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Fadenwurm in rohem Fisch Ärzte warnen vor Parasiten im Sushi

Auch viele beliebte Speisefische können vom Fadenwurm befallen sein.

Auch viele beliebte Speisefische können vom Fadenwurm befallen sein.

(Foto: imago/Westend61)

Ob Maki, Nigiri oder Sashimi - in Europa kommt immer öfter roher Fisch als Sushi auf den Teller. Doch wer das japanische Gericht liebt, sollte vorsichtig sein: Viele Fischarten können vom sogenannten Anisakis-Wurm befallen sein. Und der kann ernsthaft krank machen.

Die wachsende Beliebtheit von Sushi in den westlichen Staaten Europas könnte die Zahl der Anisakiasis-Erkrankungen erhöhen. Davor warnt eine Gruppe von Gastroenterologen in einer neuen Studie, die das "British Medical Journal" veröffentlicht hat. Die Krankheit wird durch die Aufnahme von Fadenwürmern ausgelöst, die in rohem Seefisch vorkommen und über die Nahrung in den menschlichen Körper gelangen können. Setzen sich die Larven im Magen-Darm-Trakt fest, treten in der Regel innerhalb eines Tages die ersten Beschwerden auf - etwa in Form von Schwindelgefühl, Erbrechen und Durchfall. Wird die Infektion nicht behandelt, kann sie im schlimmsten Fall zu einem Darmdurchbruch führen.

In ihrer Studie führen die Autoren einen Krankheitsfall in Portugal an. Dort war ein 32-jähriger Mann mit Fieber und Bauchschmerzen ins Krankenhaus eingeliefert worden. Seinem Arzt sagte der Mann, er habe vor kurzem Sushi gegessen. Bei einer Endoskopie bestätigte sich dann der Verdacht: Ein Fadenwurm hatte sich an der Magenschleimhaut festgesetzt - und das Ende des Wurms hatte bereits die Magenwand durchbohrt. Die Ärzte entfernten den Parasiten mit dem sogenannten "Roth-Netz", das sonst vor allem zur Entfernung von Polypen dient. Eine Untersuchung des Wurms ergab, dass es sich dabei um den Anisakis-Wurm handelt.

Das Ende des Fadenwurms hatte sich bereits durch die Magenwand gebohrt.

Das Ende des Fadenwurms hatte sich bereits durch die Magenwand gebohrt.

(Foto: Joana Carmo et al. BMJ Case Reports 2017)

"Noch vor ein paar Jahrzehnten kannten Mediziner diese Infektion noch nicht", erklärte die Studienleiterin Joana Carmo. Der Anisakis-Wurm könne aber "Lachs, Hering, Kabeljau, Makrelen, Tintenfisch, Red Snapper und Heilbutt befallen." Laut einem Bericht von CNN gebe es allein in Japan zwischen 2000 und 3000 Fälle im Jahr - dort ist der Verzehr von rohem Fisch besonders verbreitet. Aber auch in Spanien komme es jährlich zu geschätzten 8000 Neuerkrankungen, die wohl vor allem auf den Konsum von rohen, marinierten Sardellen zurückzuführen sei. "In europäischen Ländern ist Fisch womöglich häufiger befallen, als wir dachten", so Camo.

Fisch ist öfter befallen als gedacht

Die Studienleiterin bezog sich auf Untersuchungen, wonach rund 39 Prozent der Makrelen, die auf Fischmärkten im spanischen Grenada verkauft worden waren, mit den Anisakis-Erregern befallen waren - beim Blauen Wittling sei es sogar jeder zweite untersuchte Fisch aus fünf Supermarktketten des Landes. Dass es so wenige bestätigte Krankheitsfälle gebe, sei Experten zufolge darauf zurückzuführen, dass die Krankheit unterschätzt und nur selten diagnostiziert werde.

Wer sich effektiv vor einer Infektion mit dem Anisakis-Wurm schützen will, kann übrigens nur drei Dinge tun: Den Fisch entweder vor dem Verzehr kochen, ihn für mindestens einen Tag bei unter 20 Grad Celsius einfrieren oder gänzlich darauf verzichten.

Quelle: n-tv.de , jug

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