Wirtschaft

Kennzeichnung von Fleisch Verbraucher wollen ehrlichere Speisekarten

Sieht lecker aus - wo das Hähnchenfleisch im Restaurant herkommt, ist für Verbraucher aber selten erkennbar.

Sieht lecker aus - wo das Hähnchenfleisch im Restaurant herkommt, ist für Verbraucher aber selten erkennbar.

(Foto: imago/imagebroker)

Viele Deutsche greifen im Alltag bewusst zu Bio-Fleisch. Bestellen sie dagegen im Restaurant, ist Herkunft und Qualität des Fleisches nicht nachvollziehbar. Dabei würden sie für diese Information sogar mehr Geld bezahlen.

Die Mehrheit der Verbraucher wünscht sich einer Umfrage zufolge auf den Speisekarten der Gastronomie mehr Transparenz. 78 Prozent der Bürger sprechen sich dafür aus, dass Restaurants dazu verpflichtet werden sollten, das Herkunftsland von Geflügelfleisch kenntlich zu machen, wie aus einer repräsentativen Umfrage im Auftrag der deutschen Geflügelwirtschaft hervorgeht.

Demnach ist einer Mehrheit von 74 Prozent der Befragten die Herkunft des Fleisches wichtiger als der Preis. 79 Prozent wären deshalb auch bereit, im Restaurant für Geflügelfleisch aus Deutschland mehr zu bezahlen als für Produkte aus anderen Ländern. Für die Umfrage wurden rund tausend Bürger befragt.

Der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) unterstützt den durch das Umfrageergebnis ausgewiesenen Wunsch der Verbraucher und fordert, dass "hohe Standards wie in Deutschland auch erkennbar sein müssen". ZDG-Präsident Friedrich-Otto Ripke sieht in diesem Zusammenhang die Politik verstärkt in der Verantwortung.

Speisekarte ist kein Beipackzettel

Dagegen sagte die Hauptgeschäftsführerin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga), Ingrid Hartges, dass Speisekarten lesbar bleiben müssten und "nicht zu bürokratischen Beipackzetteln" werden sollten. Gäste, die sich für die genaue Herkunft des Fleisches interessierten, könnten nachfragen und erhielten daraufhin in den meisten Gaststätten eine fundierte Auskunft.

Die Verbraucherorganisation Foodwatch hält die Forderung nach einer Herkunftsbezeichnung indes für ein Täuschungsmanöver. Das Herkunftsland könne die "alles entscheidende Frage nicht beantworten: Stammt das Tier aus einem Betrieb, der ein hohes Niveau an Tiergesundheit und Tierschutz gewährleistet oder nicht?", beklagte Matthias Wolfschmidt von Foodwatch.

Tierschützer kritisieren immer wieder die Bedingungen unter denen Tiere in Massentierhaltung gehalten werden, insbesondere auch in Deutschland. Neben unwürdigen Zuständen in den Ställen, durch die den Tieren Schmerz, Leid und Schäden zugefügt werden, verbreiten sich durch eine zu enge Haltung vielfach auch Infektionskrankheiten, die sich wiederum im Fleisch niederschlagen.

Quelle: n-tv.de , lou/AFP

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