Frage & Antwort

Frage & Antwort, Nr. 498 Kann man hören, ob eine Melone süß ist?

Manche könnten in reifen Wassermelonen baden.

Manche könnten in reifen Wassermelonen baden.

(Foto: imago/VCG)

Immer wieder staunt man auf Märkten im Sommerurlaub darüber, wie sorgfältig Einheimische ihre Wassermelonen aussuchen. Da wird beklopft, befühlt und verglichen. Aber ist das alles nur Show, um den Preis zu drücken, oder kann man mit diesen ausgefeilten Techniken tatsächlich herausfinden, wie reif eine Wassermelone ist?

Klopfen, Befühlen und Vergleichen sind tatsächlich gute Maßnahmen, um Qualität und Reifegrad einer Melone herauszubekommen, ohne diese anzuschneiden. Der beobachtete Aufwand vor jedem Kauf ist also durchaus berechtigt, denn unreife Exemplare schmecken einfach nur wässrig und sind deshalb ein echtes Ärgernis – zumal eine ganze Melone oftmals mehrere Kilogramm schwer ist, die nicht nur bezahlt, sondern auch nach Hause geschleppt werden müssen. Wobei die dicke Schale einer Wassermelone ungefähr 40 Prozent ihres Gewichts ausmacht.

Doch was genau prüft man wie?

Bevor man klopft, fühlt oder vergleicht, sollte man mit geübtem Auge die Exemplare aussuchen, die in die engere Auswahl kommen. Die Früchte des Kürbisgewächses, die deshalb auch dem Gemüse zugeordnet werden, sollten wohlgeformt sein, ihre Schale unverletzt. Besonderes Augenmerk sollte man auf Feldfleck und Stil(ansatz) legen. An ihnen ist zu erkennen, ob die Melone zu früh oder zum richtigen Zeitpunkt geerntet worden ist. Je gelber der Feldfleck ist - das ist die Stelle, auf der die Melone auf dem Feld gelegen hat - umso reifer ist die Wassermelone. Ist der Stil noch grün und saftig, ist die Melone zu früh geerntet worden.

Welche Melone sieht am besten aus? Schon vor dem Klopfen sollte man eine Vorauswahl treffen.

Welche Melone sieht am besten aus? Schon vor dem Klopfen sollte man eine Vorauswahl treffen.

(Foto: imago/Pixsell)

Doch damit nicht genug. Mit dem Klopftest kann ein geübtes Ohr den Reifegrad einer Wassermelone gut einschätzen. Je frischer eine Melone ist, umso fester ist auch ihr Fruchtfleisch – und das hört man. Reife Wassermelonen klingen voller, satter, dunkler als unreife Exemplare. Manche sagen sogar, eine reife Melone klingt beim Anklopfen, als würde sie singen. Einen eher dumpfen Ton hört man dagegen bei unreifen Wassermelonen. Um die Unterschiede ausmachen zu können, muss man natürlich an mehreren Melonen klopfen, am besten, während man sie einzeln im Arm hält.

Hat man die Melone schon mal im Arm, sollte man ihr Gewicht bewusst wahrnehmen und mit anderen Exemplaren von ungefähr gleicher Größe vergleichen. Je schwerer und dichter eine Wassermelone nämlich ist, umso reifer und umso süßer ist sie auch. Hat die Melone dagegen fühlbar weiche Stellen, dann ist sie überreif. In diesem Fall: Finger weg!

Übrigens: Wem das Prozedere von Klopfen und Wiegen zu aufwendig ist, der kann einfach ein passendes Stück Wassermelone kaufen. Wer am sichtbaren Fruchtfleisch nicht erkennt, ob die Melone reif ist, der bittet seinen Obsthändler um ein Probehäppchen.

Quelle: n-tv.de

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