Wissen

Noch nie so viele auf einmal Russland schickt 72 Satelliten ins All

Eine Sojus-Rakete beim Start.

Eine Sojus-Rakete beim Start.

(Foto: dpa)

In einer bislang noch nie da gewesenen Größenordnung schickt Russland 72 Satelliten in den Orbit. Darunter sind internationale Projekte aus Japan, den USA und auch aus Deutschland.

Eine russische Trägerrakete hat am Freitag einen Erdbeobachtungssatelliten und 72 kleinere Satelliten ins All gebracht. Die Sojus-Rakete sei um 8.43 Uhr (MESZ) vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan abgehoben, teilte die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos mit. "Eine derart komplexe und große Mission" sei bislang weltweit einmalig, erklärte die Behörde. Unter den zahlreichen kleinen Satelliten sind auch zwei deutsche Projekte mit dabei.

Die beiden Satelliten "TechnoSat" und "Flying Laptop" wurden von Doktoranden entwickelt, gebaut und für ihren Flug in den Weltraum qualifiziert. Studierende haben dabei in Form von Abschlussarbeiten unterstützt. Nach Angaben des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) dienen die Projekte der praxisnahen Ausbildung des Ingenieur-Nachwuchses und sind ein weiterer Teil der Technologieerprobung.

"Bevor neue technische Komponenten in zukünftigen Weltraummissionen mitfliegen, müssen sie im Orbit getestet werden. Nanosatelliten können aufgrund ihrer geringen Größe und ihres Gewichts, sowie aufgrund des Einsatzes von modernen Bauteilen aus Informations- und Kommunikationstechnik und der Automobilindustrie, Raumfahrtmissionen effizienter machen", erklärt Projektleiter Merlin Barschke von der Technischen Universität Berlin.

Der Nanosatellit "TechnoSat" soll eben genau diese Tests im All durchführen. In dem achteckigen und rund 20 Kilogramm schweren Objekt sind sieben experimentelle Nutzlasten verbaut, deren Funktion und Leistungsfähigkeit im Orbit getestet werden soll.

Denn der 110 Kilogramm schwere Kleinsatellit "Flying Laptop" wurde von Doktoranden und Studierenden am Stuttgarter Institut für Raumfahrtsysteme entwickelt und gebaut. Er beinhaltet drei Kamerasysteme, die unter anderem Schifffahrtsbewegungen und Vegetationsmessungen erfassen sollen.

Quelle: n-tv.de , mba/AFP

Mehr zum Thema