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Luft-Bilanz bleibt mies Stickstoffoxid verpestet deutsche Innenstädte

In deutschen Innenstädten gibt es 54 Umweltzonen.

In deutschen Innenstädten gibt es 54 Umweltzonen.

(Foto: picture alliance / Jens Kalaene/)

Spätestens seit dem Abgas-Skandal hat der Diesel seinen Ruf als Luftverschmutzer weg. Neue Daten des Umweltbundesamtes belegen seine Gefahr. Die Verbesserungen sind minimal, strengere Vorschriften kritisieren Umweltschützer als Papiertiger.

Stadtbewohner in Deutschland atmen weiter zu viel gefährliches Stickstoffdioxid ein. Das Umweltbundesamt (UBA) hat ermittelt, dass der Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter 2016 im Jahresmittel an 57 Prozent der Messstationen an stark befahrenen Straßen überschritten worden ist. Das ist minimal weniger als im Vorjahr.

"Seit Jahrzehnten gefährdet Stickstoffdioxid unsere Gesundheit", sagte UBA-Präsidentin Maria Krautzberger. Schuld seien vor allem Diesel-Autos. Dass die Gemeinden besonders schmutzige Diesel weiter nicht aus den Innenstädten verbannen, könne "nicht akzeptiert werden".

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Die Feinstaubwerte waren 2016 so niedrig wie seit dem Jahr 2000 nicht mehr, den EU-Grenzwert riss nur die Messstation Neckartor in Stuttgart. Das UBA wies allerdings darauf hin, dass die empfohlenen Grenzwerte der Weltgesundheitsorganisation noch an fast jeder vierten Messstation überschritten werden. Diese seien deutlich strenger als die Grenzwerte der EU.

Strengere Vorschriften - auf dem Papier

Hohe Konzentrationen von Feinstaub und Stickstoffdioxiden können Schleimhäute angreifen, zu Atemwegs- und Herzkreislauferkrankungen führen und Herz sowie Kreislauf beeinträchtigen. Auch Pflanzen werden von Stickstoffoxiden geschädigt: Die Stoffe sind giftig für Blätter und sie überdüngen und übersäuern die Böden.

Um die Belastung durch Feinstaub und Stickstoffoxide zu senken, gibt es in deutschen Städten 54 Umweltzonen, in 53 davon dürfen nur Autos mit "Grüner Plakette" hineinfahren. Auch die Abgas-Vorschriften für Autos werden in der EU strenger - aber nur auf dem Papier, klagen Umweltschützer. Im Fahrbetrieb werde oft sehr viel mehr Abgas ausgestoßen als auf dem Prüfstand.

Die Ozon-Werte waren 2016 nach UBA-Angaben kein auffallend großes Problem. Das lag vor allem am Wetter, denn vergangenen Sommer gab es kaum längere Hitzewellen. Trotzdem waren die Werte an 21 Prozent der Messstationen zu hoch. Das UBA warnt, dass mit dem Klimawandel auch das Risiko hoher Ozon-Konzentrationen steigt.

Quelle: n-tv.de , chr/dpa

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