Technik

Mit anpassbarem Noise Cancelling Libratone Q Adapt sind flexible Klangmeister

Beide Q-Adapt-Modelle von Libratone bieten anpassbares Noise Cancelling.

Beide Q-Adapt-Modelle von Libratone bieten anpassbares Noise Cancelling.

(Foto: jwa)

Mit den Q-Adapt-Kopfhörern feiert Libratone eine gelungene Premiere: In-Ear- und On-Ear-Modell klingen toll, sehen stilvoll aus und haben mit der mehrstufigen Geräuschreduzierung ein echtes Killer-Feature. Sie sind aber nicht für jeden geeignet.

Der dänische Hersteller Libratone hat sich bislang einen Namen gemacht mit Bluetooth- und WLAN-Lautsprechern im ungewöhnlichen und geschmackvollen Design. Mit den Q-Adapt-Modellen bringen die Skandinavier ihre ersten Kopfhörer auf den Markt, und sowohl die In-Ear- als auch die On-Ear-Variante kommen mit cleverer anpassbarer Geräuschreduzierung und gutem Sound. Eine gelungene Premiere? n-tv.de hat die Geräte ausprobiert.

Kopfhörer mit aktiver Geräuschreduzierung (Active Noise Cancelling, ANC) sind häufig groß und schwer. Die meisten Modelle dieser nicht nur für Pendler und Reisende segensreichen Geräteklasse kommen als Over-Ear-Kopfhörer, bedecken also die Ohren komplett und sind dementsprechend groß. Es gibt auch In-Ears mit ANC, die dann aber häufig einen eigenen Akku haben, der aufgeladen werden muss. On-Ears, also Kopfhörer, die nur auf den Ohren aufliegen, gibt es nur wenige mit Geräuschunterdrückung.

Ein Segen für Pendler

Libratones Q-Adapt On Ear ist kompakt und passt auch mal in die Jackentasche, wenn man die kreisrunde Transporthülle nicht mitnehmen möchte. Außerdem fällt er nicht so sehr auf wie die klobigen On-Ear-Modelle und ist deshalb auch aus modischen Gesichtspunkten ein Gewinn im Pendelverkehr.

Tatsächlich sieht er richtig gut aus, ist klasse verarbeitet und trägt sich auch angenehm, erst über mehrere Stunden drücken die Ohrmuscheln etwas an den Ohren. Was in ihm steckt, sieht man ihm nicht an - andere Kopfhörer ohne ANC sind auch nicht unbedingt kompakter. Doch er hat eine Menge drauf: 20 Stunden spielt er kabellos Musik über Bluetooth, in der rechten Ohrmuschel ist eine unsichtbare Touch-Fläche für alle Funktionen verbaut. Nettes Detail: Zum Verändern der Lautstärke wischt man im Kreis über die Ohrmuschel. So ähnlich geht das auch bei den Libratone-Lautsprechern Too, One Style und One Click.

Killer-Feature "City Mix"

Der Sound des Kopfhörers ist gut, überraschend ausgewogen und detailreich, mit satten Bässen, klaren Höhen und ausbalancierten Mitten, ohne dass einem Frequenzbereich der Vorzug gegeben wird. Killer-Feature ist aber die über eine Extra-Taste anpassbare Geräuschreduzierung "City Mix". Auf der ersten Stufe hört der Träger die Umgebungsgeräusche verstärkt, während die Musik weiterläuft. Dann folgt die Geräuschreduzierung in drei Schritten – auf der stärksten Stufe hört der Träger quasi nichts mehr von seiner Umgebung, gleichmäßige Geräusche verstummen fast komplett.

Q Adapt auf dem Smartphone: Per App lassen sich die In-Ears kontrollieren.

Q Adapt auf dem Smartphone: Per App lassen sich die In-Ears kontrollieren.

(Foto: jwa)

Die In-Ear-Variante des Q-Adapt bietet die gleichen Vorzüge. Die Geräuschreduzierung erscheint hier etwas weniger effektiv, hat aber einen entscheidenden Vorteil: Beim On-Ear-Modell rauschen auf der ersten City-Mix-Stufe Fahrtwind und frische Böen unangenehm im Ohr, beim In-Ear-Kopfhörer nicht. Damit kann man die Stöpsel bei geringer Lautstärke auch mal auf dem Fahrrad tragen.

Noise Cancelling per Fernbedienung

Großer Pluspunkt: Für die Geräuschreduzierung gibt es eine Kabelfernbedienung mit einer Extra-Taste und weiteren Tasten für Lautstärke und Play/Pause. Einen Extra-Akku braucht es nicht, die Technik ist sehr platzsparend verbaut. Gut so! Das Kabel ist mit Stoff umwickelt und wirkt hochwertig. Es verknotet nicht, verdreht sich aber mitunter und muss dann entwirrt werden, indem man entweder die Stecker aus dem Ohr nimmt oder das Kabel abzieht.

Die Q-Adapt-In-Ears haben aber auch einen entscheidenden Nachteil: Sie kommen mit fest verbautem Lightning-Stecker, sind also nur mit neueren iPhones kompatibel. Android-Nutzer haben das Nachsehen. Der Fokus auf iPhone-Nutzer schlägt sich auch in der Farbwahl nieder, die an die verfügbaren iPhone-Farben angepasst ist.

Android-Nutzer müssen also zum On-Ear-Modell greifen. Das wiederum kommt mit Klinkenkabel, falls mal der Akku leer ist, und lässt sich per Micro-USB-Kabel aufladen - beide sind ebenfalls mit Stoff umwickelt. Die verfügbaren Farben orientieren sich aber auch hier am iPhone-Angebot.

App hat Luft nach oben

Nettes Extra sind die weichen und trotzdem stabilen Transporthüllen, die bei beiden Modellen nicht viel Platz wegnehmen und die Kopfhörer sicher aufbewahren. Die Libratone-App dient bei den In-Ears dazu, die Firmware zu aktualisieren, sie bietet zudem drei Soundprofile (neutral, mehr Bass, mehr Höhen) und eine Taste für den "Hush"-Modus, in dem die Musik ganz verstummt und die Umgebung verstärkt hörbar wird. Der Mehrwert ist aber gering und um die App zu nutzen, muss man sich mit E-Mail-Adresse anmelden. Im Test hatte sie zudem Aussetzer, in denen sie die Kopfhörer nicht erkannte oder plötzlich Musik auf voller Lautstärke spielte.

Zum Glück sind die Q-Adapts aber auch ohne App wirklich gute Kopfhörer, die klasse klingen und mit dem anpassbaren ANC einen echten Mehrwert bieten. Mit rund 250 Euro sind die On-Ear-Kopfhörer im ANC-Segment im Mittelfeld und damit ihr Geld wert, zumal sie wertig und gut verarbeitet sind. Die In-Ears kosten 150 Euro, sind ähnlich gut verarbeitet und damit ebenfalls eine echte Empfehlung für alle, die nach guten, dezenten ANC-Kopfhörern fürs iPhone suchen.  

Quelle: n-tv.de

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