Wirtschaft

EZB erklärt sich im Herbst Lebensmittel verteuern das Leben

Nahrungsmittel verteuerten sich um drei Prozent.

Nahrungsmittel verteuerten sich um drei Prozent.

(Foto: picture alliance / Daniel Karman)

Der Preisanstieg in Deutschland nähert sich wieder der Zielmarke der Europäischen Zentralbank. Grund sind höhere Energiekosten und Aufschläge an der Supermarktkasse. Doch die EZB hat keine Eile für einen Kurswechsel.

Steigende Preise für Nahrungsmittel und Energie haben das Leben in Deutschland im dritten Monat in Folge verteuert. Die Verbraucherpreise lagen im August 2017 um 1,8 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Damit zog die jährliche Inflationsrate seit einem deutlichen Rückgang auf 1,5 Prozent im Mai auf immer noch niedrigem Niveau weiter an. Im Juli hatte die Jahresrate 1,7 Prozent betragen. Im Vergleich zum Vormonat Juli erhöhten sich die Verbraucherpreise in Europas größter Volkswirtschaft um 0,1 Prozent.

Energie verteuerte sich im August im Vergleich zum Vorjahresmonat demnach um 2,3 Prozent. Vor allem für Heizöl (plus 10,4 Prozent) und Kraftstoffe (plus 3,9 Prozent) mussten Verbraucher tiefer in die Tasche greifen als vor Jahresfrist. Die Preise für Nahrungsmittel zogen um 3,0 Prozent an, wobei Butter mit einem Preisanstieg von fast 60 Prozent herausstach. Dienstleistungen verteuerten sich im Schnitt um 1,6 Prozent. Dazu zählen auch die Kaltmieten (plus 1,7 Prozent), die etwa ein Fünftel des Warenkorbes ausmachen, anhand dessen die Statistiker die Inflationsrate berechnen.

Der nach europäischen Standards errechnete Preisindex (HVPI) für Deutschland lag im August ebenfalls um 1,8 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Binnen Monatsfrist erhöhte sich diese Rate um 0,2 Prozent. Der deutsche HVPI fließt in die Berechnung der Inflationsrate für den gesamten Euroraum ein, an der die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Geldpolitik ausrichtet.

Die EZB strebt mittelfristig für die 19 Staaten mit der Gemeinschaftswährung ein stabiles Preisniveau bei einer Teuerung knapp unter zwei Prozent an. Weil die Währungshüter dieses Ziel seit Jahren verfehlen, versuchen sie mit viel billigem Geld nachzuhelfen. Ein baldiges Ende dieses vor allem in Deutschland umstrittenen Kurses ist nicht Sicht. Ende Oktober will die Notenbank erste Entscheidungen verkünden, wie sie 2018 weitermachen will.

Quelle: n-tv.de , jwu/dpa

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