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Blick "an Rand des Universums" Forscher erstellen riesiges Himmelslexikon

Diese verkleinerte Ansicht des gesamten Himmels ist das Ergebnis einer halben Million Aufnahmen mit jeweils etwa 45 Sekunden Belichtungszeit über einen Zeitraum von 4 Jahren. Die Form ergibt sich aus der Darstellung der Himmelskugel als zweidimensionale Karte, ähnlich einer Weltkarte, wobei das südliche Viertel weggelassen wurde. Die Scheibe der Milchstraße ist als gelblicher Bogen zu sehen, der Staub als rötlichbraune Fasern. Der Hintergrund besteht aus Milliarden von schwachen Sternen und Galaxien.

Diese verkleinerte Ansicht des gesamten Himmels ist das Ergebnis einer halben Million Aufnahmen mit jeweils etwa 45 Sekunden Belichtungszeit über einen Zeitraum von 4 Jahren. Die Form ergibt sich aus der Darstellung der Himmelskugel als zweidimensionale Karte, ähnlich einer Weltkarte, wobei das südliche Viertel weggelassen wurde. Die Scheibe der Milchstraße ist als gelblicher Bogen zu sehen, der Staub als rötlichbraune Fasern. Der Hintergrund besteht aus Milliarden von schwachen Sternen und Galaxien.

(Foto: Danny Farrow, Pan-STARRS1 Science Consortium und Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik)

Weißt du, wie viel Sternlein stehen? Forscher versuchen diese Frage zu beantworten und stellen einen riesigen Datenkatalog zu Milliarden von Himmelsobjekten vor, außerdem eine 3D-Karte der Milchstraße. Ein Großteleskop durchforstete dafür jahrelang den Nachthimmel.

Ein riesiges digitales Nachschlagewerk für Milliarden von Sternen, Galaxien und anderen Himmelsobjekten hat ein internationales Forscherteam erstellt. Das Himmelslexikon sei die bisher weltweit größte digitale Himmelsdurchmusterung, drei Viertel des Nachthimmels seien darin erfasst, teilte das beteiligte Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg mit. "Wir konnten bis an den Rand des Universums blicken", sagte Institutsdirektor Hans-Walter Rix.

Der Katalog basiert auf Beobachtungen des Teleskop-Systems "Pan-Starrs". Das Großteleskop "PS1" mit einer extrem leistungsfähigen Kamera durchforstete dafür seit 2010 über vier Jahre hinweg den Nachthimmel. Abgelichtet wurden etwa Sternenexplosionen (Supernovae), Asteroiden, fremde Galaxien und bis zu 12,5 Milliarden Lichtjahre entfernte Schwarze Löcher.

Pan-Starr1-Observatorium auf Haleakala Maui.

Pan-Starr1-Observatorium auf Haleakala Maui.

(Foto: Rob Ratkowski/dpa)

Hinweise auf Entstehung des Universums

Insgesamt wurden drei Milliarden Himmelsobjekte in die Datenbank eingespeist. Die Wissenschaftler erhoffen sich davon unter anderem neue wichtige Hinweise auf die Entstehung des Universums. Auch können sie beispielsweise erdnahe Asteroiden sichten und damit die mögliche Gefahr eines Einschlags auf der Erde besser bewerten. Der riesige Katalog umfasst zwei Petabyte Daten - "das entspricht 40 Millionen Aktenschränken mit jeweils vier Schubladen eng bedrucktem Text", hieß es. Der Himmel war dafür 60 Mal durchkämmt und gescannt worden.

Die Forscher brauchten dann noch drei weitere Jahre, um alle Informationen systematisch zu erfassen, damit Astrophysiker und andere Wissenschaftler schnell darauf zugreifen können. Sie haben nun Zugang zu Millionen von Bildern, Karten von Sternenstaub und präzisen Messdaten der Objekte.

3D-Karte der Milchstraße

Außerdem wurde eine 3D-Karte der Milchstraße, unserer Heimatgalaxie, erstellt. Im Unterschied etwa zur Sternenhimmel-Karte des Astronomie-Satelliten "Gaia" wurden dabei Farbfilter verwendet, die eine fünfmal tiefere Schau in die Galaxie ermöglichen und auch schwächer leuchtende Objekte sichtbar machen. Beide Karten können aber nur 10 bis 20 Prozent der Milchstraßen-Sterne erfassen. Der Rest bleibe hinter Staub verborgen, erläuterte Rix.

Das Teleskop "PS1" ist eines von inzwischen zwei auf einem Berggipfel auf der zu Hawaii gehörenden Insel Maui stationierten Großteleskopen. "Pan-Starrs" steht für "Panoramic Survey Telescope And Rapid Response System".

Quelle: n-tv.de , abe/dpa

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