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Creators Update kommt Das neue Windows 10 ist fertig

Die meisten Änderungen sind in den Einstellungen zu finden.

Die meisten Änderungen sind in den Einstellungen zu finden.

(Foto: kwe)

Die jüngste Windows-10-Beta bringt nicht nur neue Funktionen, sie enthält auch einen wichtigen Hinweis: Offenbar ist das große "Creators Update" so gut wie fertig und wird schon bald verteilt. Was kommt?

Seit dem 10. März erhalten Teilnehmer an Microsofts Windows-Insider-Programm die Preview-Build 15055, inzwischen bereits die Build 15058. Eigentlich ist daran nichts besonderes, da die Aktualisierungen keine neuen Funktionen auf den Rechner bringt, sondern eine ganze Reihe von Problemen behebt. Wenn man allerdings in den Einstellungen die System-Info aufruft, sieht man, dass Microsoft das Betriebssystem als Version 1703 bezeichnet. Zuvor lautete die Versionsnummer durchgehend seit der Veröffentlichung des Anniversary Update 1607. 16 steht dabei für das Jahr 2016, 07 für Juli. Das war der Monat, in dem die erste große Windows-10-Aktualisierung fertig war - ab dem 2. August wurde es dann verteilt.

1703 steht wahrscheinlich für März 2017, was bedeutet, dass das Creators Update vermutlich final ist und in Kürze die Aktualisierung allen Windows-10-Nutzern zur Verfügung gestellt wird. Das passt auch zu Informationen von "MSPoweruser", das von drei verschiedenen Quellen erfahren hat, dass Microsoft in der kommenden Woche grünes Licht für das Update gibt und die Aktualisierungen am 11. April losgehen sollen. Zuvor wird es für Insider zwar noch einige Beta-Schritte mit Fehlerbeseitigungen geben, aber grundsätzlich ist das neue Windows 10 fertig, mit dem Nutzer zahlreiche neue Funktionen erhalten.

Für Paint 3D stellt Microsoft auch Grafiken zum Weiterbearbeiten bereit.

Für Paint 3D stellt Microsoft auch Grafiken zum Weiterbearbeiten bereit.

(Foto: kwe)

3D und virtuelle Realität

Bei der Ankündigung im vergangenen Oktober hat Microsoft die neuen 3D-Eigenschaften in den Vordergrund gestellt. Unter anderem können Nutzer mit kostenlosen Bordmitteln dreidimensionale Grafiken am Rechner erstellen. Dazu scannen sie beispielsweise ein Objekt mit ihrem Smartphone ein und importieren es in das runderneuerte altbekannte Windows-Programm Paint ein.

Ein weiterer Schwerpunkt ist Virtuelle Realität (VR). Augmented Reality (AR) beziehungsweise Mixed Reality, wie sie Microsofts Hololens bietet, dürfen Nutzer noch nicht erwarten. Verschiedene Hersteller haben mit Microsoft VR-Brillen für Windows 10 entwickelt, die mit rund 300 Euro auch erschwinglich sein sollen. Unter anderem gibt es Headsets von Acer, Lenovo oder Dell.

Neuer Spielspaß

Windows 10 hat ab sofort auch in den Einstellungen einen neuen Spiele-Bereich. Dort kann unter anderem der Spielmodus eingeschaltet werden. Für Spiele werden dann alle zur Verfügung stehenden System-Reserven mobilisiert. Beim Zocken kann man mit der Windows-Taste + G ein Menü einblenden, in dem man unter anderem Aufzeichnungen und Übertragungen starten oder den Spielmodus für dieses Spiel aktivieren kann.

In Spielen kann per Tastenkombination ein Menü eingeblendet werden, um unter anderem den Spielmodus zu starten.

In Spielen kann per Tastenkombination ein Menü eingeblendet werden, um unter anderem den Spielmodus zu starten.

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Edge wird vielseitiger

Besonders viele neue Funktionen erhält der Edge-Browser, der zum Start von Windows 10 noch eine abgespeckte Light-Version war. Nutzer können künftig alle geöffneten Registerkarten als Vorschauen in einer Übersichts-Leiste einblenden. Bei sehr vielen Tabs ist die Liste seitlich scrollbar. Man kann Registerkarten aber auch für später speichern und aus einer Sammlung mit einem Klick einzeln oder komplett wiederherstellen. Dafür gibt's zwei neue Symbole, die links oben neben dem Edge-Symbol zu finden sind.

Außerdem kann man jetzt E-Books im Browser lesen und neue oder private Fenster über das Edge-Symbol starten. Unter der Haube hat Microsoft Geschwindigkeits- und Stabilitäts-Verbesserungen eingebaut und Edge blockt jetzt grundsätzlich Flash-Inhalte. Seiten, die in Ordnern unter "Favoriten" gespeichert wurden, lassen sich auf einen Schlag in Registerkarten öffnen und bei Downloads werden mehr Infos angezeigt.

Microsoft stärkt Verteidigung

Ein Alptraum für Hersteller von Antiviren-Software, ein Segen für die Nutzer: Microsoft hat zahlreiche Verbesserungen am bordeigenen Wächter Windows Defender vorgenommen. Unter anderem wurde der Schutz von Speicher und Kernel verstärkt, um das System gegen sogenannte Zero-Day-Attacken abzusichern. Über maschinelles Lernen mit auf Microsofts Servern gesammelten Informationen soll der Defender seine Erkennungsraten kontinuierlich verbessern. Wer keine Daten dazu beitragen möchte, kann den cloudbasierten Schutz in den Einstellungen abschalten. Im Windows Defender Security Center finden Nutzer weitere Optionen für benutzerdefinierte, vollständige oder Offline-Scans und sie können Performance und Gesundheit des Systems überprüfen.

Windows Defender ist jetzt ein aufmerksamerer Wächter.

Windows Defender ist jetzt ein aufmerksamerer Wächter.

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Cortana wird hilfreicher

Apps, die dies unterstützen, zeigen bei der Nutzung mögliche Sprachbefehle für die Sprachassistentin Cortana an. Wenn man sie verinnerlicht hat, kann man die Anzeige deaktivieren und direkt mit Cortana sprechen. Microsoft sammelt auf einer Webseite Anwendungen, die sich per Sprachbefehl steuern lassen. Cortana erinnert jetzt auch an monatlich oder jährlich wiederkehrende Ereignisse und zeigt an, welche Apps zuvor auf anderen Geräten zuletzt genutzt wurden.

Um den Zuhör-Modus zu aktivieren, nutzt man jetzt die Tastenkombi Win + C und nicht mehr Win + Shift + C. Diese Kombination öffnet künftig das Charms-Menü in Apps. Menschen, die schlecht sehen, kann Cortana jetzt auch bei der ersten Einrichtung des Computers helfen, sie sammelt auf diesem Gebiet aber erst noch Erfahrungen. Für Sehbehinderte hat Microsoft auch die App-Ansicht bei hohem Kontrast verbessert.

Mehr Kontrolle über Updates

In den Einstellungen für Updates haben Nutzer jetzt viel mehr Möglichkeiten. Unter anderem können sie in den erweiterten Einstellungen ganz einfach Aktualisierungen um bis zu acht Tage verzögern oder mit einem Klick um sieben Tage aussetzen. Außerdem kann ein genauer Zeitpunkt für Updates festgelegt oder ein Zeitraum bestimmt werden, in dem keine automatischen Neustarts durchgeführt werden dürfen.

Quelle: n-tv.de

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