Technik

Windows 10 S kein Muss Das Surface Laptop ist edel, aber nicht top

Von Klaus Wedekind

Das Microsoft Surface Laptop sieht klasse aus, ist aber wenig anschlussfreudig.

Das Microsoft Surface Laptop sieht klasse aus, ist aber wenig anschlussfreudig.

(Foto: kwe)

Das Surface Laptop ist ein schicker und ausdauernder Computer mit einem tollen Display. Aber bei einem so teuren Gerät dürfen Käufer doch ein wenig mehr erwarten.

Nach den Convertibles Surface Pro und Surface Book hat Microsoft jetzt mit dem Surface Laptop auch ein reines Notebook auf den Markt gebracht. Eine weitere Besonderheit ist, dass das Gerät mit Windows 10 S betrieben wird, einem abgespeckten Betriebssystem, das nur die Installation von Apps aus dem Windows Store erlaubt. n-tv.de hat sich das Surface Laptop genauer angeschaut.

Warmes Alcantara auf kaltem Detail

Zunächst einmal muss man sagen, dass das dünne und leichte Alu-Notebook toll aussieht. Seine Oberfläche ist angenehm griffig und seine auffälligen Kanten stehen dem Surface Laptop hervorragend. Aufgeklappt fällt sofort der außergewöhnliche Überzug der Tastatur-Einfassung mit Alcantara auf. Optisch sieht der Microfaservliesstoff wie Filz aus, fühlt sich aber eher wie glatteres Wildleder an. Das ist angenehm warm und weich, ganz anders als kaltes Alu unter den Händen zu haben. Es sieht nicht so aus, aber das Material gilt als strapazierfähig und reinigungsfreundlich.

Das Display ist hervorragend.

Das Display ist hervorragend.

(Foto: kwe)

Um wirklich festzustellen, wie robust der Alcantara-Bezug ist, reichte der einwöchige Test nicht aus. Wasserdicht ist die Tastatur nicht, Kaffee sollte man also ohnehin nicht darüber kippen. Weniger schön ist, dass das Gerät manchmal vom Tisch abhebt, wenn man es mit einer Hand öffnet. Das ist nicht wirklich schlimm, stört aber etwas den insgesamt sehr hochwertigen Eindruck des Surface Laptop.

Das Keyboard mit dreistufiger Hintergrund-Beleuchtung kann mit gutem Tastenhub und Druckpunkt überzeugen. Es macht beim Tippen nur gedämpfte Geräusche und reagiert präzise. Das Touchpad hat eine angenehm matte Oberfläche, die den Fingern nur wenig Widerstand entgegensetzt. Es reagiert schnell und genau und erkennt auch Gesten mit mehreren Fingern flott.

Technische Daten
  • Windows 10 S, Upgrade auf Pro optional
  • Display: 13,5 Zoll, IPS, Gorilla Glas 3, 2256 x 1504 Pixel, (201 ppi)
  • Prozessor: Intel Core i5-7200U/Intel Core i7-7660U
  • Arbeitsspeicher: 4, 8 oder 16 GB LPDDR3
  • Interner Speicher: 128, 256, 512 GB, 1 TB SSD
  • 1x USB 3.0 (USB-A), Mini DisplayPort, 3,5-mm-Audio
  • Bluetooth 4.0
  • Akku: 44 Wh
  • Maße: 308,02 x 223,2 x 14,47 mm
  • Gewicht: 1,25 kg

Tolles Display, solide Leistung

Wie es sich für ein Surface-Modell gehört, hat auch das Laptop-Modell ein tolles Display. Es ist mit 2256 x 1504 Pixeln auf 13,5 Zoll sehr scharf, liefert satte, aber natürliche Farben, hat hohe Leuchtkraft und knackige Kontraste. Der Touchscreen erkennt Eingaben ohne Verzögerung und exakt. Wegen des guten Touchpads fasst man aber nur selten aufs Display.

Die Leistung des Surface Laptop ist solide und fürs Büro oder Studium völlig ausreichend. Das Testgerät ist mit Intels Prozessor Core i5 7200 und 8 Gigabyte Arbeitsspeicher ausgestattet. Die SSD ist 256 Gigabyte groß. Beide Speicher sind leider fest verbaut. Man sollte also vor dem Kauf genau wissen, welche Ausstattung man braucht. Die SSD kann bis zu 1 Terabyte groß sein, der Arbeitsspeicher 16 Gigabyte.

Bildbearbeitung und Videoschnitt stellen das Gerät ebenfalls vor keine Probleme und der Computer ist auch einem kleinen Spielchen nicht abgeneigt. Etwas mehr Leistung bietet das Modell mit Core-i7-Prozessor. Wichtiger für den Alltag dürfte sein, dass der Akku des Surface Laptop lange durchhält. Microsoft gibt an, dass das Gerät bis zu 14,5 Stunden Videos abspielen kann, bei gemischter Belastung waren im Test acht bis zehn Stunden drin. Das ist für ein Windows-Laptop wirklich sehr gut.

Auf der anderen Seite ist noch der Stromanschluss, ansonsten war's das schon.

Auf der anderen Seite ist noch der Stromanschluss, ansonsten war's das schon.

(Foto: kwe)

Einsamer USB-Anschluss

Was zu dem schönen und ausdauernden Arbeitstier gar nicht passt, sind die Anschlüsse. Es gibt nur einen einzigen USB-3.0-Anschluss mit USB-A-Buchse. Dazu noch ein Displayport, eine Klinkenbuchse und den Stromanschluss. Man muss moderne Laptops nicht wie Apple oder Huawei ausschließlich mit USB-C-Anschlüssen versehen, aber wenigstens einer der universellen Eingänge sollte heutzutage vorhanden sein. Klar, aktuell braucht man ihn nicht, aber in ein, zwei Jahren dürften sich Käufer ärgern, dass sie einen Adapter für ein neues Peripherie-Gerät benötigen. Und wenn schon spartanisch ausgestattet, sollte wie beim Huawei Matebook X kostenlos ein Anschluss-Dock mitgeliefert werden. Und obwohl die Gesichtserkennung der Frontkamera sehr gut arbeitet, würde dem Gerät auch ein Fingerabdrucksensor gut stehen. Immerhin kostet das Surface Laptop mindestens 1150 Euro - da darf man schon etwas mehr erwarten. In der Test-Konfiguration verlangt Microsoft für das Gerät 1450 Euro.

Was Windows 10 S betrifft, haben Nutzer bis zum 31. Dezember Zeit, herauszufinden, ob sie mit den Apps im Windows Store auskommen und eigentlich keine weiteren Programme installieren müssen. Bis dahin können sie kostenlos ein unkompliziertes Upgrade auf die uneingeschränkte Pro-Version vornehmen. Danach ist es zwar weiter möglich, kostet aber eine Gebühr. Durch die Einschränkung ist das Betriebssystem vor allem besonders sicher, Microsoft verspricht aber auch, dass es langfristig schnell und stabil bleibt.

Alles in allem hat das Surface Laptop im Test zwar gefallen. Es sieht gut aus, hat ein prächtiges Display und hält lange durch. Auch die Leistung ist mehr als akzeptabel, aber für seinen hohen Preis ist das Notebook zu spärlich ausgerüstet.

Quelle: n-tv.de

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