Frage & Antwort

Frage & Antwort, Nr. 463 Warum nicken Pferde beim Gehen?

Forscher haben den Gang von Pferden und das Verhalten ihres Körpers genauer untersucht.

Forscher haben den Gang von Pferden und das Verhalten ihres Körpers genauer untersucht.

(Foto: dpa)

Hoch, runter, hoch, runter: Wenn Pferde im Schritttempo gehen, vollführen Hals und Schädel zusammen eine typische Auf-und-ab-Bewegung. Was ist der Grund für dieses Kopfnicken? Und warum machen die Pferde es genau so?

Pferde haben einen sehr speziellen Gang. Was bringt das? Deutsche Forscher haben acht der Tiere auf den Laufsteg geschickt. Und herausgefunden: Pferde sparen beim Gehen durch die Art ihres Kopfnickens Energie. Das schreiben die Forscher um John Nyakatura von der Berliner Humboldt-Universität im Fachblatt "Proceedings B" der britischen Royal Society.

Sind Pferde im Schritttempo unterwegs, machen Hals und Schädel gemeinsam eine typische Auf-ab-Bewegung. "Die Frage war: Warum machen sie dieses Kopfnicken? Und warum machen sie es genau so, wie sie es machen?" Er und seine Mitstreiter nahmen den Gang von Pferden und das Verhalten ihres Körpers genauer unter die Lupe.

Aus biomechanischen Gründen sehr energiesparend

Der Kopf erreiche genau dann den höchsten Punkt, wenn das Pferd beide Vorderhufe auf dem Boden hat, sagt Nyakatura. Am niedrigsten Punkt ist der Kopf hingegen, wenn das Pferd mit den vorderen Gliedmaßen gerade einen Schritt macht. Diese Abfolge sei aus bestimmten biomechanischen Gründen besonders energiesparend.

Die Forscher hatten insgesamt acht Pferde vor die Kamera geholt. Die Tiere wurden im Schritttempo an einer Leine durch einen genau vermessenen Bereich geführt. Anhand der Filmaufnahmen konnten die Wissenschaftler den Gang der Tiere analysieren. Zudem rechneten sie alternative Bewegungsabläufe am Computer durch.

Besonders günstiges Timing

Dabei fanden sie heraus: Würden die Tiere in einer anderen zeitlichen Abfolge mit dem Kopf nicken, bräuchten sie bis zu 63 Prozent mehr Energie, um Kopf und Hals zu tragen. "Kopf und Hals machen etwa 10 Prozent des gesamten Körpergewichts aus. Der hier gezeigte Effekt dürfte also auch den Energieverbrauch des Tieres insgesamt beeinflussen", schreiben die Forscher. "Es gibt ein Timing, das besonders günstig ist. Und das machen die Pferde auch", fasst Nyakatura die Ergebnisse zusammen.

Die Wissenschaftler nahmen neben Pferden auch 18 weitere Tierarten unter die Lupe. "Wir haben festgestellt, dass sich Huftiere mehr oder weniger an diese Regel halten."

Quelle: n-tv.de , abe/dpa

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