Frage & Antwort

Frage & Antwort, Nr. 468 Warum sind Eisschollen nicht durchsichtig?

Eisschollen auf einem Fluss. Warum sind sie eher milchig und nicht klar?

Eisschollen auf einem Fluss. Warum sind sie eher milchig und nicht klar?

(Foto: dpa)

Wenn die Temperaturen länger im Minusbereich liegen, bilden sich dicke Eisschichten auf Gewässern. Aber warum sind die selten so klar wie Eiszapfen? Und friert ein See anders zu als ein Fluss?

Bei niedrigen Temperaturen können sich dicke Eisschichten auf Seen und Flüssen bilden. Wenn Wasser nicht unter Druck steht, liegt sein Gefrierpunkt bei null Grad Celsius. Dass Eis dann oben schwimmt und nicht untergeht, hat einen einfachen Grund: Wasser ist in festem Zustand leichter als in flüssigem. Beim Gefrieren werden die Moleküle zu Kristallen, die mehr Raum einnehmen und so eine geringere Dichte haben.

Doch woran liegt es, dass Eisschollen in der Regel nicht so klar und durchsichtig sind wie etwa Eiszapfen, sondern eher milchig? Sauerstoffmoleküle und eingeschlossene Partikel sind daran schuld. Diese brechen das einfallende Licht, sodass die Farbe Weiß zu sehen ist. Wenn es nur langsam kalt wird und das Wasser nicht so schnell gefriert, können Sauerstoff und Unreinheiten entweichen - daher empfehlen etwa Barkeeper für durchsichtige Eiswürfel auch ein langsames Abkühlen des Wassers.

Unterschied zwischen stehenden und fließenden Gewässern

An stehenden und fließenden Gewässern bildet sich Eis auf jeweils unterschiedliche Weise: Seen frieren an der Oberfläche vom Rand Richtung Mitte und nach unten zu. Auf dem Grund eines Sees ist es im Winter oft wärmer als an der Oberfläche, weil Wasser eine besondere Eigenheit hat: Es hat bei vier Grad Celsius die höchste Dichte und sinkt darum bei dieser Temperatur nach unten. Ganz oben hingegen ist es am kältesten, weil sich dort das Wasser mit einer Temperatur von unter vier Grad sammelt.

Auf Flüssen bildet sich Eis wegen der ständigen Umwälzung erst nach mehreren Frosttagen, wenn das gesamte Wasser den Gefrierpunkt erreicht. Einerseits entstehen Schollen an ruhigen Uferplätzen, da sich kleine Eisstücke dort verfangen und dann zusammenwachsen. Andererseits - und das ist der Unterschied zu stehenden Gewässern - gefriert Wasser wegen der gleich kalten Temperaturen auch am Grund und verfängt sich dort. Weil es aber eine geringere Dichte hat, lösen sich Schollen oder auch nur Eiskristalle irgendwann und treiben nach oben. Wenn sich Eis auf dem Fluss staut, friert er allmählich zu.

Quelle: n-tv.de , abe/dpa

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