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ICE-Strecke Berlin-München Bahn kündigt größte Fahrplan-Umstellung an

3:55 Stunden - die Bahn lässt Berlin und München enger zusammenrücken. (Im Bild: Unstruttalbrücke bei Karsdorf, Sachsen-Anhalt.)

3:55 Stunden - die Bahn lässt Berlin und München enger zusammenrücken. (Im Bild: Unstruttalbrücke bei Karsdorf, Sachsen-Anhalt.)

(Foto: picture alliance / dpa)

Pünktlich und nicht teurer - das scheint bei großen Bauprojekten eher die Ausnahme geworden zu sein. Die Bahn hat dies mit der Verbindung Berlin - München geschafft. Und auch sonst geizt der Konzern nicht mit Superlativen.

Das letzte große Verkehrsprojekt im Zuge der Deutschen Einheit steht nach rund 25 Jahren vor dem Abschluss: Mit der neuen ICE-Trasse Berlin - München könne die Bahn Verbindungen für 17 Millionen Menschen beschleunigen und ausweiten, sagte Bahnchef Richard Lutz bei der Premierenfahrt über den letzten Bauabschnitt im Thüringer Wald. "Das ist die größte Angebotsverbesserung in der Geschichte der Deutschen Bahn." Auch Reisende auf anderen Verbindungen sollen profitieren - durch die größte Fahrplan-Umstellung der letzten Jahrzehnte.

Nahezu alle Fahrpläne für Anschlusszüge würden an die neue Strecke angepasst, kündigte Lutz an: "Was nutzt mir ein pfeilschneller Zug, wenn ich in Erfurt eine halbe Stunde auf den Anschlusszug warten muss?" Kürzere Fahrten bringe die Strecke so auch für Reisende aus Leipzig, Dresden, Halle und Erfurt. Auch Frankfurt am Main, Hamburg und Stuttgart profitierten, sagte Lutz. Der ICE-Knoten Erfurt werde die "schnelle Mitte Deutschlands".

Knapp vier Stunden vier 600 Kilometer

Ab Dezember sollen Züge regelmäßig in knapp vier Stunden die rund 600 Kilometer auf der Zehn-Milliarden-Trasse zwischen Berlin und München pendeln und damit Autofahrer und vor allem Flugreisende in die Züge locken. Das Anfang der 90er-Jahre gestartete Projekt hat rund zehn Milliarden Euro gekostet. "Die Strecke wird pünktlich fertig und liegt exakt im Kostenrahmen", sagte Lutz.

Der letzte Bauabschnitt durch den Thüringer Wald hat auf 107 Kilometern 22 Tunnel und 29 Brücken. Fast die Hälfte der Strecke verläuft hier unter der Erde oder über Täler. Zum Fahrplanwechsel im Dezember sollen zwischen Berlin und München täglich in jede Richtung drei ICE-Sprinter fahren, die die Distanz in 3 Stunden und 55 Minuten bewältigen. Reguläre ICE-Verbindungen mit mehr Halten brauchen etwa 20 Minuten länger.

Erfurt wird Fernverkehrsdrehkreuz

Bahnfahrer sparen so rund zwei Stunden. "Damit sind wir gegenüber dem Pkw unschlagbar und im Vergleich zum Flugzeug von City zu City die bessere Alternative", sagte Lutz. Die Verbindung wird sich laut Bahn aber auch auf viele andere Strecken auswirken. Vor allem in Ostdeutschland würden die Pläne von Nahverkehrszügen an die Hochgeschwindigkeitstrasse angepasst.

Profitieren wird besonders die thüringische Landeshauptstadt Erfurt, die zum Fernverkehrsdrehkreuz in Ostdeutschland ausgebaut wird. Hier trifft dann die Linie von Frankfurt am Main auf die Trasse Berlin -München. Die Zahl der Zughalte wird sich auf täglich 90 verdoppeln. Aber auch Dresden, Leipzig und Nürnberg werden besser angebunden.

Das Verkehrsprojekt Deutsche Einheit (VDE 8) bestand aus drei Abschnitten. Die Strecke Berlin - Halle/Leipzig ging 2006 in Betrieb, die Verbindung von dort nach Erfurt im Jahr 2015. Es blieb das anspruchsvollste Teilstück von Erfurt nach Ebensfeld in Bayern.

Quelle: n-tv.de , jwu/rts/dpa

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