Fußball

Auftaktsieg beim Confed Cup Sbornaja bringt Putin zum Lächeln

Ja, endlich, irgendwie drin: In der 69. Minute gelingt Russland gegen einen schwachen Gegner ein Tor.

Ja, endlich, irgendwie drin: In der 69. Minute gelingt Russland gegen einen schwachen Gegner ein Tor.

(Foto: AP)

Der Anfang ist geglückt. Eine beinahe runderneuerte russische Mannschaft gibt sich im Auftaktspiel des Confederations Cup keine Blöße. Einzig die Chancenverwertung ist mangelhaft. Im zweiten Spiel erhält das Team dann auch einen Gegner.

Russlands Fußball-Nationalmannschaft hat die hohen Erwartungen von Staatschef Wladimir Putin und der Sbornaja-Fans erfüllt und ist mit dem ersehnten Sieg in den Confederations Cup gestartet. Der Turnier-Gastgeber setzte sich im Eröffnungsspiel gegen den oft überforderten Ozeanienmeister Neuseeland mit 2:0 (1:0) durch - hätte aber bei drückender Überlegenheit viel höher gewinnen müssen.

Ein Eigentor von Michael Boxall (31. Minute) und Fedor Smolow (69.) besiegelten vor 50.521 Zuschauern im nicht ausverkauften Krestowski Stadion von St. Petersburg den Auftakterfolg bei der Generalprobe für die WM 2018. Russland kann nun mit mehr Selbstvertrauen das Spitzenspiel der Gruppe A gegen Portugal am kommenden Mittwoch in Moskau angehen. Neuseeland schaffte auch in seinem zehnten Spiel bei einem Confed Cup keinen Sieg und muss gegen Mexiko unbedingt punkten, um noch wie angekündigt zur Turniersensation werden zu können.

Putin-Show vor dem Anpfiff

Bevor der Ball rollte, nutzte Russlands Staatschef das Auftaktspiel zu einem etwas ungewöhnlichen Auftritt. Als die Spieler bereits auf dem Rasen standen, hielt Putin eine Rede. Er erwarte mit dem Turnier einen 2Triumph des Sports", sagte er unter dem Jubel seiner Landsleute. Zuvor hatten sich die Gastgeber mit einer farbenfrohen Show auf die 16-tägige Veranstaltung eingestimmt. Hunderte Künstler boten eine knapp halbstündige Zeremonie mit Musik und Tanz als Streifzug durch die russische Kultur und Geschichte.

Ordentlich präsentierte sich auch die russische Mannschaft von Trainer Stanislaw Tschertschessow. Mit viel Schwung setzte die neu formierte Sbornaja, bei der nur noch neun Spieler aus dem EM-Aufgebot im 23-Mann-Kader übrig geblieben waren, den limitierten Gegner gleich unter Druck. Das Bemühen, ein Jahr vor der WM eine gute Generalprobe abzuliefern, war jedenfalls deutlich zu erkennen. Und so war Neusselands Torwart Stefan Marinovic, der in der vergangenen Saison in der Regionalliga für die SpVgg Unterhaching das Tor hütete, gleich schwer beschäftigt. Schon nach drei Minuten musste Marinovic mit einer wenig überzeugenden Faustabwehr bei einem Schuss von Aleksander Golowin klären (3.).

Testlauf für die WM 2018: Fifa-Chef Infantino (l.) und Staatschef Putin.

Testlauf für die WM 2018: Fifa-Chef Infantino (l.) und Staatschef Putin.

(Foto: AP)

Brenzliger wurde es für die All Whites vier Minuten später, als Wiktor Wassin nach Ecke von Aleksander Samedow per Kopf den Innenpfosten traf. Michael McGlinchey klärte anschließend kurz vor der Linie. Kurz danach war es Tommy Smith, der für seinen geschlagenen Torwart rettete, nachdem Dmitri Poloz geschossen hatte (9.).

Videobeweise erlaubt - und nicht genutzt

Für Gesprächsstoff sorgte eine knifflige Szene, als Poloz im Strafraum zu Fall kam (14.). Die TV-Bilder zeigten, dass Marinovic den russischen Angreifer berührt hatte. Die Video-Schiedsrichter schalteten sich in dieser Szene aber nicht ein. Beim Confed Cup kommen erstmals bei einem großen Fifa-Turnier die Video-Referees zum Einsatz, um bei spielentscheidenden Situationen wie Toren, Abseits, Roten Karten oder Elfmetern die Korrektur offensichtlicher Fehlentscheidungen zu ermöglichen. 

In der 31. Minute war es dann aber doch passiert. Nach Zuspiel von Poloz lupfte Denis Gluschakow den Ball über Marinovic. Den vom Pfosten abprallenden Ball drückte schließlich Boxall bei seinem Rettungsversuch über die Linie. Auch der zweite Durchgang lieferte ein unverändertes Bild. Schließlich war es Smolow, der nach Hereingabe von Samedow den zweiten Treffer erzielte. So durfte Putin angesichts der russischen Überlegenheit auf der Ehrentribüne neben Größen wie Ex-Brasilien-Star Pele freudig lächeln.

Quelle: n-tv.de , jwu/dpa

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