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Drei iPhones zum Jubiläum Was Apple wahrscheinlich zeigen wird

So sieht das iPhone X alias iPhone 8auf einem Bild von Leaker Benjamin Geskin aus.

So sieht das iPhone X alias iPhone 8auf einem Bild von Leaker Benjamin Geskin aus.

(Foto: Benjamin Geskin @VenyaGeskin1)

Am 12. September wird Apple seine neuen iPhones vorstellen. n-tv.de fasst zusammen, was über die Geräte bereits bekannt ist und welche Geheimnisse im Steve Jobs Theater noch gelüftet werden könnten.

Nur noch wenige Tage, dann steigt, erstmals in Apples neuem Hauptquartier, die große iPhone-Show 2017. Zum zehnjährigen Jubiläum des Kult-Handys müssen Tim Cook & Co. mehr liefern als die doch recht zaghaften Updates der vergangenen drei Jahre. Und das werden sie auch, zumindest ein Gerät wird radikal anders sein als die Vorgänger. Mit dem iPhone 8 oder iPhone X schneidet Apple alte Zöpfe ab und versucht, ein Gerät für die Zukunft zu präsentieren. Das aber hat seinen Preis und so wird Cook in Cupertino voraussichtlich zwei weitere Smartphones vorstellen, die weit weniger spektakulär ausfallen dürften.

X wie 10

Wie das Jubiläums-iPhone tatsächlich heißen wird, ist noch nicht ganz klar. Vermutlich nennt es Apple iPhone X, wie es schon seit Januar im Gespräch ist. Dafür sprechen Fotos von Verpackungen, die "Let's Go Digital" offenbar von einem Mitarbeiter eines niederländischen Mobilfunkanbieters zugespielt bekommen hat. Die Website musste die Bilder schon kurz nach Veröffentlichung entfernen, was ein Indiz für deren Echtheit ist. Letztendlich ist der Name aber Nebensache, interessanter sind Technik und Design - wobei es kein echtes Geheimnis mehr ist, wie das Gerät aussehen wird. Deshalb haben auch schon viele Hersteller auf der IFA passendes Zubehör für das iPhone X vorgestellt, beispielsweise Schutzhüllen-Spezialist Catalyst.

Das Gerät wird den Leaks und Gerüchten zufolge das erste iPhone ohne physischen Home-Button auf der Vorderseite sein. Die Front wird stattdessen nahezu vollständig von einem rund 5,8 Zoll großen Bildschirm eingenommen. Apple setzt hier erstmals auf ein an den Seiten leicht gebogenes OLED-Display, wobei der tatsächlich nutzbare Display-Bereich möglicherweise nur 5,15 Zoll groß ist. Das Panel wird von Erz-Konkurrenten Samsung geliefert, der ohne Zweifel auf diesem Gebiet einsame Spitze ist.

Hier sieht man, dass das iPhone X kaum größer als ein iPhone 7 ist.

Hier sieht man, dass das iPhone X kaum größer als ein iPhone 7 ist.

(Foto: Carved Blog)

Wie bereits bei Smartphones von LG oder Samsung wird sich durch das "randlose" Display auch das Seitenverhältnis von 16:9 zu ungefähr 18:9, also 2:1, verändern. Das iPhone X ist also länger gezogen als seine Vorgänger. Trotz des größeren Bildschirms soll das Gerät insgesamt aber kaum größer als das aktuelle 4,7-Zoll-iPhone sein. Das sieht man beispielsweise bei einem Vergleich von "Carved Blog", das eine Attrappe des X zwischen aktuelle iPhones gelegt hat. Mit mehr als 500 ppi Pixeldichte soll das Display viel schärfer als der Bildschirm des iPhone 7 Plus (401 ppi) sein.

Wischen und gucken statt drücken

Der Home-Button könnte "Bloomberg" zufolge durch eine Software-Leiste ersetzt werden, die dem Dock des iPad mit iOS 11 ähnelt. Sie kann durch eine Wischgeste nach oben vergrößert werden. Tut man dies innerhalb einer App, werden die zuletzt geöffneten Anwendungen gezeigt. Zieht man die Leiste weiter nach oben, kehrt man zum Homescreen zurück. Vielleicht wird auch ein virtueller Home-Button angezeigt. An der Oberseite hat das Display mittig eine Aussparung für Sensoren, Lautsprecher und Frontkamera. Die Statusleiste wird so in zwei Bereiche links und rechts davon geteilt.

Den Fingerabdrucksensor konnte Apple wohl wie auch Samsung beim Galaxy S8 und dem Note 8 noch nicht ins Display integrieren. Kurz vor der Vorstellung des iPhone X gilt als wahrscheinlichste Ersatz-Lösung eine Gesichtserkennung. Durch eine spezielle 3D-Kamera beziehungsweise Infrarot-Sensoren auf der Vorderseite soll die Funktion wesentlich sicherer sein als beispielsweise beim Galaxy Note 8. Die 3D-Technologie soll auch für Augmented-Reality-Anwendungen zum Einsatz kommen, die künftig bei Apple eine große Rolle spielen sollen.

Gläserne Rückseite

Die Rückseite des iPhone X ist ebenfalls aus Glas, damit induktives Laden möglich ist. Eventuell wird der Akku nicht so schnell gefüllt wie bei Android-Smartphones und es sieht so aus, dass Apple das kabellose Laden nicht an jeder Qi-Station, sondern nur an lizenzierten Geräten gestatten wird. Möglicherweise steht die Funktion auch zum Marktstart noch nicht zur Verfügung, es soll Software-Probleme geben. Zusammengehalten wird das gläserne Prachtstück voraussichtlich durch einen Stahlrahmen und natürlich ist auch das neue iPhone-Flaggschiff wasserdicht.

Sicher ist, dass das Jubiläums-Smartphone eine vertikal angeordnete Dual-Kamera hat, die deutlich aus der Glas-Rückseite herausragt. Wie beim iPhone 7 Plus dürfte ein bei Smartphones übliches Weitwinkel-Objektiv durch eine Linse mit zweifacher Brennweite ergänzt werden. Die Qualität der Aufnahmen sollte Apple weiter verbessert haben. Außerdem sollen 4K-Videos mit 60 Bildern pro Sekunde möglich und diesmal beide Kameras optisch stabilisiert sein. Weitere Infos, die Entwickler Steven Troughton Smith in der Software für Apples smarten Lautsprecher Homepod entdeckt hat, deuten darauf hin, dass die Kamera ihre Einstellungen durch Erkennung von Szenen und Objekten automatisch anpasst. Auch das Doppel auf der Rückseite soll für AR-Anwendungen eingesetzt werden.

Zum X kommen die 8er

Für die neuen Funktionen und die hohe Auflösung des Displays wird das iPhone X genügend Rechenleistung im gläsernen Gehäuse haben. Zuständig dafür ist der neue A-11-Chip, dem bis zu 3 Gigabyte Arbeitsspeicher zur Seite stehen werden. Zu erwarten ist, dass vor allem der Grafikprozessor wieder einen großen Sprung machen wird. Bei der Speicherausstattung dürften Modelle mit 64 bis 512 Gigabyte an den Start gehen.

Leaker Benjamin Geskin zufolge kommt das iPhone X in Silber, Schwarz und einem neuen Goldton ("Blush") auf den Markt. Nach seinen Informationen dürfen Käufer für das edle Stück tief in die Tasche greifen: Die günstigste Variante soll 1000 Dollar, das teuerste Modell 1200 Dollar kosten. Ein Grund für die gepfefferten Preise sind die OLED-Displays von Samsung. Laut "AppleInsider" kosten sie Apple zwischen 120 und 130 Dollar pro Stück. Für das LCD des iPhone 7Plus sind nur 45 bis 55 Dollar fällig.

Neben dem iPhone X wird Apple daher wahrscheinlich auch zwei weitere Smartphones vorstellen, die weitgehend wie die aktuellen Geräte aussehen, einen Home-Button und LCDs haben. Sie haben allerdings in ihrem Innern vermutlich ähnlich starke Komponenten wie das iPhone X und auch die Kameras sollten verbessert worden sein. Außerdem wird erwartet, dass die "günstigen" iPhones auch eine Glas-Rückseite für induktives Laden haben. Um sie aufzuwerten, nennt Apple sie angeblich iPhone 8 und iPhone 8 Plus. Ihre Preise könnten sich im Bereich der aktuellen Geräte bewegen.

Quelle: n-tv.de

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