Frage & Antwort

Frage & Antwort, Nr. 473 Ist Schokolade für Hunde giftig?

Von Andrea Schorsch

Man kann nur hoffen, dass der Hund bei diesem Fototermin keinen Appetit entwickelte.

Man kann nur hoffen, dass der Hund bei diesem Fototermin keinen Appetit entwickelte.

(Foto: imago/Anka Agency International)

Da lässt man mal die angebrochene Schokoladentafel herumliegen und schwupps, macht sich der Hund darüber her. Schade um die Schokolade. Kurz darauf allerdings geht es dem Tier so richtig dreckig. Besteht da ein Zusammenhang?

Schokolade? Schmeckt einfach gut. Das finden fatalerweise auch Hunde. Sie sollten auf keinen Fall Schokolade zwischen die Kiefer bekommen. Denn während die kakaohaltige Leckerei beim Menschen einfach schlecht ist für Zähne und Figur, können Hunde daran sterben. Für sie ist Schokolade giftig.

Das liegt an einem Inhaltsstoff der Kakaobohne, dem Theobromin. "Der Mensch hat Enzyme, die das Theobromin schnell umwandeln und ausscheiden. Hunde dagegen haben diese Enzyme nicht", erklärt uns Astrid Behr vom Bundesverband praktizierender Tierärzte e.V. "Der Hund verstoffwechselt das Theobromin deshalb nur langsam. Und das führt dazu, dass die giftige Wirkung eintreten kann."

Bei Bewusstlosigkeit kommt Hilfe zu spät

Je höher der Kakaoanteil, umso gefährlicher ist die Schokolade für den Hund. Milchschokolade enthält weniger Theobromin als Zartbitterschokolade. Natürlich kommt es zudem noch darauf an, wie viel das Tier von dem Naschwerk gefressen hat. Und auch das Gewicht des Hundes ist entscheidend. "Ein kleiner Hund ist da gefährdeter als ein großer", sagt Behr. "Wenn ein Hund 6 Kilo wiegt und 100 Gramm Schokolade frisst, ist das etwas anderes als wenn der Hund 40 Kilo wiegt."

Etwa ein bis vier Stunden nach der verhängnisvollen Mahlzeit, manchmal auch ein bisschen später, zeigt der Hund dann Symptome: "Da kann es zu Durchfall und Erbrechen kommen, zu Urinabsatz, Herzrasen, zu Zittern und Krämpfen bis hin zu Bewusstlosigkeit", sagt die Tierärztin. "Ist der Hund tatsächlich bewusstlos, ist das allerdings ein Stadium, bei dem man therapeutisch nichts mehr machen kann." Dann also kommt jede Hilfe zu spät.

Statt Hausbesuch besser in die Praxis

Grundsätzlich gilt, dass man sofort zum Tierarzt gehen sollte, wenn man sieht, dass der Hund die Weihnachtsmänner vom letzten Jahr verdrückt hat. Man kann auch den Tiernotarzt zu sich nach Hause rufen, aber "besser ist es", wie Behr sagt, "in die Praxis zu gehen. Denn dort bestehen mehr Behandlungsmöglichkeiten als bei einem Hausbesuch."

Und was genau macht der Tierarzt? "Je nachdem, wie viel Zeit zwischen dem Schokoladefressen und der Vorstellung beim Tierarzt vergangen ist, wird er den Hund zum Erbrechen bringen", sagt die Fachfrau. "Unter Umständen gibt er ihm auch Aktivkohle." Auf deren Oberfläche bleibt das Theobromin im Verdauungstrakt dann nämlich hängen, sodass es nicht über den Darm ins Blut geht. Zusammen mit der Kohle wird es unverstoffwechselt wieder ausgeschieden. "Ansonsten", so Behr, "werden Krämpfe und Herzrasen symptomatisch behandelt. Und wenn der Hund viel Urin abgesetzt hat, bekommt er noch eine Infusion, um die Flüssigkeit wieder aufzufüllen. Sonst trocknet das Tier aus." Welche dieser Maßnahmen nötig sind, hängt davon ab, in welchem Zustand der Hund den Tierarzt erreicht und wie lange es her ist, dass er die Schokolade gefressen hat.

Übrigens: Auch für Katzen ist Schokolade giftig. Aber anders als Hunde finden sie die meist auch gar nicht so lecker.

Quelle: n-tv.de

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