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Amazons Tablet-Schnäppchen Ist das Fire HD8 gut oder nur günstig?

Das Fire HD8 zeigt, was man von einem 100-Euro-Tablet erwarten kann: nicht viel.

Das Fire HD8 zeigt, was man von einem 100-Euro-Tablet erwarten kann: nicht viel.

(Foto: jwa)

Amazons Fire-Tablets sind vor allem eines: sehr günstig. Aber können sie auch sonst überzeugen? n-tv.de hat das neue Fire HD8 ausprobiert.

Wie gut kann ein Tablet sein, das billiger ist als 100 Euro? Amazon hat mit seinen Fire-Geräten eine mögliche Antwort auf diese Frage. Das neue Fire HD8 ist wie seine Tablet-Vorgänger nicht gerade schlank, nicht gerade hochwertig und nicht gerade scharf – aber es kostet für Prime-Kunden eben auch nur 90 Euro, alle anderen müssen 110 Euro bezahlen. Reicht das als Kaufargument?

Der Preisnachlass für treue Prime-Mitglieder deutet schon an, für welche Zielgruppe das Fire HD8 gedacht ist: Amazon-Kunden, die beim Online-Händler nicht nur gelegentlich Besorgungen tätigen, sondern aktiver Teil des Ökosystems sind, E-Books auf dem Kindle lesen, Hörbücher über Audible beziehen und das Video- und Musikangebot nutzen. Zwanzig Euro Ersparnis gegenüber Normal-Nutzern, das ist immerhin schon ein fast Drittel der Jahresgebühr für Amazon Prime.

Fokus auf Amazon-Inhalten

Und so ist die Benutzeroberfläche auch ideal darauf ausgerichtet, auf Inhalte aus Amazons Shop und aus dem App-Angebot des Online-Händlers zuzugreifen. Es gibt die Startseite mit installierten Apps, die sich auf den ersten Blick kaum vom Homescreen eines Android-Tablets unterscheidet, wo aber prominent "neue Inhalte" angezeigt werden, zum Beispiel Bücher oder Filme aus Amazons Angebot.

Ein Wisch nach rechts zeigt den Bereich "Aktuell", wo die zuletzt geöffneten Apps und Inhalte gelistet sind. Durch Linkswischen kommt man zu den Inhaltsseiten. Hier werden Bücher, Videos und Spiele in vertikal scrollbaren Listen gezeigt, gefolgt von Seiten für den Amazon-Shop, den eigenen App-Store, für Musik, Audible und den Zeitungskiosk. Übrigens: Amazon Free Time ist auch an Bord, schon bei der Einrichtung wird dem Nutzer angeboten, einen Kinder-Account hinzuzufügen.

Das Betriebssystem Fire OS basiert zwar auf Android, doch einen Zugriff auf Googles Play Store hat man vom Fire-Tablet nicht. Alle Software müssen Nutzer aus Amazons App-Sammlung beziehen, in der sie aber viele populäre Apps finden können. Für Anwendungen wie Google Maps gibt es entsprechende Ersatz-Lösungen, ein Prime-Konto ist in der Regel nicht erforderlich.

(Foto: jwa)

Mieses Display

Einen Browser gibt es auch, um im Internet zu surfen, allerdings ist das Fire HD8 nicht das schnellste Tablet unter der Sonne, Webseiten brauchen eine Zeit, um sich aufzubauen. Aber surfen sollen Nutzer auch gar nicht mit dem Fire-Tablet, genauso wenig wie Fotos machen – obwohl auch das mit der 2-Megapixel-Rückkamera geht. Das Ergebnis ist aber erwartungsgemäß ziemlich mies.

Wer ein Fire-Tablet sein Eigen nennt, soll es vor allem nutzen, um seine bei Amazon gekauften Medieninhalte zu konsumieren und neue Inhalte zu entdecken und zu kaufen. Besonders schade ist vor diesem Hintergrund, dass die Auflösung derart niedrig ist, dass Schriften schnell unscharf werden und Bildinhalte nicht wirklich knackig wirken. Auch ist das Display nicht besonders hell und spiegelt sehr stark. Da macht sich der niedrige Preis negativ bemerkbar.

Kein Ramsch, aber ...

Immerhin: Das Arbeitstempo ist in Ordnung, Ruckler leistet sich das Fire HD8 nur selten. Ein microSD-Slot nimmt Speicherkarten mit einer Kapazität bis zu 256 Gigabyte auf, auf denen Nutzer zusätzlich Dateien und Medien ablegen können. Die Verarbeitung ist ordentlich, das Gehäuse macht einen stabilen Eindruck, und die Schutzhülle mit magnetischem Deckel und integriertem Klappständer, die dem n-tv.de-Testgerät in goldgelber Ausführung beilag, macht mit ihrem Textilbezug einen ansprechenden Eindruck.  

So ist das Fire HD8 wie schon seine Vorgänger ein günstiges, technisch und optisch aber entsprechend unspektakuläres Gerät, von dem man nicht zuviel erwarten darf. Umgekehrt erfordert es von seinen Käufern auch keine große Investition. Ramsch muss man es nicht schimpfen, doch ein gewisses Billig-Gefühl drängt sich bei seiner Benutzung schon auf. Das liegt vor allem am schwachen Display, dem etwas mehr Auflösung nicht geschadet hätte - den Aufpreis könnten sicher die meisten Käufer verkraften.

Quelle: n-tv.de

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