Wirtschaft

Zwei Wochen, drei Gewinnwarnungen German Startups Group verblüfft

Dass Unternehmen ihre Prognosen kassieren, ist nicht ungewöhnlich. Ein deutscher Start-up-Investor macht das allerdings in einer Frequenz, die durchaus bemerkenswert ist.

Mit der dritten Gewinnwarnung innerhalb von wenigen Tagen hat die German Startups Group für Gesprächsstoff gesorgt - und ihren Aktionären spürbare Kursverluste beschert.  

Der Grund: Nunmehr rechnet das Unternehmen damit, im abgelaufenen Geschäftsjahr nach Steuern einen Verlust von zehn Cents je Aktie zu erwirtschaften. Bis vor kurzem hatte das Management einen Gewinn erwartet.

Die Korrektur ist vor allem deshalb bemerkenswert, weil German Startups Group die Prognose bereits kurz zuvor zu Sylvester nach Börsenschluss gesenkt hatte - allerdings auf einen Nettogewinn in Höhe von mindestens 15 Cents pro Aktie. "Es ist schon selten, dass ein Unternehmen so spät im Jahr noch den Ausblick senken muss", so der Marktteilnehmer.

Damit nicht genug. Schon kurz vor Weihnachten hatte das Management einen Warnschuss abgefeuert: Es hatte seine Prognose von einem Netto-Gewinn in Höhe von 30 Cents pro Aktie zwar bestätigt, allerdings zugleich angekündigt, die Bewertung eines seiner Beteiligungen zu reduzieren.

Die Aktie verlor nach der dritten schlechten Nachricht rund sieben Prozent an Wert. Das sei "angemessen für einen Vorzeichenwechsel", sagt ein Händler. Anleger in dieser Branche müssten lernen, mit solchen Dingen umzugehen. "Das ist nichts anderes als das von Rocket Internet bekannte Problem der gesamten Branche mit den laufenden Neubewertungen der Beteiligungen", so der Händler. Aus Aktionärssicht sei diese Volatilität kaum in den Griff zu bekommen, daher mache es durchaus Sinn, dieses Geschäftsmodell nur als Private-Equity-Unternehmen durchzuführen - also als Unternehmen, das nicht an der Börse gehandelt wird.

Ein anderer Händler hatte nach der zweiten Gewinnwarnung betont: Der Geschäftsverlauf eines Unternehmens, das in Startups investiere, verlaufe selten geradlinig. Daher sollte die Senkung des Ausblicks nicht überinterpretiert werden.

Quelle: n-tv.de , jga/DJ

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