Frage & Antwort

Frage & Antwort, Nr. 326 Was macht Spargel mit dem Urin?

Köstlich! Doch der Urin riecht nach dem Spargel-Essen verdammt streng. Woran liegt das?

Köstlich! Doch der Urin riecht nach dem Spargel-Essen verdammt streng. Woran liegt das?

(Foto: picture alliance / dpa)

Spargel ist ja wirklich lecker. Aber wieso stinkt der Urin immer so, wenn man Spargel gegessen hat? Hat das mit Giftstoffen zu tun, die er aus dem Körper spült? (fragt Stefanie A. aus Köln)

Spargel ist gesund. Er enthält Kalium, Kalzium und Phosphor, ist reich an Vitaminen und liefert Ballaststoffe, die die Verdauung fördern. Außerdem wirkt er harntreibend; er regt die Nieren merklich zur Entwässerung an. Deshalb wird den weißen Stangen gern eine entschlackende Wirkung zugeschrieben. Aber mit einer Ausscheidung "abgelagerter Giftstoffe" hängt der penetrante Urin-Geruch nach dem Spargel-Verzehr trotzdem nicht zusammen. Ob es eine solche Entschlackung überhaupt gibt, darf angezweifelt werden. Denn solange das Zusammenspiel der Organe gut funktioniert, setzt sich im menschlichen Körper nichts fest. Alle Rückstände und Schadstoffe, alles, was nicht verwertbar ist, wird in der Regel zuverlässig über Nieren und Darm ausgeschieden. Dafür braucht es keinen Spargel.

Wie streng der Urin nach dem Spargelessen riecht, ist also kein Gradmesser dafür, wie viele Gifte gerade den Körper verlassen haben. Diese Gleichung geht nicht auf. Was dank Spargel ausgeschieden wird, hat man zuvor mit dem Spargel zu sich genommen. Und dazu gehört Asparagusinsäure. Sie ist in Spargel - und nur in Spargel - enthalten. Wissenschaftler nehmen an, dass sie das Gemüse vor Bakterien schützt.

Ein Enzym, das nicht jeder hat

Diese Asparagusinsäure ist es, die dem Harn nach dem Spargel-Verzehr die charakteristische Duftnote verleiht. Wird sie im menschlichen Organismus verstoffwechselt, entstehen dabei nämlich stinkende Schwefelverbindungen. Und die steigen einem in die Nase, wenn sie den Körper mit dem Urin verlassen; ein Prozess, der schon kurz nach der Mahlzeit einsetzt.

Doch es kennen gar nicht alle Menschen diese Begleiterscheinung des Spargelgenusses; nicht alle verdauen Spargel auf die gleiche Weise. Nur etwa jeder Zweite verfügt über das Enzym, das nötig ist, um Asparagusinsäure zu spalten. Die andere Hälfte der Menschheit verdaut den Spargel, ohne dass dabei geruchsintensive Abbauprodukte im Urin entstehen. Zu welcher Hälfte man gehört, bestimmt ein Gen. Es wird dominant vererbt. So reicht also ein Elternteil, das über das Enzym verfügt, damit auch die Kinder vom "Spargel-Pipi" reden.

Quelle: n-tv.de

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