Wirtschaft

Korruptionsskandal in Brasilien Polizei nimmt JBS-Konzernchef Batista fest

Joesley Batista (l.) auf dem Weg zur Polizeiwache.

Joesley Batista (l.) auf dem Weg zur Polizeiwache.

(Foto: AP)

Zwei Köpfe des brasilianischen Konzerns JBS stellen sich der Polizei - einer davon ist Unternehmenschef Batista. Beide sollen bei Aussagen gegen den unter Korruptionsverdacht stehenden Präsidenten Temer Informationen zurückgehalten haben.

Der Besitzer des weltgrößten Fleischkonzerns JBS, Joesley Batista, hat sich wegen Korruptionsvorwürfen in Brasilien der Polizei gestellt. Auch der JBS-Manager Ricardo Saud habe sich gestellt, beide seien vorerst festgenommen worden, berichtete das Portal "O Globo". Zuvor hatte Generalstaatsanwalt Rodrigo Janot Anklage gegen sie erhoben.

Batista ist die Schlüsselfigur in einem Skandal um Brasiliens Präsidenten Michel Temer - er hatte der Justiz Mitschnitte eines Gesprächs mit Temer übergeben. Diese legen den Verdacht nahe, dass ein Mitwisser von Schmiergeldgeschäften, Ex-Parlamentspräsident Eduardo Cunha, mit Geldzahlungen von Enthüllungen abgehalten werden sollte. Daraufhin stand Temer am Rande des Rücktritts, eine Anklage scheiterte aber am Veto des Abgeordnetenhauses in Brasília.

Die Untersuchungshaft wird damit begründet, dass beide zwar mit der Justiz kooperiert und umfassend ausgesagt haben, aber wichtige Informationen ausgelassen hätten. Damit hätten sie gegen die Bedingungen für eine mögliche Straffreiheit verstoßen. Batista hatte sich zudem zu einem Vergleich über 110 Millionen Reais (30 Millionen Euro) bereit erklärt, um einer Gefängnisstrafe zu entgehen.

Dem 44-Jährigen und seinem Bruder Wesley gehört die J&F-Holding, die den Fleischkonzern JBS, mit über 125.000 Beschäftigten kontrolliert. Zum Imperium gehört unter anderem auch der Schuhkonzern Alpargatas mit dem weltbekannten Flip-Flop-Hersteller Havaianas.

Quelle: n-tv.de , rpe/dpa

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