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Airline auf Expansionskurs Lufthansa fliegt auf Rekordkurs

Der Lufthansa winkt das dritte Rekordjahr in Folge.

Der Lufthansa winkt das dritte Rekordjahr in Folge.

(Foto: dpa)

Die Lufthansa hat nach einem starken Sommer das dritte Rekordjahr in Folge fest im Blick. Auch dank höherer Ticketpreise übertrifft die Fluggesellschaft die Erwartungen von Analysten deutlich.

Die Lufthansa ist nach einem starken Sommergeschäft auf Kurs zu einem neuen Rekordgewinn. Höhere Ticketpreise und ein gutes Frachtgeschäft trieben den bereinigten Gewinn vor Zinsen und Steuern im dritten Quartal um fast ein Drittel auf gut 1,5 Milliarden Euro nach oben, wie der Dax-Konzern mitteilte. Das war mehr als von Analysten erwartet. Nach neun Monaten steht damit ein operatives Ergebnis von fast 2,6 Milliarden Euro zu Buche - das beste der Konzerngeschichte.

"Dadurch erlangen wir die Investitions- und Wachstumsfähigkeit, die wir benötigen, um uns aktiv an der Konsolidierung des europäischen Airlinemarktes zu beteiligen und in die Zukunft unseres Unternehmens investieren zu können", sagte Lufthansa-Chef Carsten Spohr. Er sieht die Fluggesellschaft auf Kurs, den operativen Gewinn in diesem Jahr über die 1,75 Milliarden Euro von 2016 hinaus zu steigern.

Unter dem Strich ging der Konzerngewinn im dritten Quartal nach einem Sondereffekt aus dem Vorjahr zwar um 17 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro zurück. Im vierten Quartal winkt dem Konzern allerdings ein hoher Sondergewinn aus dem Tarifabschluss mit den Piloten. Damit sollte die Lufthansa ihren Nettogewinn von 1,8 Milliarden Euro aus dem Vorjahr übertreffen und den dritten Rekord in Folge hinlegen können.

Airline auf Expansionskurs

Unter anderem erwartet Spohr eine leicht positive Entwicklung der Stückerlöse, die im dritten Quartal um 4,5 Prozent zulegten. Gleichzeitig rechnet der Lufthansachef für das Jahresende mit einem leichten Rückgang der Stückkosten bei den Passagier-Airlines.

Spohr liebäugelte zudem mitten in der Übernahme von Air Berlin mit einer völlig neu aufgestellten Alitalia. "Wenn sich die Chance bietet, eine neue Alitalia zu kreieren - das Modell ist die Wandlung von der Swissair zur Swiss - dann wäre die Lufthansa mit ihrer Erfahrung daran interessiert", sagte er. Alitalia hatte im Mai nach jahrelangen Verlusten Insolvenz beantragt.

Neben der Lufthansa ist auch der britische Billigflieger Easyjet an Teilen der einstigen italienischen Staatsairline interessiert. An einer Übernahme der Alitalia in heutiger Form hat Beobachtern zufolge niemand Interesse. Die Lufthansa hatte sich 2008 gegen einen Einstieg bei den Italienern entschieden, die schon damals vor dem Aus gestanden hatten. Die hohen Schulden sowie der starke Einfluss von Gewerkschaften und Politik hätten damals dagegen gesprochen, sagte der Lufthansa-Chef.

Jetzt denkt Spohr darüber nach, mit einer neu aufgestellten Alitalia ein fünftes Drehkreuz für die Lufthansa aufzubauen. Den Flughafen Mailand könnte ihm zufolge die Lufthansa-Billigmarke Eurowings übernehmen. Daher drängt sich Rom als weiteres Drehkreuz für den Netzwerk-Verkehr des Lufthansa-Konzerns auf. Bisher betreibt die Lufthansa Drehkreuze in Frankfurt und München sowie bei ihren Töchtern Austrian in Wien und Swiss in Zürich.

Quelle: n-tv.de , chr/rts/dpa/DJ

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