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Finales iOS 11 verrät alles Apple stiehlt sich selbst die iPhone-Show

So sieht in den iOS-11-Einstellungen die Einrichtung der Face ID aus.

So sieht in den iOS-11-Einstellungen die Einrichtung der Face ID aus.

(Foto: Guilhermo Rambo @_inside)

Kurz vor dem großen iPhone-Event taucht die finale Version von iOS 11 auf und verrät alle Details zu den kommenden Geräten, die bisher noch nicht bekannt oder bestätigt waren. Besonders ärgerlich für Apple: Die Quelle scheint ein Mitarbeiter zu sein.

Auch im Jubiläumsjahr konnte Apple nicht geheim halten, wie die neuen iPhones aussehen werden. Durch viele Leaks war es schon vergangene Woche möglich, ein ziemlich genaues Bild dessen zu zeichnen, was Tim Cook am 12. September wahrscheinlich zeigen wird. Durch die schon Monate vor der Veröffentlichung anlaufende Massenproduktion ist es wohl auch kaum zu verhindern, dass vom Aussehen über die Ausstattung bis hin zu speziellen Funktionen nach und nach alles durchsickert. Und gewiefte Analysten wie Ming-Chi Kuo können sich durch Informationen von Zulieferfirmen den Rest zusammenreimen. Was jetzt aber am Wochenende passiert ist, hätte Apple vermeiden können, ja müssen: Medien wurde der Download-Link zur finalen Version (Golden Master) von iOS 11 zugespielt. Final bedeutet im Gegensatz zu den Betas, dass der Software-Code neben allgemeinen Neuerungen auch alle Informationen zu Funktionen des iPhone X sowie zu Apple-Geräten enthält.

Es war Sabotage

Die Empfänger der Links waren unter anderem die Websites "9to5Mac" und "MacRumors" sowie mehrere Entwickler. John Gruber von "Daring Fireball" glaubt nicht an ein Missgeschick oder einen Hackerangriff. Zwar habe theoretisch jeder die Software herunterladen können, schreibt er. Aber die sehr langen URLs der Downloads seien unmöglich zu erraten gewesen. Für Gruber steht fest, dass die Links von einem Apple-Mitarbeiter absichtlich verraten wurden. "Wer immer dies getan hat, ist jetzt die unbeliebteste Person in Cupertino. Durch diesen Leak wurden mehr Überraschungen verraten als jemals zuvor in der Geschichte von Apple." Grubers Einschätzung teilen viele Experten und die BBC schreibt, man habe ihr bestätigt, dass es sich um einen "Akt der Sabotage" handelt.

Die Analyse des finalen iOS 11 durch Entwickler hat unter anderem drei neue iPhones bestätigt. Das iPhone 8 und das iPhone 8 Plus sind Upgrades der aktuellen Geräte und sehen bis auf eine gläserne Rückseite auch fast genauso aus. Dazu kommt das iPhone X, das ein OLED-Display besitzt, das fast die komplette Front einnimmt. Der Home-Button wird durch eine Software-Leiste ersetzt und statt eines Fingerabdrucksensors hat das Gerät eine 3D-Gesichtserkennung.

Über die 3D-Kamera auf der Vorderseite des iPhone X können Nutzer Emotionen in Animojis verwandeln.

Über die 3D-Kamera auf der Vorderseite des iPhone X können Nutzer Emotionen in Animojis verwandeln.

(Foto: Steve T-S @stroughtonsmith)

Gesichts-Scans für Face ID und Animojis

Wie die "Face ID" funktioniert, ist durch Screenshots aus iOS 11 jetzt ebenfalls weitgehend geklärt: Die Frontkamera und Infrarot-Sensoren scannen ein 3D-Bild des Gesichts, wozu der Nutzer bei der Einrichtung seinen Kopf bewegen muss. Danach kann er bestimmen, ob die Funktion zum Entsperren des iPhone, für Käufe in iTunes und im App Store oder zum automatischen Ausfüllen von Passwörtern und anderen privaten Informationen im Safari-Browser zum Einsatz kommen soll.

Neu sind auch Infos zum Innenleben der kommenden iPhones: So wird der A11-Chip insgesamt sechs Rechenkerne haben, die einzeln angesteuert werden können. Zwei davon sollen für Höchstleistung, vier für einfachere Aufgaben zuständig sein. Das iPhone X und das iPhone 8 Plus werden 3 Gigabyte, das iPhone 8 nur 2 Gigabyte Arbeitsspeicher haben.

Interessant wird sein, wie Entwickler die AR-Talente des iPhone X für Apps nutzen werden - da wird es vielleicht noch die eine oder andere kleine Überraschung geben. Apple selbst verwendet die 3D-Frontkamera unter anderem für animierte Emojis: Die Kamera scannt das Gesicht und setzt erkannte Emotionen in "Animojis" um. Dazu gehören unter anderem ein Äffchen, ein Roboter, Hund und Katze - und ein Kackhaufen-Animoji. Das werden Apple-Mitarbeiter sicher oft einsetzen, wenn sie über ihren verräterischen Kollegen iMessages austauschen.

Quelle: n-tv.de , kwe

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