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Drei drahtlose On-Ear-Lärmkiller Diese NC-Kopfhörer sind klein, aber oho

Starke On-Ear-Modelle: AKG N60 NC, Sennheiser Momentum On-Ear und Libratone Q Adapt.

Starke On-Ear-Modelle: AKG N60 NC, Sennheiser Momentum On-Ear und Libratone Q Adapt.

(Foto: jwa)

On-Ear-Kopfhörer mit Geräuschunterdrückung und Bluetooth sind ideal für unterwegs - sie klingen gut, sind praktisch und kompakt. n-tv.de verrät Stärken und Schwächen dreier Modelle von Sennheiser, AKG und Libratone.

Kopfhörer mit Geräuschunterdrückung versprechen ihren Trägern auch im größten Trubel eine himmlische Ruhe. Sie umschließen meistens die Ohren und bringen auf Knopfdruck Stille oder reduzieren zumindest den Umgebungslärm erheblich. Die komfortablen Over-Ear-Modelle, von denen es inzwischen unzählige gibt, haben aber einen entscheidenden Nachteil: Sie sind relativ groß und nehmen zusammen mit ihrer Transportbox viel Platz im Gepäck weg. Wer deshalb nicht gleich zu einem In-Ear-Kopfhörer greifen will, nimmt einen ohraufliegenden Kopfhörer. n-tv.de hat drei On-Ear-Modelle mit aktiver Geräuschunterdrückung getestet.

Sennheiser Momentum On-Ear Wireless

Sennheisers Momentum-Kopfhörer sind Publikumslieblinge, und das nicht zu Unrecht. Die Kopfhörer sind edel verarbeitet, mit Ohrmuscheln aus Leder oder Alcantara und Bügeln aus stabilem Metall. Dazu klingen sie hervorragend und bieten auf Wunsch aktive Geräuschunterdrückung. Wer keine Lust auf Kabel und große, ohrumschließende Muscheln hat, greift zum Momentum On-Ear Wireless, dem kompaktesten Modell der Familie.

Der Momentum On-Ear ist ein Klangprofi mit wenig Extras.

Der Momentum On-Ear ist ein Klangprofi mit wenig Extras.

(Foto: jwa)

Der Kopfhörer bietet Geräuschunterdrückung, sobald man ihn einschaltet - Sennheiser nennt die Technologie "NoiseGard". Sie filtert gleichmäßige Geräusche in der Umgebung gut heraus, ist aber recht zurückhaltend und von den drei Modellen im Test ist der Momentum der zurückhaltendste Rauschunterdrücker. Der Klang ist dagegen spitze, im Direktvergleich liegt er zusammen mit AKGs N60 NC Wireless vorne. Der Momentum hat den wärmsten, vollsten Klang und gibt Bässe und tiefere Frequenzen schön wieder. Dafür fehlt es ihm in den Höhen ein wenig an Brillanz. Pluspunkt: Die App CapTune (gratis für Android und iOS) bietet einen Equalizer, mit dem das Klangbild nach eigenen Wünschen angepasst werden kann.

Ein Betrieb ohne NC ist nur dann möglich, wenn man den Momentum mit Kabel verbindet und ausschaltet. Gut: Der Gesamt-Sound wird dadurch nur unerheblich schwächer. Eine Taste zum Zwischenhören oder sonstige Extrafunktionen fehlen. Weil der Bügel recht weit vom Kopf absteht, wirkt der Kopfhörer insgesamt eher wie ein kleines Over-Ear-Modell. Der Akku hält maximal 22 Stunden, Telefonieren kann man mit dem Kopfhörer auch. Im Lieferumfang sind eine Transportbox, Audio- und USB-Kabel sowie ein Flugzeugstecker. Verkauft wird der Momentum On-Ear Wireless bei Sennheiser für 350 Euro, im Netz kann man ihn aber schon für 260 Euro finden.

AKG N60 NC Wireless

Der AKG-Kopfhörer ist das neueste Modell im Test. Die Österreicher sind wie ihre deutschen Kollegen von Sennheiser bekannt für hohe Qualität, das NC-Modell ist da keine Ausnahme. Die Verarbeitung ist gut, große Teile des Geräts sind mit gepolstertem Kunstleder überzogen, an den restlichen Stellen schimmert Metall hervor. Die Ohrmuscheln mit Memory-Schaum haben etwas weniger Anpressdruck als beim Sennheiser und sind weicher gepolstert, weshalb sie im Test angenehmer zu tragen waren.

AKGs N60 NC klingt toll und sitzt gut.

AKGs N60 NC klingt toll und sitzt gut.

(Foto: jwa)

Der Klang ist klasse, mit vielen Details in Mitten und Höhen und dadurch insgesamt etwas offener als beim Sennheiser. Bässe werden aber etwas dezenter wiedergegeben, der volle warme Sound des Sennheisers musste hier zugunsten einer etwas neutraleren Abstimmung weichen - was man bevorzugt, ist Geschmackssache. Eine App zum Anpassen des Sounds gibt es nicht, die CapTune-App erkennt aber auch den AKG-Kopfhörer und passt seinen Klang auf Wunsch anstandslos an.  

Auch beim AKG-Kopfhörer ist die Geräuschunterdrückung automatisch eingeschaltet. Eine Unterbrechungstaste fehlt auch hier, es gibt nur An oder Aus. Wer kein NC will, muss den Hörer ausschalten und per Kabel weiterhören - auch hier geht das ohne Verlust der Klangqualität. Pluspunkt im Vergleich zum Sennheiser-Modell: Die Geräuschunterdrückung nimmt höhere Frequenzen etwas stärker heraus und ist dadurch wirkungsvoller, wenn auch nur minimal. Dank des biegsamen Bügels und eindrehbarer Ohrpolster lässt sich der AKG-Hörer sehr kompakt verpacken und ist damit ideal für unterwegs. Der Akku hält rund 15 Stunden. Im Lieferumfang: ein Neoprenetui sowie ein Audiokabel mit Eintasten-Fernbedienung, Ladekabel und Flugzeugstecker. AKG verkauft den N60 NC Wireless für 300 Euro, im Online-Handel ist er noch nicht günstiger zu haben.

Libratone Q Adapt On-Ear

Der dänische Hersteller ist noch neu im Kopfhörer-Geschäft, mit seinem Q-Adapt-Modellen gibt er aber gleich einen überzeugenden Einstand. Der Q Adapt On-Ear funkt kabellos und verbindet sich genauso problemlos wie der Sennheiser und der AKG mit Smartphone, Tablet oder Notebook. Die Ohrmuscheln sind die kleinsten im Test, und auch sonst ist der Q Adapt der kompakteste und unauffälligste der drei Testkandidaten. Der Mix aus mattem Kunststoff, Textilummantelung und mattem Metallbügel gefällt, optisch macht er viel her und gewinnt im Vergleich den Schönheitspreis.

Der Libratone Q Adapt ist stylisch und vielseitig.

Der Libratone Q Adapt ist stylisch und vielseitig.

(Foto: jwa)

Beim Klang kann der Däne dem Deutschen und dem Österreicher nicht ganz das Wasser reichen. Im Direktvergleich fällt auf, dass das Klangbild etwas flacher und verwaschener ist. Höhen und Mitten klingen nicht ganz so klar und detailgetreu wie bei den Konkurrenten. Ohne den direkten Vergleich macht aber auch der Libratone eine gute Figur. Seine Nachteile beim Klang macht er durch ein mehrstufiges Geräuschunterdrückungssystem wett. Die NC-Technik kann in drei Stufen zugeschaltet werden ("CityMix"), auf höchster Stufe dringen Geräusche nur noch sehr gedämpft durch, die Wirkung ist verblüffend. Ein weiterer Tastendruck schaltet die Umgebungsgeräusche zu, das ist praktisch, wenn man sich nicht ganz abkapseln möchte. Tasten an der Ohrmuschel gibt es keine, die Steuerung erfolgt über eine unsichtbare Touchfläche. Eine App fürs Smartphone gibt zusätzliche Einstellungsmöglichkeiten.

Der Q Adapt On-Ear ist ein Lifestyle-Kopfhörer mit cleveren Details, die die anderen Konkurrenten nicht zu bieten haben. Im Gesamtvergleich steht er deshalb nicht schlechter da, trotz des etwas schwächeren Klangs. Zum Transport werden die Ohrmuscheln eingedreht, die runde und flache Transporttasche ist aber nicht ganz so kompakt wie beim AKG-Hörer. Die Akkulaufzeit liegt bei 20 Stunden. Wenn der Akku leer ist, läuft auch hier der Betrieb über Kabel weiter, ohne dass der Sound schlechter wird. Einen Flugzeugstecker gibt’s im Lieferumfang nicht, Transporttasche und Audio- und USB-Kabel sind aber mit dabei. Libratone verkauft den Q Adapt On-Ear für 250 Euro, je nach Farbe gibt es ihn im Netz aber auch schon für 200 Euro oder weniger.

Quelle: n-tv.de

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