Technik

Ausdauernder Bluetooth-Barren Riva Turbo X ist ein günstiges Soundwunder

Schwarzer Sound-Barren mit Ausdauer: der Riva Turbo X.

Schwarzer Sound-Barren mit Ausdauer: der Riva Turbo X.

(Foto: jwa)

Der Riva Turbo X ist ein Bluetooth-Lautsprecher mit tollem Klang und langer Akkulaufzeit zu erschwinglichen Preisen. n-tv.de verrät, was ihn besonders macht und warum er besser klingt als die meisten Konkurrenten.

Bluetooth-Lautsprecher gibt's wie Sand am Meer. Wer in der unüberschaubaren Masse an Herstellern herausstechen will, braucht ein Alleinstellungsmerkmal - hervorragenden Sound, tolles Design, günstige Preise. Oder eine gute Story, so wie der amerikanische Hersteller Riva. Im Test zeigt sich aber schnell, dass dahinter mehr steckt als nur cleveres Marketing.

Die Riva-Gründer sind zwei Musik-Enthusiasten. Der eine ist schon über 70 und kannte Jimi Hendrix, David Bowie, Miles Davis und Bob Marley persönlich. Beim Pressetermin auf der IFA schauen die Ikonen von großformatigen Schwarzweiß-Fotos auf die Besucher herab. Der andere ist deutlich jünger, er bringt das technische Know-How mit ins Unternehmen. Was die Riva-Lautsprecher besonders macht? In wenigen Worten: Sie klingen besser als andere Bluetooth-Speaker und geben den Sound bei jeder Lautstärke natürlich wieder.

Der Riva-Effekt

Klar, das behaupten viele. Aber bei Riva will man das durch spezielle Anpassung des Klangs und gezielte Bearbeitung einzelner Frequenzen je nach Lautstärke-Niveau erreichen - viel Aufwand also für einen Effekt, den man im Idealfall nicht wahrnimmt, eben weil alles natürlich und unverfälscht klingt. Auf der Messe zeigt die Firma ihr erstes Multiroom-System, das Sonos Konkurrenz macht. Doch hörbar ist der Riva-Effekt auch schon mit dem Bluetooth-Lautsprecher Turbo X, der schon etwas länger auf dem Markt ist.

Rund 150 Euro kostet der 1,3 Kilo schwere und solide Bluetooth-Barren aktuell. Das ist kein hoher Preis für das, was er zu bieten hat. Die Verarbeitung ist ordentlich und hochwertig, Metall und Kunststoff kommen zum Einsatz. Kleiner Nachteil: Die glänzende Oberseite ist recht kratzempfindlich. Dafür schützt eine an der Unterseite geparkte Gummiabdeckung die rückseitigen Anschlüsse bei Bedarf gegen Wasser und Staub. Hinterm Metallgitter sitzen drei Lautsprecher und vier Bassstrahler, die in alle vier Richtungen abstrahlen und so ein breites Klangbild erzeugen, das vor allem in Innenräumen einen Stereoeffekt erzielt.

Das Metallgitter läuft beim Turbo X einmal rundum. Hinten sitzen Anschlüsse und der wichtige rote Knopf.

Das Metallgitter läuft beim Turbo X einmal rundum. Hinten sitzen Anschlüsse und der wichtige rote Knopf.

(Foto: jwa)

Dicker Akku, satter Sound

Der Akku hält rund 25 Stunden durch und lädt bei Bedarf über den USB-Ausgang ein angestecktes Smartphone gleich mit. Neben der Bluetooth-Anbindung gibt's auch einen Eingang für Klinkenstecker, Anrufe können über die Freisprechfunktion entgegengenommen werden, eine Smartphone-App bietet Extras wie Equalizer, Akkustandsanzeige und Fernsteuerung.

Mit einer Gesamtleistung von 45 Watt macht der Turbo X ordentlich Dampf. Spitzenwerte von rund 100 Dezibel soll er im Turbo-Modus erzielen. Ob's stimmt, wurde im Test nicht nachgemessen. Aber auch so ist klar: Der Speaker ist ganz schön laut. Neben dem Turbo-Modus, der sich etwas albern mit dem Geräusch eines aufheulenden Motors ankündigt, wenn man in der App die entsprechende Taste drückt, gibt's noch die Surround-Funktion. Die soll, ebenfalls per Tastendruck, das Klangbild weiter machen. Im Test erzielte das aber sowohl in Innenräumen als auch im Freien einen kaum hörbaren Unterschied.

Lobenswert ist tatsächlich der natürliche Klang mit Stereo-Effekt, der auch bei hohen Lautstärken nicht verzerrt oder übersteuert und dadurch angenehm ins Ohr geht. Umgekehrt sind auch im Flüstermodus leise Elemente und tiefe Frequenzen noch gut hörbar, was nicht selbstverständlich ist. Eventuell gewöhnungsbedürftig: Der Bass-Wumms anderer Lautsprecher fehlt, das Klangbild bleibt neutral. 

Sieben Tasten und ein roter Knopf

Die wichtigsten Funktionen sind über insgesamt sieben Tasten an der Oberfläche des Speakers erreichbar, die bei Annäherung oder Berührung blau aufleuchten. Schade: Skip-Tasten zum Vor- und Zurückspringen fehlen. Die Tasten sind leicht konkav und berührungsempfindlich, lassen sich aber leider nicht eindrücken - etwas mehr haptisches Feedback wäre toll.

Relativ schnell passiert es, dass man aus Versehen auf den Ein-Schalter drückt, ohne es zu merken, zum Beispiel beim Verstauen im Rucksack. Das ist schlecht, denn im eingeschalteten Zustand zieht der Turbo X ordentlich Akku. Unbedingt beachten sollte man daher die kleine rote Taste auf der Rückseite, die den Speaker richtig ein- und ausschaltet, indem die Batterie entkoppelt wird. Geladen wird der Turbo-Speaker nicht wie viele andere Bluetooth-Geräte über microUSB, sondern mit einem 19V-Netzteil. Das hat den Nachteil, dass man ihn nicht unterwegs eben an den Strom stecken oder mit einem Akkupack aufladen kann.

Das sind kleine Minuspunkte, die zeigen: Alles ist nicht perfekt beim Turbo X. Doch der Lautsprecher kann mit seinem erfreulich klaren und natürlichen Klang in allen Lautstärken, der langen Akkulaufzeit und mit seiner Funktionalität die wichtigsten Wünsche seiner audiophilen Zielgruppe erfüllen. Das schlichte Design macht ihn zudem mit den meisten Wohneinrichtungen kompatibel. Allzu mobil ist er nicht, dafür ist er zu groß und zu schwer. Doch das muss man für seine gute Leistung in Kauf nehmen. Der Preis von aktuell rund 150 Euro im freien Handel ist zudem sehr fair - für das Geld gibt's kaum bessere Bluetooth-Speaker.

Quelle: n-tv.de

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