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Insta360 Nano im Test So wird das iPhone zur 360-Grad-Kamera

Am silbernen iPhone 7 Plus sieht die Insta360 Nano richtig gut aus.

Am silbernen iPhone 7 Plus sieht die Insta360 Nano richtig gut aus.

(Foto: kwe)

Die Insta360 Nano ist eine günstige kleine 360-Grad-Kamera, die an den Lightning-Anschluss des iPhone gesteckt wird. Im Test erweist sie sich als einfach und vielseitig.

Wer 360-Grad-Fotos und -Videos mit dem iPhone machen möchte, hat derzeit noch keine allzu große Auswahl an überzeugendem Zubehör. Die kleine Ansteck-Kamera Insta360 Nano verspricht hier eine gute und günstige Lösung für die 6er- und 7er-Modelle zu sein. n-tv.de hat sie getestet.

Die Kamera ist etwas größer als ein Feuerzeug und macht einen soliden Eindruck. Um sie in Betrieb zu nehmen, wird sie einfach an den Lightning-Anschluss gesteckt und über die passende App gesteuert und mit Updates versorgt. Das ist zwar etwas ungewohnt, weil man das iPhone dabei kopfüber halten muss, aber weiter kein Problem. Außerdem arbeitet die Insta360 Nano auch autonom, wenn man eine microSD-Karte eingesteckt hat. Dann genügt es ein, zwei oder drei Mal auf den Einschalter zu drücken, um Fotos, Videos oder zeitverzögerte Aufnahmen zu machen. Zeitraffer-Videos sind aber nur über die App möglich.

Perfekt für Instagram

Um die Ergebnisse zu betrachten, benötigt man ebenfalls wieder das iPhone, es sei denn man steckt die Speicherkarte der Kamera in einen PC. Vom iPhone aus kann man die Aufnahmen aber auch teilen. Es ist unter anderem möglich, sie zum Server des chinesischen Anbieters hochzuladen und sie per Link Freunden zugänglich zu machen oder auf Twitter oder Facebook zu posten. Besonders schön ist die neue Instagram-Funktion, bei der eine automatisch erzeugte Animation in quadratischer Form hochgeladen wird. Dabei verlangt die App gar keinen Zugriff auf das Konto, sondern legt den Clip zur Übergabe auf dem iPhone ab.

Erzeugt man einen QR-Code, kann man über ihn Aufnahmen in Apps importieren und so beispielsweise auf einem Android-Smartphone mit passendem Headset die 360-Grad-Videos und Fotos im VR-Modus betrachten. Wer das mit dem iPhone ausprobieren möchte, kann einfach die Verpackung nehmen, die gleichzeitig eine einfache VR-Brille ist. Nette Idee. Praktisch ist auch, dass die mitgelieferte Tasche auch als Putztuch für die Linsen dient.

Live-Streaming via Youtube

Grundsätzlich kann man die Aufnahmen in der App oder auf der Webseite als Panorama, in der Fischaugen-Perspektive oder als Kugel (Planet) betrachten. Entweder sieht man sich dabei über die Kreisel-Funktion mit dem Smartphone um oder bewegt das Bild mit dem Finger. Videos kann man auch via Youtube (Beta) oder Periscope live streamen.

Die Qualität der Aufnahmen mit 3040 x 1520 Pixel ist für diese Preisklasse durchaus gut. Zwar grieseln die Bilder auch bei gutem Licht ein wenig und rauschen in der Dämmerung kräftiger. Aber die Fotos und Videos sind auf dem iPhone-Bildschirm hübsch anzuschauen und können sich auch noch auf größeren Bildschirmen sehen lassen. Die beiden Einzel-Aufnahmen werden sauber zusammengefügt und der blinde Fleck an der Unterseite ist relativ klein. Außerdem bietet die App einen HDR-Modus, die Belichtung kann korrigiert werden und es gibt eine Reihe von Filtern. Gut: Der Hersteller bietet kostenlose Bearbeitungs-Software für Mac und Windows an.

Videoaufnahmen sind in den Voreinstellungen auf 15 Minuten begrenzt, man kann die Beschränkung aber aufheben. Länger als 45 Minuten wird eine Aufnahme aber trotzdem kaum, da der Akku ungefähr nach dieser Zeit schlapp macht.

Alles in allem bietet die Insta360 Nano ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und macht nicht zuletzt durch seine vielen Möglichkeiten, Inhalte zu teilen, viel Spaß. Wer allerdings plant, im Herbst ein neues iPhone zu kaufen, sollte vielleicht noch abwarten. Denn möglicherweise passt die Kamera dann nicht mehr.

Quelle: n-tv.de

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