Wirtschaft

Airline ist Spitzenreiter im Dax Analyst hebt Lufthansa auf Drei-Jahres-Hoch

Im Streit um die Gebühren in Frankfurt verlegt Lufthansa mehrere A380 nach München.

Im Streit um die Gebühren in Frankfurt verlegt Lufthansa mehrere A380 nach München.

(Foto: dpa)

Wer profitiert von der Krise bei Air Berlin? Ein Analyst ist sich sicher: Die Lufthansa wird den bisherigen Konkurrenten übernehmen und ihre Margen dadurch mittelfristig verbessern können. Dabei laufen die Geschäfte derzeit schon besser als erwartet.

Während immer offener über eine Abwicklung der Krisen-Fluglinie Air Berlin spekuliert wird, setzen die Anleger mehr denn auf Deutschlands Branchenprimus Lufthansa. Ein positiver Kommentar der Credit Suisse hat den Aktien des Dax-Konzerns zu einem Drei-Jahres-Hoch verholfen. Die Aktien der Fluggesellschaft stiegen um bis zu 3,5 Prozent auf 18,98 Euro und waren damit Spitzenreiter im Dax.

Die Stärke der Branchenkonjunktur im laufenden Jahr habe ihn überrascht, schrieb Credit-Suisse-Analyst Neil Glynn in einem Kommentar. Auf Basis des Lufthansa-Umsatzwachstums im April und Mai habe er seine Prognose für den operativen Gewinn 2017 um 19 Prozent auf 2,101 Milliarden Euro angehoben. "Außerdem gehen wir immer stärker davon aus, dass Air Berlin von Lufthansa geschluckt wird. Das wäre positiv für die mittelfristigen Margen."

Daher stufe er die Lufthansa-Titel auf "Neutral" von "Underperform" hoch und hebe das Kursziel auf 18,71 von 12,95 Euro an. Die kriselnde Fluggesellschaft Air Berlin beantragte vergangene Woche staatliche Bürgschaften.

Im Gebührenstreit mit dem Frankfurter Flughafen macht die Lufthansa unterdessen ernst und verlegt fünf ihrer größten Flugzeuge nach München. Die Maschinen vom Typ Airbus A380 sollen ab Ende März 2018 aus der bayerischen Landeshauptstadt nach Los Angeles, Hongkong und Peking starten, wie das Unternehmen mitteilte.

Der Konzern setzt damit seine Ankündigung um, internationale Umsteigerverkehre von Frankfurt auf seine anderen Drehkreuze München, Wien und Zürich umzuleiten. Hintergrund ist unter anderem ein Streit mit dem Frankfurter Betreiber Fraport über die aus Lufthansa-Sicht zu hohen Passagiergebühren am größten deutschen Flughafen. Die übrigen neun A380 will Lufthansa weiterhin in Frankfurt betreiben.

Quelle: n-tv.de , mbo/rts/dpa

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