Wirtschaft

Kartellamt erwartet Forderungen Kaiser's-Streit hat Folgen

Das Kartellamt war gegen die Übernahme.

Das Kartellamt war gegen die Übernahme.

(Foto: dpa)

Das Gezerre um die Übernahme von Kaiser's Tengelmann könnte für das Bundeskartellamt noch ein teures Nachspiel haben. In der Behörde rechnet man mit Schadenersatzforderungen.

Das Bundeskartellamt stellt sich wegen des ursprünglichen Verbots einer Übernahme von Kaiser's Tengelmann durch Edeka und Rewe auf Schadenersatzforderungen ein. "Edeka und Tengelmann klagen nach wie vor gegen unsere Untersagungsverfügung", sagte der Präsident des Bundeskartellamts, Andreas Mundt, dem "Tagesspiegel". "Als Grund werden auch mögliche Amtshaftungsforderungen angeführt." Das sei kein Einzelfall, sagte Mundt.

Der Verkauf der verlustreichen Supermarktkette Kaiser's Tengelmann an Edeka und Rewe war Ende vergangenen Jahres nach langem Ringen unter Dach und Fach gebracht worden. Der Deal kam erst nach einer Sondererlaubnis des damaligen Bundeswirtschaftsministers Sigmar Gabriel zustande.

Ursprünglich wollte Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub Kaiser's Tengelmann als Ganzes an den Branchenführer Edeka veräußern. Das Bundeskartellamt legte sein Veto gegen die Pläne ein, doch Gabriel überstimmte die Behörde mit seiner Sondererlaubnis. Kaiser's Tengelmann ging damit an Edeka. 60 Filialen mussten an Rewe weitergeleitet werden.

Kartellamtschef Mundt kritisierte, dass der Lebensmittelmarkt nach dem Wegfall von Kaiser's Tengelmann noch konzentrierter geworden sei. Er würde es deshalb begrüßen, wenn Amazon seinen Lebensmittellieferdienst tatsächlich bundesweit ausbauen sollte, sagte Mundt. "Bei einem Markt, den vier große Anbieter unter sich aufteilen, ist jeder neue Wettbewerber willkommen."

Quelle: n-tv.de , jga/rts

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