Technik

Mit Bluetooth und Geräuschkiller Inline Pure 1 bietet günstiges Hörvergnügen

Von Johannes Wallat

Hochwertig und günstig: Der Inline Pure 1.

Hochwertig und günstig: Der Inline Pure 1.

(Foto: jwa)

Kopfhörer mit aktiver Geräuschunterdrückung sind nicht günstig. Der Inline Pure 1 bietet Funktionen wie seine teuren Vorbilder, ist aber viel preiswerter. Der Test zeigt, was er taugt.

Kopfhörer mit aktiver Geräuschunterdrückung sind ein Segen für alle, die sich in lauten Umgebungen ein bisschen Ruhe gönnen wollen. Sie blenden nicht nur Hintergrundgeräusche aus, sondern machen dadurch gleichzeitig auch die Musik besser erfahrbar. Ihr Manko: Wer ein gutes Modell haben will, muss meistens tief in die Tasche greifen. Der Inline Pure 1 aber ist ein verhältnismäßig günstiges Modell, das für wenig Geld viel verspricht und sich im Test in fast allen Bereichen bewährt hat.

Inline zeigt mit seinem ersten Kopfhörer mit aktiver Geräuschunterdrückung (Active Noise Cancelling, ANC) Bewusstsein für die wichtigen Details, die man so auch bei den deutlich teureren Vorgängern findet. So wird der Pure 1 mit einer kompakten Transportbox und Audio- und Ladekabel sowie Flugzeugadapter ausgeliefert. Alle Teile machen einen soliden Eindruck.

Fester Sitz

Die Verarbeitung des Kopfhörers ist gut, Metall und Kunstleder wirken wertig und robust. Die kreisrunden Ohrmuscheln erinnern an den Beoplay H7, der dreimal so viel kostet. Die Größenverstellung ist etwas schwergängig, aber wer den Bügel einmal passend eingestellt hat, muss keine Angst haben, dass die gewählte Position verrutscht. Der Anpressdruck ist recht hoch, die Ohrmuscheln für große Ohren möglicherweise etwas zu klein und mit 337 Gramm ist der Pure 1 nicht besonders leicht, was ihn bei längerem Tragen etwas unbequem werden lässt.

Bedienen lässt er sich wie die meisten anderen Kopfhörer seiner Klasse. Alle wichtigen Elemente sitzen an den Ohrmuscheln und sind leicht zu finden, eine Multifunktionstaste dient zum Ein- und Ausschalten und für Play/Stopp. Pluspunkt: Das mitgelieferte Kabel hat ein Mikrofon und eine Bedientaste, was bei leerem Akku nützlich ist.

Die Bedienelemente sitzen an der rechten Ohrmuschel.

Die Bedienelemente sitzen an der rechten Ohrmuschel.

(Foto: jwa)

Apropos: Die Akkulaufzeit ist eine der Schwachstellen des Kopfhörers. Die Abspieldauer gibt Hersteller Inline mit 7 Stunden bei voller Lautstärke und eingeschaltetem ANC an. Das ist in Ordnung, liegt aber deutlich unter dem, was andere Hersteller anbieten. Der Beoplay bietet 20 Stunden inklusive Wechselakku, jedoch ohne ANC.

Keine Extras

Boses Referenzmodell Quietcomfort 35 bringt es mit Geräuschunterdrückung auf 20 Stunden, der Akku ist zudem in zwei Stunden wieder voll, der Inline Pure 1 braucht über drei Stunden zum Laden, kann dabei aber weiterhin genutzt werden. Die verkürzte Laufzeit ist erträglich, vor allem wenn man bedenkt, dass auch der Bose-Hörer mit 380 Euro deutlich teurer ist als der Inline, der für 150 Euro angeboten wird.

Nützliche Zusatzfunktionen wie eine Taste zum Einblenden der Umgebungsgeräusche oder eine Pause-Automatik, wenn man den Hörer absetzt, gibt's beim Pure 1 nicht, auch eine App für zusätzliche Einstellungen fehlt. Wie viel Ladung noch übrig ist, erfährt der Nutzer nicht - erst bei einer Restladung von 10 bis 15 Prozent gibt's alle 60 Sekunden eine Warnmeldung.

Warmer Klang

Der Klang des Pure 1 ist angenehm warm. Höhen und Mitten hält er zurück, sodass es auch bei höheren Lautstärken nicht unangenehm schneidend ins Ohr tönt. Bässe kommen relativ weich und gut wahrnehmbar beim Hörer an. Bei eingeschalteter ANC verbessert sich der Klang leicht, aber hörbar. Dann ist das Klangbild voller und dynamischer und die Bässe kräftiger.

Die Brillanz und die Klarheit teurerer Konkurrenzmodelle erreicht der Pure 1 nicht, das ist aber auch gar nicht schlimm. Für weniger als die Hälfte des Preises bekommen Käufer eine vernünftige Alternative zu den Vorzeigemodellen von Bose und Co. Preislich am nächsten dran ist der Plantronics Backbeat Pro 2, und auch der kostet mindestens 250 Euro.  

Quelle: n-tv.de

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