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Ego-Shooter "CoD: WWII" im Test "Call of Duty" fasziniert mit 360-Grad-Chaos

Im Landungsboot am Strand der Normandie: Szene aus dem neuen CoD.

Im Landungsboot am Strand der Normandie: Szene aus dem neuen CoD.

Call of Duty kehrt nach 14 Jahren modernen Krieges zurück zu seinen Wurzeln und thematisiert im neuesten Ableger der Serie den Zweiten Weltkrieg. Der hollywoodreife Einzelspielermodus überdeckt den Eindruck einer "One Man Army" geschickt.

6. Juni 1944. Die Allierten steuern in Landungsbooten auf die Westküste Frankreichs, um eine zweite Front gegen Hitler zu bilden. Sie stoßen auf heftigen Widerstand der Wehrmacht. Und in "Call of Duty World War II" ist der Spieler mittendrin. Der Spieler darf so ziemlich alles ausprobieren: Neben dem Dienst an der Waffe sitzt man schnell in Jeep, Panzer oder Flugzeug, bedient Luftabwehr und andere Geschütze.

Die Kampagne gleicht einer Hollywoodproduktion à la "Der Soldat James Ryan" oder "Band of Brothers". Als Gefreiter Ronald "Red" Daniels spielt man eine ganz persönliche Kriegsgeschichte, angefangen vom "D-Day" mit der Landung der Alliierten in der Normandie über die Befreiung von Paris bis hin zum großen Finale an der Ludendorff-Brücke in Remagen. Wie eine kleine Geschichtsstunde arbeitet CoD Mission für Mission nacheinander ab.

Einer für alle: "CoD: WWII" erinnert an "Band of Brothers"

Einer für alle: "CoD: WWII" erinnert an "Band of Brothers"

Tolle Kampagne ohne Charaktertiefe

Die Story funktioniert, weil die Atmosphäre stimmt. Die Mischung aus Schusswechseln und Kriegsfilmdramaturgie lässt auch in den ruhigen Momenten nie Langeweile aufkommen. Den Entwicklern von Sledgehammer Games ist es gelungen, mit Quicktime-Events und Sneak-Aufgaben auch mal den Finger vom Abzug zu nehmen, damit die Missionen nicht nur aus Dauer-Salven und dem Abschlachten von Nazis bestehen. Dazu legt der Kampagnenmodus einen Schwerpunkt auf die Support-Funktion der Kameraden in Daniels' Bataillon. Als Munitionslieferant, Sanitäter oder Feuerschutz ist der Spieler auf seine Kameraden angewiesen. Ohne den Großteil der Nazis selbst zu erledigen, geht die Geschichte aber trotzdem nicht voran.

Die Einzelspielervariante wirkt wie ein Action-Feuerwerk, und das stellenweise gewollt übertrieben. Gefreiter Daniels hat in Gefechten mit den Deutschen nicht nur einem Kugelhagel nach dem anderen auszuweichen, er wird auch fast von einem einstürzenden Kirchturm erschlagen und von einem entgleisten Güterzug überrollt. Das Spektakel schmückt sich gewohntermaßen mit den Digitalversionen echter Schauspieler wie Josh Duhamel oder Jonathan Tucker. So richtig warm wird man mit den Charakteren aber nicht, auch wenn das Spiel vergeblich versucht, in Hintergrundschnipseln den Mann hinter der Uniform besser zu beschreiben - das Szenario des Zweiten Weltkriegs in Spieleform lässt in dem Bereich aber auch wenig zu.

Im Einzelspielermodus wechseln sich Gefechte mit filmischen Szenen ab.

Im Einzelspielermodus wechseln sich Gefechte mit filmischen Szenen ab.

Im Multiplayer glänzen die Maps

Die Kampagne ist für ungeübte Spieler sehr empfehlenswert, da sie einen gelungenen Einstieg in die Mechaniken von Call of Duty bietet - die aus Altbewährtem bestehen. Dynamische Sprünge wie in Vorgängertiteln sind Geschichte. Zügig lernt man das gesamte Waffenarsenal kennen. Dieses Wissen braucht man im Multiplayer-Modus. Online kann man an verschiedenen aus der Kampagne bekannten Schauplätzen in die Schlacht ziehen, dazu kommen noch weitere Maps, die alle wirklich gut gelungen sind. Gibraltar, der Hafen von London oder das französische Städtchen Carentan bieten Spielspaß mit Detailtreue.

Die einzelnen Karten liefern keine sicheren Stellen, an denen sich ein Gegner verschanzen könnte. So wird der Spieler gezwungen, ständig in Bewegung zu bleiben. Das garantiert dynamische und actionreiche Online-Kämpfe, in denen man ständig das Zeitliche segnet.

Insgesamt überzeugt "Call of Duty World War II" durch einen starken geschichtsnahen Kampagnenmodus und tolle Karten im Multiplayer und ohne das Spiel zu revolutionieren. Dazu bringt ein weiterer Modus Laune: Was ist schlimmer als Nazis? Zombie-Nazis! Im Vier-Spieler-Koop darf man sich Horden von zombifizierten Wehrmachtsoldaten stellen. Aber nicht nur Feuerkraft und Teamarbeit ist im Untoten-Modus gefragt, es gilt auch viele Rätsel zu lösen.

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Quelle: n-tv.de

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