Startup News

Schweden bieten Tesla Paroli Start-up plant europäische Giga-Fabrik

Großes Vorbild aus Amerika: die Tesla-Gigafactory.

Großes Vorbild aus Amerika: die Tesla-Gigafactory.

(Foto: dpa)

Die größte Schwachstelle der europäischen Autobauer beim Thema E-Mobilität ist die Batteriefertigung. Zwei ehemalige Tesla-Manager wollen bald die Massenerstellung nach Europa bringen - genauer gesagt nach Skandinavien.

Ein ehemaliger Manager des Elektroautobauers Tesla aus Schweden hat sich zum Ziel gesetzt, Europas erste sogenannte "Giga-Fabrik" zu bauen. Er wolle damit verhindern, dass der Kontinent zu abhängig von Batterieherstellern in Asien wird, sagte Peter Carlsson, ehemals Head of Supply bei Tesla, der "Financial Times" (FT).

Für vier Milliarden US-Dollar soll eine Batteriefabrik in der nordeuropäischen Region gebaut werden, zur Produktion sollen in der Region abgebaute Metalle und Wasserkraft verwendet werden, wird Carlsson zitiert, der inzwischen das Start-Up Northvolt gegründet hat und auch als CEO leitet.

Northvolt will die Produktion 2020 an einem noch zu bestimmenden Standort aufnehmen. Auf jeden Fall wird die Fabrik aber in Skandinavien angesiedelt werden, vermutlich in Schweden. Der Chief Operating Officer des Unternehmens, Paolo Cerruti, ist ebenfalls ein ehemaliger Tesla-Manager.

LG und Samsung kommen nach Europa

Tesla hatte im Januar den Beginn der "Massenproduktion" von Lithium-Ionen-Batteriezellen in der Batteriefabrik in der Nähe von Reno im Bundesstaat Nevado bekannt gegeben, gemeinsam mit dem Partner Panasonic. In einem Brief an Investoren und in einer Telefonkonferenz mit Analysten nach Vorlage der Viertquartalszahlen bezeichnete Tesla die Fabrik in Nevada als "Gigafactory 1".

Die Fabrik gilt als Kernstück für das Ziel von Tesla, den Massenmarkt mit dem Model 3 zu erreichen, der in den USA rund 35.000 Dollar kosten soll und im Laufe des Jahres auf den Markt kommt.

Ein weiterer Batteriehersteller neben Tesla ist LG Chem Ltd aus Südkorea. Der Chemiekonzern baut Batterien für General Motors, Ford und andere Hersteller von Elektro- und Hybrid-Fahrzeugen. LG Chem will im zweiten Halbjahr dieses Jahres mit der Batteriefertigung in einem Werk in Polen beginnen. Ein anderer Konkurrent aus Südkorea, Samsung SDI, will im zweiten Halbjahr 2018 den Betrieb einer Fabrik in Ungarn aufnehmen.

Carlsson und Cerutti sagten der FT, sie versuchten nicht, mit Tesla zu konkurrieren. Carlsson setzt darauf, dass Lithium und Kobalt die Hauptkomponenten zukünftiger Batterietechnologie sein werden. Wasserstoff sei keine Option, weil dieser zu teuer sei und die Infrastruktur fehle, hatte er in einem früheren Interview gesagt.

Quelle: n-tv.de , mbo/DJ

Mehr zum Thema