Fußball

Gomez verletzt, Werner krank Wer soll's für die DFB-Elf richten?

Er könnt's machen: Sandro Wagner.

Er könnt's machen: Sandro Wagner.

(Foto: imago/Pressefoto Baumann)

Seine Kernkompetenz ist "der brutale" Zug zum Tor. Doch Timo Werner ist krank, was ihn plagt, ist unklar. So müssen Deutschlands Fußballer auf dem Weg zur WM ohne ihn auskommen. Das könnte ein Problem sein.

Sandro Wagner dürfte die Frage als einigermaßen unverschämt einordnen. Aber sie stellt sich vor dem vorletzten Spiel der deutschen Fußball-Nationalelf auf dem Weg zur WM in Russland schon: Wer soll eigentlich am Donnerstag (ab 20.45 Uhr bei RTL und im Liveticker bei n-tv.de) in Belfast gegen Nordirland die Tore schießen? Gegen eine Mannschaft, die in der gesamten Qualifikation erst zwei Gegentore hat hinnehmen müssen - im Hinspiel gegen die DFB-Elf vor knapp einem Jahr. Auch deshalb stehen die Nordiren hinter den Deutschen auf Platz zwei in dieser Gruppe C, wenn auch mit fünf Punkten Abstand.

Also, wer soll's richten? Lars Stindl von Borussia Mönchengladbach ist erneut dabei, er hat sich mit seinen 29 Jahren beim Confed Cup in den Kader gespielt, guter Mann, technisch stark, durchaus torgefährlich, aber eher keiner, dessen Kernkompetenz das Knipsen ist. Das gilt auch für Leroy Sané, 21 Jahre alt, der just bei Manchester City von Josep Guardiola zum Stammspieler aufgebaut wird. Anfang September bei den Siegen in Tschechien und gegen Norwegen hatte Bundestrainer Joachim Löw noch auf den Flügelspieler verzichtet - wie auch auf den Hoffenheimer Wagner. Wolfsburgs Mario Gomez, 32 Jahre alt, aber ist verletzt. Und der Leipziger Timo Werner, 21 Jahre alt, ist krank. Damit fehlt in Belfast und am Sonntag im letzten Qualifikationsspiel (ebenfalls ab 20.45 Uhr bei RTL und im Liveticker bei n-tv.de) in Kaiserslautern gegen Aserbaidschan der definitiv formstärkste deutsche Angreifer.

Der Kader im Überblick

Tor: Bernd Leno, Marc-Andre ter Stegen, Kevin Trapp;
Abwehr: Jerome Boateng, Matthias Ginter, Mats Hummels, Joshua Kimmich, Shkodran Mustafi, Marvin Plattenhardt, Antonio Rüdiger, Niklas Süle;
Mittelfeld/Angriff: Julian Brandt, Emre Can, Julian Draxler, Leon Goretzka, Toni Kroos, Thomas Müller, Sebastian Rudy, Leroy Sane, Lars Stindl, Sandro Wagner, Amin Younes;

Werner soll sich bloß ausruhen

Werner hatte vor gut einer Woche beim Champions-League-Spiel bei Besiktas in Istanbul nach einer halben Stunde wegen Schwindel und Atemproblemen um seine Auswechslung bitten müssen. Seitdem hat er nicht mehr gespielt. Die Diagnose, die RB Leipzig mitteilte, lautet: "Blockade der Halswirbelsäulen-Muskulatur und des Kiefergelenks". Sein Verein räumte allerdings ein, dass das Problem weitaus komplexer ist, als es sich eh schon anhört. Nach allem, was sein Trainer Ralph Hasenhüttl und Leipzigs Manager Ralf Rangnick erzählt haben, scheint eine körperlich und womöglich mentale Überlastung Werners nicht ausgeschlossen. Da soll sich der junge Mann bloß ausruhen. Er hat jetzt ganz andere Probleme als Fußball. Sein Rasenballsportkollege Marcel Sabitzer hatte es am Wochenende auf den Punkt gebracht: "Jetzt lasst den Jungen doch einfach mal in Ruhe!" So soll es sein.

Aber er ist nun einmal richtig gut, nicht nur wegen seiner fünf Tore in dieser noch relativ jungen Bundesligasaison. Joachim Löw hatte nach dem furiosen 6:0 gegen Norwegen Anfang September sehr von Werner geschwärmt, dem in Stuttgart seine Länderspieltreffer Nummer fünf und sechs in der erst achten Partie gelungen waren. "Er macht das, was dem Gegner extrem weh tut und schwer zu verteidigen ist. Er hat diese brutalen Zug zum Tor und diese Schnelligkeit", hatte der Bundestrainer gesagt. Werner trägt die Hoffnung, er ist die Zukunft. Vielleicht, darauf dürfte Löw durchaus spekulieren, trotz seiner Jugend schon für die WM, die in gut acht Monaten beginnt. Nun aber muss Werner wieder zu Kräften kommen. Und dafür müssen die Ärzte erst einmal herausfinden, was er überhaupt hat. Momentan darf er jedenfalls nicht einmal trainieren.

Und nun? Schlägt im Windsor Park zu Belfast vielleicht die Stunde des Sandro Wagner. Die körperliche Robustheit und das Selbstvertrauen hat der Mann ja, der in der vergangenen Saison mehrfach für sich reklamierte, der beste deutsche Angreifer zu sein. Und in dieser Spielzeit hat er in der Liga und in den internationalen Partien auch schon vier Mal getroffen. Zuzutrauen wäre es ihm also, das latente Sturmproblem der DFB-Elf- zumindest kurzfristig -zu lösen. Und das dürfte er kein bisschen unverschämt finden.

Quelle: n-tv.de

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