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Ab 29. März wird umgestellt Was sind die Alternativen zu DVB-T2?

An DVB-T2 führen nicht viele Wege vorbei - aber es gibt sie.

An DVB-T2 führen nicht viele Wege vorbei - aber es gibt sie.

(Foto: picture alliance / Maurizio Gamb)

Ab dem 29. März wird in weiten Teilen Deutschlands auf DVB-T2 umgestellt. Wer nicht zum neuen Standard wechseln möchte, findet Alternativen, kommt aber bei HD-Qualität kaum günstiger weg.

Nur noch wenige Wochen können Nutzer in weiten Teilen Deutschlands über ihre DVB-T-Empfänger fernsehen. Dort, wo am 29. März auf den Nachfolge-Standard DVB-T2 umgestellt wird, schauen sie in die Röhre, wenn sie bis dahin nicht ein neues Gerät gekauft haben, das für das neue digitale Antennenfernsehen geeignet ist. Künftig gibt's zwar rund 40 Sender in HD-Auflösung zu sehen, aber nur die öffentlich-rechtlichen sind kostenlos empfangbar. Die privaten Sender stehen bei DVB-T2 nicht wie bisher in geringerer Qualität gratis zur Verfügung. Wer RTL & Co sehen möchte, muss 69 Euro für ein Abo von Netzbetreiber Freenet.TV pro Jahr bezahlen. Aber es gibt Alternativen.

Strippen ziehen oder Fritzbox nutzen

Eine relativ günstige Möglichkeit, DVB-T2 zu umgehen, ist Satellitenfernsehen. Hier gibt's die privaten Sender in SD-Auflösung kostenlos. Die nötige Technik erhält man für rund 200 Euro. Aber: Mieter sollten sich vor dem Kauf unbedingt informieren, ob sie eine Schüssel installieren dürfen. Wer Privatfernsehen in HD genießen möchte, ist ab 5 Euro pro Monat dabei.

Ist man bereits Kabelkunde, ist es wahrscheinlich am besten, wenn man für Zweit-Geräte über eine Weiche einen weiteren Anschluss legt. Das Gleiche gilt für Kunden, die lieber DVB-T genutzt haben, weil sich die Anschlussdose zu weit vom Fernseher befindet. Wichtig ist dabei, dass das Kabel zwischen Multimediadose und Router beziehungsweise Modem nicht länger als 3,50 Meter ist. Der Weg zum Fernseher darf ruhig weiter sein, mit hochwertigen Kabeln sind 10 bis 15 Meter kein Problem. Im Zweifel erkundigt man sich beim Kundendienst.

Eine ziemlich geniale Möglichkeit, das Kabel-TV-Signal auf Android- und iOS-Geräte zu streamen, haben Besitzer einer Fritzbox 6490 Cable. Sie müssen die Funktion lediglich auf der Box einrichten und Apps installieren. Alternativ kann man für rund 90 Euro auch einen FritzWLAN Repeater DVB-C kaufen, der ebenfalls drahtlos das Kabel-Signal weitergibt.

Viele Streaming-Anbieter

Weitere Alternativen bietet das Internet, wo eine ganze Reihe von Anbietern um die Gunst von künftigen Ex-DVB-T-Nutzern buhlt. Wer nicht nur in HD-Qualität fernsehen, sondern auch Sendungen aufnehmen, zeitversetzt sehen oder auf eine Online-Videothek zugreifen möchte, kann die Dienste eines IPTV-Dienstes in Anspruch nehmen. Die Kosten sind bei den klassischen Anbietern aber wesentlich höher als bei DVB-T2, je nach Umfang kosten die Angebote von Telekom, Vodafone oder 1&1 ungefähr zwischen 35 und 60 Euro pro Monat. Außerdem beträgt die Mindest-Datenrate für HD-Empfang des DSL-Anschlusses je nach Anbieter 12 bis 25 Megabit pro Sekunde (Mbit/s).

Preislich viel interessanter, aber nicht unbedingt mit weniger Funktionen ausgestattet ist Live-TV-Streaming, das auf Computern, Tablets, Smartphones oder mit Zusatz-Gerät auch auf Fernsehern empfangbar ist. Die öffentlich-rechtlichen Sender sind auch hier gratis, für HD-Qualität genügen Datenraten von rund 6 bis 8 Mbit/s.

Es gibt zahlreiche TV-Streaming-Anbieter, die vielleicht interessantesten sind Zattoo, Magine TV und Waipu.tv. Bei Zattoo kostet das Premium-Abo mit 30 HD-Sendern 10 Euro im Monat. Magine TV ist mit 7 Euro günstiger, von 37 Sendern gibt's aber nur 20 in HD. Bei Waipu.tv, das durch ein eigenes Glasfasernetz besonders schnell und zuverlässig ist, kosten 61 Stationen inklusive HD-Option, Pause- und Aufnahme-Funktion 6 Euro. Wer außerhalb des heimischen WLANs das komplette Angebot genießen möchte, muss weitere 5 Euro ausgeben.

Quelle: n-tv.de

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