Wirtschaft

Neun Prozent billigere Tickets Ryanair verschärft den Preiskampf

Michael O'Leary will Air Berlin die  Passagiere abluchsen.

Michael O'Leary will Air Berlin die Passagiere abluchsen.

(Foto: REUTERS)

Die Billigfluglinie Ryanair hat die meisten Passagiere in Europa bei niedrigsten Kosten. Doch das reicht den Managern nicht. Zum Spätsommer sollen Kampfpreise die Konkurrenz mürbe machen. Zugleich geben die Iren ein Gebot für die angeschlagene Alitalia ab.

Beflügelt von einem Gewinnsprung im Frühjahr will Ryanair die Konkurrenz mit noch niedrigeren Ticketpreisen unter Druck setzen. Der Billigflieger kündigte an, die Flugpreise im Spätsommer um bis zu neun Prozent zu senken. Damit könnten einige Rivalen auf der Kurzstrecke in Turbulenzen geraten, prognostizierte Finanzvorstand Neil Sorohan. "Da draußen sind ein paar Leute, die das Leben langsam schwierig finden", erklärte der Manager.

Sorohan und seine Kollegen haben die Ausgaben des irischen Konzerns für neue Maschinen, Wartung und Personal derart unter Kontrolle, dass die nach Passagierzahlen größte Fluggesellschaft Europas auch die mit den niedrigsten Kosten in der Region ist.

Im ersten Geschäftsquartal bis Ende Juni flog Ryanair einen Nachsteuergewinn von 397 Millionen Euro ein, was einem Plus von 55 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Dabei sorgte ein spätes Osterfest für einen seltenen Anstieg der Ticketpreise um ein Prozent. Doch das Unternehmen von Michael O'Leary machte klar, dass es - anders als von einigen Analysten erwartet - seine Preiskampfpolitik nicht aufgeben wolle. O'Leary will erklärtermaßen vor allem krisengeplagten Konkurrenten wie Air Berlin Passagiere abluchsen.

Angebot für Alitalia

Finanzchef Sorohan teilte außerdem mit, dass Ryanair eine Offerte für die italienische Fluglinie Alitalia abgegeben habe. Der Konzern habe ein unverbindliches Angebot eingereicht. Er könne nicht viel mehr sagen. Chef O'Leary hatte im Juni erklärt, falls sich die Iren für eine Investition bei Alitalia entschieden, würde Ryanair eine Mehrheit an der angeschlagenen Fluglinie anstreben.

Die Regierung in Rom hatte Mitte Mai den Startschuss für den Verkaufsprozess der unter Sonderverwaltung stehenden Airline gegeben. Die Frist für die Einreichung nicht bindender Offerten lief am Freitag ab. Nach Angaben eines Insiders sind etwa zehn Kaufangebote eingegangen.

Quelle: n-tv.de , nsc/rts

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