Wirtschaft

Keine Zukunft nach Steueraffäre Fahrenschon soll sich zurückziehen

Seit November 2011 ist Georg Fahrenschon Chef des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes. Bis vor kurzem galt seine Wiederwahl als Formsache, doch nun sieht es eher nach einer schnellen Trennung aus.

Nach einem Bericht der "Bild am Sonntag" sind die Tage von Georg Fahrenschon an der Spitze des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) gezählt. Das DSGV-Präsidium komme an diesem Dienstag zu einer Sondersitzung zusammen, um über die Steueraffäre des Präsidenten zu beraten, berichtete die Zeitung.

Eingeladen habe Fahrenschons Stellvertreter Thomas Mang, der auch Präsident des Sparkassenverbandes Niedersachsen ist. Bei dem Krisentreffen könnte das Ende von Fahrenschon als Verbandspräsident besiegelt werden. Vom obersten Sparkassen-Chef wird aus den Regionalverbänden ein freiwilliger Rückzug erwartet. Das wurde dpa aus Sparkassenkreisen bestätigt. Demnach soll sich Fahrenschon bis Dienstag entscheiden. "Er hat das klare Signal erhalten, dass es so nicht weitergeht", hieß es.

Neben der mutmaßlichen Steuerhinterziehung wird dem früheren bayrischen Finanzminister laut "Bams" vor allem vorgeworfen, den Strafbefehl gegen seine Person monatelang verheimlicht zu haben. "Er versuchte, uns auszutricksen. Dieser Vertrauensbruch ist genauso schlimm wie die Steuerhinterziehung", zitierte die Zeitung ein nicht namentlich genanntes Präsidiumsmitglied.

Erst am Mittwoch hatte der Sparkassenverband die Wiederwahl von Fahrenschon angesichts der Ermittlungen wegen Steuerhinterziehung kurzfristig verschoben. Tags zuvor hatte Fahrenschon eingestanden, dass die Staatsanwaltschaft München beim zuständigen Amtsgericht einen Strafbefehl gegen ihn beantragt hat. Der ehemalige bayerische Finanzminister räumte ein, seine Steuererklärungen für die Jahre 2012 bis 2014 verspätet, nämlich erst im vergangenen Jahr, beim Finanzamt eingereicht zu haben.

Quelle: n-tv.de , sba/rts/dpa

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