Fußball

"Eine Rose in der Wüste" Robben geht, in Holland wird's dunkel

Das war's: Arjen Robben.

Das war's: Arjen Robben.

(Foto: imago/Pro Shots)

Arjen Robben fehlt bei der WM in Russland. Der Flügelspieler des FC Bayern ist so enttäuscht, dass er nie wieder für die Nationalelf spielen will. Seine Landsleute bedauern das durchaus: "Einer der besten Fußballer, die es jemals in den Niederlanden gab."

Ein letztes Mal warf Arjen Robben den Fans in Amsterdam auf seiner Ehrenrunde Handküsse zu: Dann verabschiedete er sich aus der niederländischen Fußball-Nationalmannschaft. Sehr lange habe er über seinen Rücktritt nachgedacht. "Ich spiele bei einem europäischen Topklub. Darauf will ich mich nun vollständig konzentrieren. Das ist ein guter Moment, um Abschied zu nehmen", sagte der Mittelfeldspieler des FC Bayern. Dabei hätte Robben nur zu gerne seine Oranje-Laufbahn erst nach der Weltmeisterschaft 2018 in Russland beendet - doch die Niederländer sind in der Qualifikation gescheitert.

In der Qualifikations-Gruppe A hat es für die Elftal hinter Frankreich und Schweden nur zum enttäuschenden dritten Platz gereicht. Letztendlich hatte die um acht Treffer schlechtere Tordifferenz gegenüber Schweden den Ausschlag gegeben. Und so war bereits vor dem letzten Gruppenspiel die Chance der Niederländer auf das WM-Ticket nur noch theoretischer Natur. Trotzdem gab Robben am Dienstagabend noch einmal alles und überragte beim 2:0 (2:0) gegen eben jene Schweden nicht nur wegen seiner beiden Tore in der 16. Minute per Handelfmeter und mit einer schönen Direktabnahme fünf Minuten später.

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"Es war besonders, es war schwierig"

"Die Realität ist sehr hart. Wir verpassen wieder ein großes Turnier. Das ist extra bitter", sagte Robben. Für ihn aber gelte: "Ich fühle mich noch richtig fit. Solange es geht, will ich an der Spitze mithalten." Derweil lobte ihn die Tageszeitung "De Volkskrant": "Einmal mehr war Robben eine Rose in der Wüste. Einer der besten Fußballer, die es jemals in den Niederlanden gab." Das "NRC Handelsblad" sagte Oranje ohne den Flügelflitzer eine schwere Zukunft voraus: "Wenn Robben das Licht ausmacht, wird es sehr dunkel."

Für die Niederlande und Dick Advocaat bedeutet das erste WM-Aus seit 2002 einen Neuanfang. Mal wieder. Wobei die Frage ist, ob der Trainer bleiben darf. Vor zwei Jahren jedenfalls qualifizierten sich Nordirland, Albanien und Ungarn für die EM in Frankreich - nicht aber die Niederlande. In Russland werden Ägypten, der Iran und Panama mitspielen - die Niederlande nicht. So kann Robben sich nun beim FC Bayern auf die Ziele in Bundesliga, DFB-Pokal und Champions League konzentrieren.

Nach seinem Abschied in Amsterdam sagte er: "Es war besonders, es war schwierig. Ich habe es genossen." Nach dem Abpfiff holte er seine beiden Söhne auf den Rasen, umarmte jeden seiner Mitspieler und kämpfte mit den Tränen. 2010 wurde Robben in Südafrika mit Holland Vize-Weltmeister, 2014 verpasste er knapp ein weiteres WM-Finale und erzielte in 96 Länderspielen 37 Tore. Robbens Entscheidung aber ist verständlich: Beim nächsten für ihn möglichen großen Turnier, der EM 2020, wäre er bereits 36 Jahre alt.

Quelle: n-tv.de , Thomas Wolfer, dpa

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