Wirtschaft

Eine Königin muss es wissen "Gutes Bier muss einfach schmecken"

Lena Hochstraßer ist die neue amtierende "Bayerische Bierkönigin". Die 23-Jährige setzte sich unter 126 Bewerberinnen durch. Was sie sich von dem Titel verspricht, welches Bier sie selbst trinkt und ob sie "Hausbier" braut, ob das 501 Jahre alte Reinheitsgebot noch up to date ist und was ein gutes Bier eigentlich ausmacht, verrät sie n-tv.de im Interview.

n-tv.de: Frau Hochstraßer, Sie tragen seit Kurzem den Titel "Bayerische Bierkönigin". Was bedeutet er, was kann man sich darunter vorstellen?

Die Bayerische Bierkönigin repräsentiert das bayerische Bier. Egal, ob jetzt in Bayern, Deutschland, Europa oder weltweit. Überall dort, wo bayerisches Bier verkauft und getrunken wird. Ich gehe zu Volks- und Brauereifesten. Man findet mich dann aber auch auf Lebensmittelmessen zum Beispiel.

Lena Hochstraßer, Castingbild

Lena Hochstraßer, Castingbild

Was versprechen Sie sich davon?

(lacht) Na, auf jeden Fall eine gute Zeit! Ich bin kommunikativ und offen, liebe es, neue Leute kennenzulernen, nette Gespräche zu führen, viel herumzureisen.

Wie wird man "Bayerische Bierkönigin"?

Die Bayerische Bierkönigin wird in einem mehrstufigen Verfahren gewählt. Nach einer Bewerbung beim Bayerischen Brauerbund sucht die Jury 25 Kandidatinnen aus. Nach einem anschließenden Casting bleiben sieben Kandidatinnen übrig. Aus denen wird dann im Finale die Bierkönigin gewählt via Online-, Saal- und Jury-Voting, jeweils gleichgestellt. Am Ende war ich dann die glückliche Siegerin!

Was waren Ihre ersten Gedanken nach der Wahl?

(lacht) Da geht einem nicht so viel durch den Kopf, man freut sich einfach unheimlich. Will nicht jedes Mädel mal ein Krönchen auf dem Kopf tragen? (lacht) Aber darum geht es ja nicht in erster Linie. Im Vordergrund stehen die Aufgaben und das Bier.

Apropos Bier: Wie kommt man auf die Idee, sich zu bewerben?

Das war ein ganz spontaner Einfall! Ich hab gedacht: Das ist genau mein Ding. Ich komme aus Bayern, interessiere mich für Bier, trinke es gern - und bin neugierig. 

Was ist denn Ihr Lieblingsbier?

Ein Lieblingsbier als solches gibt es nicht. Das ist situationsabhängig. Im Sommer, in der Biergartenzeit trink ich gern ein Helles oder ein Weißbier. Dazu dann noch eine Brotzeit, einen Wurstsalat oder einen Obazda. Da ist die Welt in Ordnung.

Brauen Sie selbst? Und was braucht man dazu eigentlich?

Bisher leider noch nicht. Aber das möchte ich auf jeden Fall in diesem Jahr noch machen. Das reizt mich schon länger, das Thema. Ein Brauerset reicht ja dafür schon. Das gibt es im Internet. Damit kann man dann seine eigene Würze kochen, muss aber auf die Temperatur immer achten. Einfacher ist es da schon, wenn man sich in einer Brauerei mit einklinkt.

Lena Hochstraßer

Lena Hochstraße ist 23 Jahre alt. Sie studiert Romanistik. Ihre Freizeit verbringt sie im Trachtenverein, singt in einem Gospelchor, bastelt Trachtenhaarnadeln und bemalt Schützenscheiben. Sie spricht fließend Englisch sowie Spanisch und Italienisch.

Das geht so einfach?

Ich denke schon. Wenn man als Bierkönigin nachfragt? (lacht)

Was macht ein gutes Bier für Sie aus?

Ein guter, runder Geschmack. Qualitativ hochwertige Rohstoffe. Eine schöne Schaumkrone. Es gehört eine ganze Menge dazu. Am Ende muss es halt einfach schmecken!

Welche Rolle spielt denn das Reinheitsgebot für die Qualität eines Bieres?

Ich finde, das Bayerische Reinheitsgebot spielt eine entscheidende Rolle für die Qualität und den Geschmack des Bieres. Es besagt ja, dass nichts anderes bei der Herstellung verwendet werden darf als Wasser, Hopfen, Malz und Hefe. Künstliche Enzyme oder zusätzliche Zuckerzugabe gibt es nicht. Das ist schon ein Alleinstellungsmerkmal von bayerischem, aber auch von deutschem Bier.

Lena Hochstraßer als Bayerische Bierkänigin

Lena Hochstraßer als Bayerische Bierkänigin

Ist das Reinheitsgebot auch deshalb ein Grund für den Exporterfolg des deutschen Biers?

Mit Sicherheit! Als Biertrinker auch im Ausland weiß man, was drin ist. Dass die Qualität stimmt.

Ist das mittlerweile 501 Jahre alte Gebot noch up to date? Schließlich gibt es vor allem aus der Craftbeer-Szene Kritik daran.

Ich denke, es ist noch immer modern. Und ich denke, dass man auch ein gutes Craftbeer nach dem Reinheitsgebot brauen kann. Es ist schwieriger, klar. Man braucht als Brauer mehr Fingerspitzengefühl, um die Aromen, die man sich vorstellt, zu bekommen. Der Hopfen spielt dabei eine größere Rolle.

Den Titel "Bierkönigin" trägt man für ein Jahr. Was machen Sie danach?

Das weiß ich noch nicht. Ich bin im Sommer fertig mit meinem Studium der Romanistik. Mein ursprünglicher Plan war, in Richtung Verlagswesen zu gehen. Aber ...

... also keine eigene Brauerei?

(lacht) Schaun mer mal. Vielleicht.

Mit Lena Hochstraßer sprach Thomas Badtke

Hier gelangen Sie zum n-tv extra "Das Geschäft mit Bier".

Quelle: n-tv.de

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