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11 Milliarden Lichtjahre entfernt "Hubble" sichtet junge Sternfabrik

Interstellares Gas, das sich zu leuchtenden Sternen verdichtet: Das ist die Spiralgalaxie NGC 5793, mehr als 150 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt.

Interstellares Gas, das sich zu leuchtenden Sternen verdichtet: Das ist die Spiralgalaxie NGC 5793, mehr als 150 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt.

(Foto: REUTERS)

Erstmals erspähen Forscher eine Region der Sternentstehung im Frühstadium. Dort können die Wissenschaftler beobachten, wie drei Milliarden Jahre nach dem Urknall die Sternproduktion im All ihren Höhepunkt erreichte.

Astronomen haben in einer fernen Galaxie eine große "Sternfabrik" aufgespürt. Die Aufnahmen des "Hubble"-Weltraumteleskops zeigen die erste Stufe des Prozesses, in der sich interstellares Gas zu einer riesigen Sternentstehungsregion zusammenballt.

Die Entdeckung könnte neue Einblicke in die Entwicklung von Galaxien geben, schreiben Anita Zanella von der staatlichen französischen Forschungsinstitution CEA und Kollegen im britischen Fachblatt "Nature".

Faszinierend: Astronomen wissen mit dieser Darstellung etwas anzufangen. Der Pfeil weist auf die "Sternfabrik".

Faszinierend: Astronomen wissen mit dieser Darstellung etwas anzufangen. Der Pfeil weist auf die "Sternfabrik".

(Foto: picture alliance / dpa)

Unendliche Weiten

In zahlreichen jungen Galaxien finden sich ausgedehnte Gaswolken, aus denen sich Sterne entwickeln. Wie diese Sternentstehungsregionen sich formen, ist bislang noch nicht beobachtet worden. Die Astronomen um Anita Zanella stießen nun in einer knapp 11 Milliarden Lichtjahre entfernten Galaxie auf eine solche Sternfabrik im Frühstadium.

Ein Lichtjahr ist die Strecke, die das Licht in einem Jahr zurücklegt, und entspricht knapp zehn Billionen Kilometern. Wegen der großen Entfernung sehen die Astronomen die Galaxie zu einer Zeit, als der Kosmos erst etwa drei Milliarden Jahre alt war. Damals erreichte die Sternproduktion im Universum ihren Höhepunkt.

Scharfe Bilder von Hubble

Die Sternfabrik in der fernen Galaxie ist nach Schätzung der Forscher noch keine zehn Millionen Jahre alt und damit astronomisch sehr jung. Die Wissenschaftler spekulieren, dass derartige Sternfabriken mit der Zeit die zentrale Verdickung formen, die bei den meisten Spiralgalaxien zu beobachten ist.

Um die Rolle dieser großen Gasklumpen für die Galaxienentwicklung jedoch genauer zu verstehen, seien zusätzliche Beobachtungen einer größeren Zahl dieser Gebilde nötig, schreiben die Forscher.

Quelle: n-tv.de , asc/dpa

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