsetzen konnten. Das Devon, das vor 416 Millionen begann und vor 359 Millionen endete, gilt als das Zeitalter der Fische. Zu jener Zeit begannen Vorformen der späteren Landwirbeltiere mit ersten Anpassungen an ein Leben außerhalb des Wassers. Vor 360 Millionen Jahren, am Übergang vom Devon zum Karbon, gab es einen Einschnitt: Viele Tierformen wurden verdrängt, die modernen Wirbeltiere eroberten die Erde. Vermutete Ursache der massiven Veränderungen: ein weltweites Massensterben, dessen mögliche Ursache aber noch unklar ist.

Quelle: n-tv.de , dpa

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